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Laminektomie

Laminektomie – die Behandlung von störenden Strukturen im Wirbelkanal

Der Begriff Laminektomie setzt sich zusammen aus den lateinischen Wörtern Lamina arcus vertebrae, was auf Deutsch Wirbelbogen bedeutet, und Ektomie, welches sich als Entfernung übersetzen lässt. Bei einer Laminektomie entfernen Mediziner folglich einen oder sogar mehrere Wirbelbögen, welche sich zumeist im Bereich der Lendenwirbelsäule befinden. Das Verfahren kommt häufig bei einer Spinalkanalstenose, also einer Verengung des Wirbelkanals, zum Einsatz, wenn konservative Methoden wie Medikamentengabe, Physiotherapie oder Massagen nicht mehr den gewünschten Erfolg bringen. Während der Behandlung werden im Wirbelkanal verlaufende Nerven entlastet, sodass Schmerzen verschwinden. Heutzutage lässt sich eine Laminektomie oftmals wirksam durch minimalinvasive Eingriffe wie die mikrochirurgische Dekompression ersetzen. Durch die schonende Vorgehensweise bei derartigen Verfahren bleibt die Stabilität der Wirbelsäule erhalten, das Risiko für Komplikationen sinkt und Patienten kehren schneller in ihren Alltag zurück.

Der Ablauf einer Laminektomie

Mithilfe einer Röntgenuntersuchung lokalisiert der behandelnde Arzt vor einer Laminektomie zunächst die Position der Verengung im Wirbelkanal. Er zeichnet sie auf der Haut an und eröffnet dann den Rücken. Um die Wirbelsäule freizulegen, löst er die Muskulatur des Rückgrats von den Wirbelbögen und entfernt mit speziellen Instrumenten wie Stanzen, Knochenfräsen oder -meißeln die störenden Strukturen aus dem Bereich des Wirbelkanals. Je nach Ausprägung der Spinalkanalstenose werden oftmals auch Teile eines Wirbelbogens oder ganze Wirbelbögen entfernt, um Nerven vollständig zu entlasten. Liegt außerdem ein Bandscheibenvorfall vor, lässt sich dieser im Rahmen einer Laminektomie ebenfalls ausräumen. Damit Wundflüssigkeit nach dem Eingriff ungehindert abfließen kann, empfiehlt sich eine Drainage – diese kann zumeist bereits am Tag nach der Operation wieder entfernt werden.

Mögliche Komplikationen des Verfahrens

Da es sich bei einer Laminektomie um eine offene Operation am Rückgrat handelt, besteht das Risiko von Nervenschädigungen. Kommt es zu einer Verletzung, können Gefühlsstörungen oder Bewegungseinschränkungen in den Beinen oder Beeinträchtigungen der Funktion von Blase und Darm auftreten. Derartige Komplikationen entstehen jedoch lediglich in unter einem Prozent der Fälle. Auch Infektionen oder Wundheilungsstörungen zählen zu den möglichen Gefahren nach einer Laminektomie. Bei mikrochirurgischen Behandlungen sinkt das Risiko für diese Komplikationen auf ein Minimum, da die Wirbelsäule während der Eingriffe nicht freigelegt wird, sondern Ärzte lediglich über kleine Hautschnitte arbeiten. Aufgrund von Narbenbildung im Bereich des Operationsfeldes kann es nach einer Laminektomie in einigen Fällen zu einer erneuten Verengung des Wirbelkanals kommen, dem sogenannten Postlaminektomie-Syndrom. Leiden Patienten unter einer ausgeprägten Spinalkanalstenose kann es notwendig sein, mehrere Wirbelkörper zu entfernen. Folglich besteht die Gefahr einer Instabilität der Wirbelsäule, da Muskeln und Bändern der Halt fehlt. Zur Wiederherstellung kommt dann zumeist eine Stabilisierung zum Einsatz, die entweder mit beweglichen oder unbeweglichen Implantaten erfolgen kann. Auch eine Versteifung, die sogenannte Spondylodese, kann der Wirbelsäule wieder den nötigen Halt geben.

Regeneration einer Laminektomie

Der Großteil der Laminektomie-Patienten ist schon am ersten Tag nach der Operation in der Lage, selbstständig aufzustehen. Diese Bewegung sollte jedoch immer unter ärztlicher beziehungsweise physiotherapeutischer Aufsicht erfolgen, damit die Wirbelsäule möglichst nicht verdreht wird. Um dem Rückgrat in den ersten Tagen nach dem Eingriff ausreichend Stabilität zu verleihen, tragen Patienten ein spezielles elastisches Stützmieder. Damit die Muskulatur sich langfristig wieder aufbaut, spielt Bewegung im Rahmen von Krankengymnastik und Physiotherapie während der Erholungsphase eine wichtige Rolle. Rund sechs Wochen nach der Operation verfügen Patienten in der Regel wieder über ihre vorherige körperliche Leistungsfähigkeit.