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Bulging

Bulging: Die Bandscheibenvorwölbung

Der Begriff Bulging stellt den medizinischen Ausdruck für eine Bandscheibenvorwölbung dar. Dabei gibt die Bandscheibe mit ihrem gallertartigen Bandscheibenkern, dem sogenannten Nucleus pulposus und dem festen Fasserring, dem Druck nach, der auf sie ausgeübt wird und wölbt sich zwischen den Wirbeln hervor. Dort kann das vorgewölbte Gewebe auf Nerven drücken. Schmerzen sind die Folge. Die menschliche Wirbelsäule besteht aus 33 knöchernen Wirbelkörpern, 23 Bandscheiben sowie zahlreichen Sehnen und Bändern. Besonders unsere Bandscheiben stehen täglich unter starken Belastungen, denn bereits das eigene Körpergewicht übt Druck auf die sensiblen Puffer zwischen den Wirbelkörpern aus und sorgt dafür, dass sie im Laufe des Tages Flüssigkeit verlieren und dünner werden. Um dies auszugleichen und Schmerzen durch ein Bulging vorzubeugen, kommt ausreichender Bewegung besondere Bedeutung zu. Starke Bänder, Sehen und Muskeln können die Wirbelsäule stützen und entlasten. Die Bandscheiben saugen sich bei Belastung und Entlastung wie ein Schwamm mit Gewebsflüssigkeit voll und geben diese wieder ab. Wer sich regelmäßig bewegt, ermöglicht einen Ausgleich zwischen diesen beiden Vorgängen und hält die Bandscheiben so elastisch und gleichzeitig stabil. Fehlt körperliche Aktivität, verlieren die Bandscheiben im Laufe des Lebens schneller an Flexibilität als bei aktiven Menschen. Dieser Verschleißprozess erhöht das Risiko für ein Bulging.

Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Aufgrund der hohen Belastungen im Bereich der Lendenwirbelsäule, zum Beispiel beim Stehen, Gehen oder Sitzen, treten dort häufig Symptome eines Bulgings auf. Zumeist leiden Betroffene unter Schmerzen im unteren Rücken, die je nach Ausprägung des Bulgings bis in die Beine ausstrahlen können. Auch Kribbeln in den Beinen oder Taubheitsgefühle können dann auftreten. Um ein Bulging effektiv und nachhaltig zu behandeln, beginnt der Arzt zunächst mit einem ausführlichen Gespräch, der Anamnese, und der klinischen Untersuchung. Dabei klärt er den individuellen Krankheitsverlauf, bestimmt die Stärke der Schmerzen und lokalisiert sie. Zur Identifizierung der exakten Schmerzursache kommen bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztherapie oder Computertomografie zum Einsatz. Je nach Ausprägung der Erkrankung stehen dann verschiedene Behandlungsmaßnahmen zur Verfügung. Leiden Patienten lediglich unter leichten Symptomen, helfen oftmals bereits konservative Verfahren wie zum Beispiel Physiotherapie, Rückenübungen oder Spritzenbehandlungen. Auch Wärmeanwendungen, Massagen, Salben oder die sogenannte Stufenbettlagerung verhelfen in vielen Fällen zu Linderung. Sorgen diese Maßnahmen nicht für die erhoffte Besserung, stehen heutzutage minimalinvasive Verfahren wie zum Beispiel Wirbelsäulenkatheter oder Mikrolaser zur Verfügung.

Wie können Sie einem Bulging vorbeugen?

Bei der Kathetertherapie führen Spezialisten unter Bildwandlerkontrolle und Kontrastmittelgabe über eine dünne Nadel einen elastischen und steuerbaren Katheter direkt an die schmerzende Stelle an der Wirbelsäule heran. Über dieses spezielle Instrument injiziert der Experte ein Medikamentengemisch aus schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln an das betroffene Areal. Dadurch lässt sich eine schonende Schrumpfung des vorgewölbten Gewebes erreichen und eventuelle Entzündungen bilden sich rasch zurück. Je nach Schmerzursache kann auch eine Behandlung mit dem Mikrolaser angeraten sein. Dabei gelangt eine 0,2 Millimeter dünne Faser an die Schmerz übertragende Nervenfaser. Diese leitet einen Laserstrahl in den Körper und sorgt damit für eine vierfache Wirkung: Störendes Gewebe schrumpft, kleine Risse in der Bandscheibe werden verschlossen und die Schmerzweiterleitung ans Gehirn wird ausgeschaltet. Um einem Bulging vorzubeugen, empfehlen Experten regelmäßige Bewegung. Auch wenn Patienten bereits unter Beschwerden leiden, sollten sie versuchen, weiterhin aktiv zu bleiben. Dazu eignen sich Krankengymnastik und besonders sanfte und gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Wassergymnastik. Yoga oder Pilates stärken zum Beispiel die gesamte Rumpfmuskulatur und geben der Wirbelsäule so wichtigen Halt bei täglichen Belastungen.