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Facettengelenkbehandlung

Facettengelenkbehandlung

Bei den Facettengelenken handelt es sich um eine Verbindung der Fortsätze der Wirbelbögen von jeweils zwei benachbarten Wirbeln. Sie bestehen aus einer Gelenkkapsel, haben eine dicke Knorpelschicht und sind auch mit Nerven durchzogen. Die kleinen Gelenke sind weitestgehend unbekannt, dabei spielen sie eine wichtige Rolle für den Rücken, denn sie tragen auch einen großen Teil des Gewichts. Verschleißbedingte und degenerative Erkrankungen des Gelenkknorpels setzen den Facettengelenken stark zu und führen zu massiven Rückenschmerzen, die vorrangig beim Strecken und Beugen entstehen. Zudem können Schmerzen in Arme und Beine ausstrahlen. Sind die Facettengelenke dauerhaft beschädigt, kommt es zu chronischen Schmerzen. Es können die Halswirbelsäule, die Brustwirbelsäule und die Lendenwirbelsäule betroffen sein. In jedem Fall ist bei diesem sogenannten Facettensyndrom eine Facettengelenkbehandlung notwendig, damit Patienten wieder beschwerdefrei ihren Alltag bewältigen können.

Diagnose einer Facettengelenkbehandlung

Zur Feststellung der genauen Ursache und der darauf abgestimmten Facettengelenkbehandlung stehen dem Orthopäden verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Mithilfe bildgebender Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computertomographie (kurz CT) und Magnetresonanztherapie (MRT) erhält der behandelnde Arzt eine gute Übersicht über die Wirbelsäule und kann so erkennen, wo sich das Problem genau befindet. Aber auch eine ausführliche Anamnese und Befragung durch den Arzt gibt Aufschluss über Art und Umfang der Erkrankung. Sind die Facettengelenke aufgrund eines Verschleißes betroffen, hilft häufig eine detaillierte Beschreibung der Schmerzen durch den Patienten und eine manuelle Überprüfung der Wirbelsäule. Durch den Tastbefund stellt der Orthopäde fest, an welcher Stelle der Patient besonders empfindlich ist. Er kann unterstützend, beispielsweise auch mit der Injektion einer lokalen Betäubung an der betroffene Stelle, feststellen, ob das Facettengelenk für die Schmerzen verantwortlich ist und eine entsprechende Facettengelenkbehandlung einleiten.

Die Behandlungsmöglichkeiten

Bei einem Facettengelenksyndrom besteht die Facettengelenkbehandlung zunächst aus sogenannten konservativen Methoden. Das heißt, der Experte rät Betroffenen zunächst zu einer Kombination aus Schonphasen und physiotherapeutischen Anwendungen. Dazu zählen beispielsweise Massagen, Krankengymnastik und Rückenschule. Diese Maßnahmen helfen insgesamt, Muskeln aufzubauen und Verspannungen zu lösen, damit die Muskulatur ihre Aufgabe als wichtigste Stütze für die Wirbelsäule erfüllen kann und die Wirbelsäule so auch entlastet. Zur Facettengelenkbehandlung zählt auch die Rückenschule, hier lassen sich mit speziellen Übungen die für die Rückengesundheit bedeutenden Muskelgruppen trainieren. Dazu zählen auch die Muskeln des Nackens, der Schultern und die Bauchmuskulatur. Hier kann ein gezieltes Sportprogramm für eine Linderung von Beschwerden sorgen. Sportarten wie Schwimmen, Tanzen oder Radfahren unterstützen das Training der Muskulatur und stärken die Wirbelsäule. Daneben sorgt auch die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten wie Ibuprofen und Diclofenac oder das Auftragen eines Schmerzpflasters für eine Schmerzlinderung. Auch Spritzen mit einem lokalen Betäubungsmittel direkt an die betroffenen Gelenke kommen in der Facettengelenkbehandlung zum Einsatz. Des Weiteren können auch Akupunktur, Wärmeanwendungen, Elektro-, Infrarot- oder Chirotherapie für eine Besserung der Symptomatik sorgen.

Minimal-invasive Eingriffe bei einer Facettengelenkbehandlung

Sollten die konservativen und medikamentösen Facettengelenkbehandlungen jedoch keine Besserung bewirken und der Verschleiß zu weit fortgeschritten sein, kommen minimal-invasive Eingriffe zum Einsatz. Bei der Hitzesondenbehandlung sucht der Arzt unter Röntgenkontrolle mit einer Kanüle gezielt die Schmerzfasern an den Wirbelsäulengelenken auf. Hier führt er die Hitzesonde in einem bestimmten Winkel ein und spritzt ein örtliches Betäubungsmittel in die zu behandelnde Stelle. Im nächsten Schritt wird die Sondenspitze erhitzt: Sie verödet die hier verlaufenden Schmerzfasern und unterbricht so deren Leitfähigkeit. Da jedes Wirbelgelenk von mehreren Schmerzfasern durchzogen wird, müssen auch mehrere Stellen behandelt werden. Die eigentliche Hitzesondenbehandlung dauerte zwischen 30 und 45 Minuten und wird in einer leichten Dämmerschlafnarkose durchgeführt.