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Lordose

Lordose: Das krankhafte Hohlkreuz

Um flexibel auf verschiedene Belastungen zu reagieren und diese sanft abzufedern, ist unsere Wirbelsäule nicht vollkommen gerade, sondern weist eine sogenannte Doppel-S-Form auf. Dabei besteht in den Bereichen der Hals- und Lendenwirbelsäule eine Vorwärtskrümmung, medizinisch auch Lordose genannt. Im Gegensatz dazu liegt an der Brustwirbelsäule und im Bereich des Kreuzbeins eine Wölbung nach hinten vor, auch als Kyphose bezeichnet. Tritt diese Krümmung zum Beispiel an der Lendenwirbelsäule sehr stark auf, leiden Patienten unter einer krankhaften Lordose, auch Hyperlordose oder im Volksmund Hohlkreuz genannt.

Ursachen einer Lordose sind vielfältig, ebenso wie die Symptome

Als Ursache für ein übermäßiges Hohlkreuz kommen verschiedene Faktoren infrage. Zumeist handelt es sich lediglich um einen Haltungsfehler, der sich durch gezieltes Training wirksam korrigieren lässt. Doch auch eine schwach ausgebildete Bauch- und Rückenmuskulatur, Übergewicht, Hüftfehlstellungen oder langfristige Fehlbelastungen wie dauerhaftes Sitzen oder Stehen können Auslöser für eine krankhafte Lordose sein. Daneben begünstigen auch Erkrankungen wie Morbus Pomarino, auch bekannt als Zehenspitzengang, oder Wirbelgleiten, der krankhaften Verschiebung einzelner Wirbel gegeneinander, ein Hohlkreuz. Zu Beginn der Erkrankung spüren Betroffene zumeist vereinzelt Verspannungen oder leichte Schmerzen im unteren Rücken. Hält die Fehlhaltung jedoch länger an, verkürzen sich Bänder und Sehen aufgrund der gebückten Haltung zunehmend, sodass Patienten immer mehr an Bewegungsfreiheit verlieren. Durch die übermäßige Wirbelsäulenkrümmung steigt außerdem der Druck auf die Bandscheiben, sodass ein erhöhtes Risiko für Bandscheibenvorfälle oder -vorwölbungen oder Wirbelkanalverengung, fachsprachlich auch als Spinalkanalstenose bezeichnet, entsteht.

Exakte Diagnostik im Fokus: Haltungstest nach Matthiass

Um eine exakte Diagnose der krankhaften Lordose zu gewährleisten, steht Medizinern der sogenannte Haltungstest nach Matthiass zur Verfügung. Dabei stellen sich Betroffene aufrecht hin, schließen die Augen und strecken beide Arme gleichzeitig 30 Sekunden lang waagerecht nach vorne. Leiden Patienten unter einer Hyperlordose aufgrund von unzureichend trainierter Muskulatur, kippt bei dieser Übung entweder der Oberkörper nach hinten oder Schultergürtel und Becken bewegen sich nach vorne. Durch gezieltes Training lässt sich diese Erkrankungsursache jedoch wirksam beheben, sodass eine Korrektur des Hohlkreuzes erfolgt.

Umfassende Beratung und individuelle Behandlung bei einer Lordose

Die Therapie eines Hohlkreuzes richtet sich nach der individuellen Ursache sowie Ausprägung der Erkrankung. Aus diesem Grund empfiehlt sich für Betroffene immer die Rücksprache mit einem Orthopäden, um entsprechend abgestimmte Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. Denn je früher eine gezielte Therapie erfolgt, umso besser stehen die Chancen, Patienten langfristig von Schmerzen zu befreien oder sogar gänzlich davor zu bewahren. Bei einem leichten Hohlkreuz sorgen häufig bereits gezielte Verbesserungen der Körperhaltung, zum Beispiel durch sogenanntes dynamisches Sitzen, für eine Linderung der Beschwerden. Dabei wirkt sich der regelmäßige Wechsel zwischen einer nach vorne gerichteten, aufrechten und zurückgelehnten Sitzhaltung positiv auf Muskulatur und Bandscheiben aus und beugt Verspannungen vor. Um eine effektive Wirkung zu erzielen, sollte der Rücken jedoch immer gerade gehalten werden. Ausgeprägte Formen einer Hyperlordose lassen sich gezielt mit Übungen zur Stabilisierung der Rückenmuskulatur behandeln. Dazu eignen sich nicht nur speziell auf die Behandlung von Rückenschmerzen ausgelegte Krankengymnastik sondern auch sanfte Sportarten wie Schwimmen, Nordic Walking, Yoga oder Pilates, bei denen der gesamte Rumpf gestärkt wird und damit eine wirksame Stütze für die Wirbelsäule bildet.