Medizinische Versorgungszentren
Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen
Wirbelsäulenzentrum München/Taufkirchen
Radiologie und Diagnosticum München/Taufkirchen

Haben Sie Fragen?
+49 (0) 89 / 6145 100

Barricaid-Prothese

Barricaid-Prothese: Versiegelung der Bandscheibe

An dieser Stelle unseres Glossars möchten wir Sie über die sogenannte Barricaid-Prothese informieren. Wenn Bandscheibenvorfälle zu Taubheitsgefühlen oder Lähmungserscheinungen führen oder konservative Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg haben, kann es ratsam sein, sie operativ zu behandeln. Dabei wird Gewebe entfernt, das durch einen Riss im äußeren Ring der Bandscheibe, dem sogenannten Faserring, ausgetreten ist und auf umliegende Nerven im Wirbelkanal drückt. Aufgrund dieses Bandscheibendefektes besteht jedoch auch nach der Operation die Gefahr, dass Patienten einen erneuten Bandscheibenvorfall erleiden. Dieser wird dann Rezidivvorfall genannt. Es gibt in der wissenschaftlichen Literatur Studien, die belegen, dass bis zu 30 Prozent der Patienten im Verlauf von einigen Jahren einen erneuten Bandscheibenvorfall erleiden.

Mit der Barricaid-Prothese Risiken senken

Der äußere Ring der Bandscheibe besteht aus sehr widerstandsfähigem Gewebe, das den weicheren Bandscheibenkern im Inneren schützt. Er besteht aus zehn bis zwölf gegenläufig angeordneten Schichten, die jedoch im Laufe des Lebens an Stabilität verlieren. Durch natürliche Alterungsprozesse oder äußere Einflüsse wie große Belastungen über einen langen Zeitraum verliert er seine Elastizität und bekommt kleine Risse. Kommt es dann zur weiteren Überbeanspruchungen, erweitern sich diese und die Gefahr eines Bandscheibenvorfalls steigt. Bei starkem Druck auf die natürlichen Puffer der Wirbelsäule kann es passieren, dass innen liegendes Bandscheibengewebe austritt. Patienten leiden dann unter einem Bandscheibenvorfall. Jeder Riss birgt die Gefahr eines erneuten Vorfalls, auch wenn bereits ein operativer Eingriff zur Entfernung des überschüssigen Gewebes erfolgt ist. Um das zu verhindern, ist das sogenannte Barricaid entwickelt worden. Es trägt dazu bei, dieses Risiko zu verringern.

Barricaid-Prothese: Defekte am Faserring reparieren

Dabei handelt sich um eine metallische Verankerung und einen aus Kunststoff hergestellten Deckel. Die beiden Teile sind fest miteinander verbunden. Die metallische Verankerung wird im Knochen verankert; der Kunststoffdeckel verschließt den Riss in der Bandscheibe und verhindert so ein erneutes Herausrutschen von Bandscheibengewebe als Ursache für einen weiteren Bandscheibenvorfall. Für das Einsetzen der Barricaid-Prothese benötigen Patienten keinen separaten Eingriff. Das System wird am Ende der Bandscheibenoperation eingebracht und unter Röntgenkontrolle korrekt platziert – dies verlängert die Operation um etwa 5 bis 10 Minuten. Die vorläufigen Ergebnisse der Anwendung von Barricaid sind sehr gut: Es kann 60 Prozent der Rezidivbandscheibenvorfälle verhindern. Die Anwendung kommt vor allem für Patienten infrage, die eine noch gut erhaltene Bandscheibe mit einem nicht allzu großen Defekt haben.

Barricaid-Prothese: Bandscheibenvorfall vorbeugen

Um einem Bandscheibenvorfall grundsätzlich vorzubeugen, gilt es, regelmäßige Bewegung in den Alltag zu integrieren sowie auf ausgewogene Ernährung und ein normales Körpergewicht zu achten. Besonders geeignet sind Sportarten, welche die gesamte Rumpfmuskulatur nachhaltig stärken. Dazu zählen zum Beispiel Pilates, Yoga, Schwimmen oder Nordic Walking. Wer dazu auf seine Ernährung achtet, viel Obst, Gemüse, Fisch und Vollkornprodukte zu sich nimmt, unterstützt außerdem die Stabilität seiner Wirbelsäule. Auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr, zum Beispiel mit Wasser, ungesüßten Tees oder Saftschorlen, sorgt für Elastizität der Bandscheiben und stärkt sie damit in ihrer Funktion als Puffer zwischen den Wirbelkörpern.