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Chronisch

Chronische Schmerzen im Rücken – ein Überblick

Chronische Rückenschmerzen zählen zu den größten Volkskrankheiten in Deutschland. Während die meisten Beschwerden bei einem Großteil der Betroffenen innerhalb von sechs bis acht Wochen zurückgehen, entwickeln sich bei acht bis zehn Prozent chronische Schmerzen, die länger als drei Monate andauern. Schmerz ist in der Regel ein Hilferuf des Körpers, der uns anzeigt, dass etwas nicht stimmt und alltägliche Belastungssituationen überhandgenommen haben. In vielen Fällen entwickelt sich ein sogenanntes „Schmerzgedächtnis“. Vereinfacht dargestellt, haben sich Nervenzellen dabei einen Schmerzreiz gemerkt und lösen ihn immer wieder aus, ohne dass ein Grund dafür besteht. Eigentliche Ursachen für chronische Schmerzen können dabei verschiedenste Erkrankungen sein wie Skoliose, Osteoporose, Arthrose oder angeborene Fehlstellungen. Trotz vieler Therapiemöglichkeiten gilt es vor allem, die Entstehung chronischer Schmerzen zu vermeiden und nicht nur körperliche Ursachen zu behandeln, sondern auch psychische Aspekte zu berücksichtigen. Denn Experten gehen davon aus, dass es eine große Rolle spielt, wie Patienten auf ihre Dauerschmerzen reagieren und mit ihnen im Alltag umgehen. Das eigene Verhalten mit Stress ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung von chronischen Rückenschmerzen. Dabei helfen immer auch interdisziplinäre Behandlungsansätze, um Betroffene fachübergreifend zu versorgen.

 

Ursachen für chronische Rückenschmerzen

Als häufigste Ursachen für chronische Rückenschmerzen gelten – neben den bereits aufgeführten Erkrankungen – vor allem dauerhafter Bewegungsmangel und anhaltende Fehlbelastungen. Da viele Menschen heutzutage überwiegend sitzende Tätigkeiten ausüben, bilden sich Muskeln zurück und es kommt zu Schäden an den Bandscheiben, Wirbeln und Gelenken. Doch neben körperlichen Ursachen stellen ebenso psychische Belastungen wie privater oder beruflicher Stress Auslöser von anhaltenden Rückenschmerzen dar. Stress versetzt den Körper in eine Art Alarmzustand, sodass sich der Muskeltonus erhöht und das Risiko für schmerzhafte Verspannungen steigt. Entwickeln sich dadurch chronische Beschwerden, besteht die eigentliche Schmerzursache oftmals jedoch gar nicht mehr. Patienten haben dann trotz einer bereits erfolgreichen Behandlung immer noch Probleme. Denn je länger Schmerzen bestehen, umso sensibler reagieren Nerven auf Reize. Ursache dafür ist das sogenannte Schmerzgedächtnis: Starke und anhaltende Beschwerden führen zu einer Erinnerungsspur, die das Gehirn abspeichert. Der Schmerz verliert dann seine Funktion als Warnsignal und stellt sozusagen selbst die Erkrankung dar. In der Folge lösen ihn bereits schwache Reize wie zum Beispiel Berührungen oder Wärme aus. Es treten auch spontane Schmerzen auf, ohne dass ein äußerer Anlass vorliegt. Bestehen sie auch nach dem Wegfall der akuten Ursache oder länger als drei Monate, spricht der Experte dann von chronischen Schmerzen. Damit das Gehirn den Schmerz wieder vergessen kann, helfen individuelle Therapiekonzepte, passend zum persönlichen Krankheitsprofil.

 

Diagnose durch interdisziplinäre Untersuchungen

Ursachen sind vielschichtig und müssen auf Basis der Untersuchungsergebnisse häufig aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt werden. Besonders wichtig: Untersuchungen und Diagnosestellung sollten interdisziplinär erfolgen, also verschiedene Fachbereiche miteinbezogen werden. So befassen sich neben Orthopäden auch Anästhesisten, Neurologen, Radiologen sowie Psychotherapeuten mit den Befunden eines Patienten, werten diese gemeinsam aus und bestimmen die optimale Therapie. Dabei berücksichtigen Mediziner auch das persönliche Umfeld der Patienten. Insbesondere bei chronischen Schmerzen bietet ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch in Verbindung mit einem standardisierten Schmerzfragebogen eine gute Hilfestellung für die anschließende Therapie. Jeder Patient empfindet Schmerzen anders, im Gespräch lassen sich Einflüsse wie Stress, psychische Faktoren oder schwere körperliche Tätigkeiten ermitteln. In einigen Fällen unterstützt auch ein Schmerztagebuch die Diagnose, in dem Patienten über einen längeren Zeitraum von Wochen und Monaten festhalten, wann und wie stark ihre Beschwerden genau auftreten. Daraus lassen sich dann individuelle Behandlungsschritte festlegen.

 

Chronische Rückenleiden und deren Therapiemöglichkeiten

Hier können zunächst konservative Methoden zum Einsatz kommen, wie Massagen, Physiotherapie oder eine medikamentöse Behandlung. Hilfreich sind aber auch Techniken zur Entspannung wie beispielsweise progressive Muskelentspannung, Qi Gong oder autogenes Training zur Stressbewältigung. Nach einer exakten Diagnose der chronischen Rückenschmerzen eines Spezialisten können je nach Art und Ursache der Beschwerden auch moderne minimalinvasive Wirbelsäuleneingriffe wie beispielsweise die Wirbelsäulenkathetertechnik, Mikrolaser oder Hitzesonde von Schmerzen befreien. Daneben benötigen viele Patienten Unterstützung zur aktiven, psychologischen Krankheitsbewältigung. Hier werden häufig parallel zu den medizinischen auch verhaltenstherapeutische Maßnahmen aufgegriffen.