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HWS-Syndrom

HWS-Syndrom – Beschwerden im Nackenbereich

Nicht jede knöcherne oder knorpelige Struktur unserer Wirbelsäule ist gleich anfällig für Erkrankungen. Die ersten sieben Wirbel unseres Körpers bilden die Halswirbelsäule, sie gilt als besonders beweglich und dadurch auch als besonders empfindlich. Durch die hohe mechanische Belastung kommt es hier oft schneller als in anderen Bereichen zu Abnutzungserscheinungen, in deren Folge Bandscheibenvorfälle oder eine Arthrose möglich sind. Treten dann Schmerzen im Nacken auf, die sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können, bezeichnen Mediziner diese Beschwerden als HWS-Syndrom. Zu den Symptomen gehören etwa Spannungsgefühle im Nacken, Schmerzen an Hals und Nacken, die bis in die Arme ausstrahlen, leichte oder auch heftige Kopfschmerzen. Bei einem akuten HWS-Syndrom liegt eine unfallbedingte Verletzung vor, beispielsweise ein Halswirbel-Schleudertrauma. Aber auch ungewohnt hohe körperliche Belastungen, eine ungünstige Haltung oder stundenlanges Sitzen in statischer Haltung können ein HWS-Syndrom verursachen. Etwa 60 Prozent der Bevölkerung leidet laut Robert-Koch-Institut mindestens einmal im Jahr an akuten Schmerzen im Nacken – dem HWS-Syndrom.

Diagnose und erste Maßnahmen

Als besonders gefährdet gelten Menschen, die viel am Schreibtisch arbeiten, lange Auto fahren oder sich ganz allgemein wenig bewegen. Dies schwächt die Muskulatur, begünstigt Muskelverspannungen oder -verkürzungen und somit die Entstehung eines HWS-Syndroms. Die Diagnose HWS-Syndrom beschreibt daher fast immer einen Symptom-Komplex hin. Als Ursache kommen neben muskulären weitere unterschiedliche Krankheitsbilder infrage wie degenerierte Facettengelenke, Bandscheibenvorfälle oder -vorwölbungen, Wirbelgelenksblockaden, eine Verengung des Wirbelkanals durch Weichteilgewebe oder knöcherne Anbauten an den Wirbelkörpern. Um die Ursachen sicher festzustellen, steht vor der eigentlichen Therapie eine umfangreiche Diagnose. Nach einer ausführlichen Anamnese und körperlicher Untersuchung folgt häufig eine Röntgen- und/oder MRT-Untersuchung, damit sich der Arzt ein genaues Bild des betroffenen Areals machen kann. Auch die verspannte oder verhärtete Muskulatur wird genauestens untersucht. Weist die Untersuchung von Gefühl, Kraft, Beweglichkeit und Reflexen in den Armen auf Veränderungen hin, schafft die neurologische Untersuchung Klarheit. Bei leichten Beschwerden können konservative Therapien wie beispielsweise Krankengymnastik, manuelle Therapie oder auch Wärmeanwendungen und Akupunktur Linderung verschaffen. Des Weiteren kann eine gezielte Stärkung der Muskulatur im Wirbelsäulenabschnitt ein HWS-Syndrom lindern und ihm vorbeugen. Daneben sorgen moderat ausgeübte Sportarten wie regelmäßiges Rückenschwimmen, Pilates oder Walking für eine Kräftigung der betroffenen Muskulatur. Bei starken und anhaltenden Beschwerden, die sich mit konservativen Therapien nicht bessern lassen, kommen dann minimalinvasive Therapien zum Einsatz.

Behandlung des HWS-Syndroms

Liegen dem trotz konservativer Behandlung weiter bestehenden HWS-Syndrom degenerierte Wirbelgelenke, ein Bandscheibenvorfall oder eine -vorwölbung zugrunde, eignen sich minimalinvasive Therapien wie Mikrolaser- oder Hitzesondenbehandlung zur Therapie. Bei der Mikrolasertherapie wird über eine Kanüle und eine nur 0,2 Millimeter dünne Mikronadel Laserenergie gezielt in das Bandscheibengewebe eingebracht. Die Laserenergie lässt das Gewebe schrumpfen, verschweißt kleine Einrisse, unterbricht Schmerzfasern und stoppt so die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn. Haben Schmerzen ihre Ursachen an den Wirbelgelenken, kann eine Behandlung mit der Hitzesonde Linderung bringen. Mit einer über eine Kanüle eingeführten, sehr dünnen erhitzten Sonde verödet er schmerzende Nervenfasern und schaltet so deren Leitfähigkeit aus.