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Kyphose

Kyphose: Krümmung im Brustwirbelbereich

Die Wirbelsäule des Menschen besteht aus 24 Wirbelkörpern. Diese sind durch Bandscheiden voneinander getrennt, um ein schmerzhaftes Aufeinanderreiben zu verhindern. Außerdem bildet die Wirbelsäule im seitlichen Profil eine doppelte S-Form. Deshalb ist der Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule nach vorne (Lordose) und der Brustwirbelsäulenbereich nach hinten gekrümmt (Kyphose). Ist die Kyphose zu stark ausgeprägt, gilt sie als krankhaft und Experten sprechen von einer Hyperkyphose oder einer pathologischen Kyphose, auch als „Buckel“ bekannt. Sie entsteht, weil die einzelnen Wirbelkörper bei falscher Belastung und schwacher Rückenmuskulatur ungleichmäßig wachsen. Das bedeutet, dass der hintere Teil der Wirbelkörper schneller wächst als der Teil, der nach vorne in Richtung Brust zeigt. Dadurch kommt es zu einer starken Krümmung im Brustwirbelbereich.

Die Ursachen und Symptome einer Kyphose sind vielfältig

Pathologische Kyphosen sind die häufigsten Fehlstellungen der Wirbelsäule. Haltungsschäden zählen zu den am weitesten verbreiteten Ursachen der pathologischen Kyphose, die gehäuft bei Personen auftreten, die lange sitzen müssen. Es tritt dabei eine posturale Kyphose auf, ein Haltungsfehler bei Jugendlichen. Im Alter wird die Kyphose als „Witwenbuckel“ bezeichnet und ist die Folge von Wirbelfrakturen oder dem Verlust der Muskel-Skelett-Integrität. Unter einer Muskel-Skelett-Erkrankung verstehen Mediziner eine Erkrankung des Stütz- und Bewegungssystems. Davon können sowohl Bänder, Knorpel, Blutgefäße und Sehnen als auch Knochen betroffen sein. Eine weitere Ursache ist die Krankheit Morbus Scheuermann, dabei handelt es sich um eine Fehlentwicklung der Wirbelsäule während der Wachstumsphase in der Pubertät. Des Weiteren gibt es sowohl angeborene als auch ernährungsbedingte Formen: Bei der erstgenannten Form sind die Wirbelkörper missgebildet oder zusammengewachsen, die zweite entsteht durch einen Vitamin-D-Mangel. Zudem können Kyphosen eine Folge von Tuberkulose sein. Die pathologische Kyphose verursacht bei den Betroffenen im Brustwirbelsäulenbereich Schmerzen. Bei einer starken Ausprägung kann das Rückenmark im Wirbelkanal abknicken und die Nervenfunktion beeinträchtigen – ein Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Armen und Beinen sind die Folge. Zusätzlich kann es bei einer pathologischen Kyphose sowohl zu Blasen- und Enddarmfunktionsstörungen als auch zu Atemproblemen und Herz-Kreislaufstörungen kommen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Behandlungsmethoden richten sich nach den Ursachen der Krankheit. Häufig reichen physiotherapeutische Übungen aus, bei denen sowohl die Rücken- als auch die Bauchmuskulatur trainiert und die Wirbelsäule regelmäßig gestreckt wird, um eine Verschlechterung zu verhindern. Denn nur bei einer kräftigen Muskulatur ist eine konstante Aufrichtung der Wirbelsäule möglich. Bei extremeren Fällen ist eine Operation notwendig, in der die Wirbel voneinander abgehoben und wieder in den richtigen Winkel gebracht werden. Danach wird der betroffene Wirbelteil versteift. Diese Kyphose-Behandlung bietet sich jedoch nur bei Erwachsenen an, da Jugendliche sich noch in der Wachstumsphase befinden und sich ihre Wirbelsäule an einer benachbarten Stelle wieder verkrümmen würde. Deshalb wird die Kyphose bei Jugendlichen mithilfe eines Korsetts behandelt. Dieses müsste allerdings drei Viertel des Tages getragen werden, um Erfolge zu erzielen. In vielen Fällen ist die Mitarbeit der Jugendlichen bei dieser Behandlung jedoch eingeschränkt.

So beugen Sie einer Kyphose vor

Eine richtige Körperhaltung und eine starke Rückenmuskulatur können einer Kyphose vorbeugen. Hohlkreuze und Rundrücken sollten vermieden werden und sportliche Bewegungen wie beispielsweise Joggen kräftigen die Wirbelsäule. Entspannen Sie die Rücken- und Nackenmuskulatur bei sitzenden Tätigkeiten durch regelmäßiges Aufstehen und Strecken. In Büros sind ergonomische Büromöbel für ein dynamisches, rückenschonendes Sitzen von Vorteil. Experten raten zudem, dass übergewichtige Menschen ihr Körpergewicht reduzieren sollten, da jedes Pfund zu viel die Wirbelsäule zusätzlich belastet.