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Lumbago

Lumbago: Der plötzliche Schmerz im Lendenwirbelbereich

Eine Lumbago wird im Volksmund auch Hexenschuss genannt und bezeichnet einen plötzlich auftretenden, stechenden Schmerz im Bereich der Lendenwirbel, der auch in die Oberschenkel oder ins Gesäß ausstrahlen kann. Lumbago bedeutet im Lateinischen soviel wie Lendenlähmung, andere medizinische Begriffe sind beispielsweise lokales Lumbalsyndrom oder auch Ischiassyndrom. Lumbago-Betroffene leiden unter akuten und manchmal auch chronischen Schmerzen, die jede Bewegung zur Qual werden lassen. Oft nehmen die Hexenschuss-Patienten deshalb eine Schonhaltung ein, bei der sie geringere Schmerzen verspüren. Dies führt jedoch dazu, dass sich die Muskelkrämpfe noch weiter ausbreiten und es somit zu einer deutlich eingeschränkten Beweglichkeit kommt.

Wie entsteht eine Lumbago? Ursachen und Auslöser

Oft sind falsche oder ruckartige Bewegungen die Ursache, aber auch das Heben von schweren Gegenständen, ein Unfall/Sturz oder kalte Zugluft können eine Lumbago auslösen. Auch ist es möglich, dass ein Bandscheibenvorfall mit der Lumbago zusammenhängt. Ursache eines Hexenschusses sind oft funktionelle wie auch degenerative Veränderungen und Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule: Gelenkblockierungen mit lokalen Entzündungen der Gelenke oder Bandscheibenvorwölbungen mit einer starken lokalen Reizung können eine Lumbago nach sich ziehen. Durch eine schwach ausgebildete oder schlecht trainierte Rückenmuskulatur wird das lokale Schmerzsyndrom begünstigt – ausreichende Bewegung ist also ein wichtiger Faktor, um vorbeugend zu handeln.

Anleitung zur Selbsthilfe: Was können Sie beim Hexenschuss tun?

Bei akuten Schmerzen ist es ratsam, zunächst die Wirbelsäule und die Bandscheiben zu entlasten und sich zu entspannen (am besten in der sogenannten Stufenlagerung). Legen Sie sich flach auf den Rücken und winkeln Sie die Beine in einem Winkel von 90 Grad an, mit einem Kissen unter den Knien oder mit den Unterschenkeln auf einem Stuhl, dem Bett, Sofa oder Ähnlichem. Zudem sollten Sie sich stets warm genug anziehen, damit Zugluft dem Rücken nichts anhaben kann. In der Apotheke bekommen Sie entzündungshemmende und schmerzstillende Salben oder auch leichte rezeptfreie Schmerzmittel (zum Beispiel Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol), welche die Heilung einer Lumbago begünstigen, da sie nicht nur die Beschwerden lindern, sondern bei rechtzeitiger Einnahme die Verspannung der Muskulatur minimiert werden kann. Wärmezufuhr fördert zudem die Entspannung. Entlastende krankengymnastische Übungen unter Anleitung können ebenfalls hilfreich sein. Insgesamt sollte man bei einem empfindlichen Rücken und der Neigung zu Schmerzen in Bereich der Lendenwirbel und Kreuzschmerzen entsprechend vorbeugen, beispielsweise Übergewicht reduzieren, beim Bücken und Heben in die Knie gehen und sich vor allem regelmäßig bewegen und Sport treiben, insbesondere bei einer sitzenden beruflichen Tätigkeit. Im Büro ist es sinnvoll, auf ergonomische Möbel zu achten, möglichst dynamisch zu sitzen und generell für viel Abwechslung bei der Körperhaltung zu sorgen – Telefonate können Sie auch mal im Stehen führen, sogar Meetings lassen sich im Stehen abhalten, um den Rücken zu entlasten und Verspannungen als auch Schmerzen vorzubeugen.

Mit einer Lumbago sofort zum Arzt?

Generell kann die erste Selbsthilfe bei Kreuzschmerzen durchaus innerhalb von wenigen Tagen zum erhofften Ergebnis führen, wenn jedoch die Schmerzen anhalten, ist der Besuch eines Facharztes empfehlenswert. Hier wird zunächst versucht, die Ursache festzustellen und zu beheben. Mit einer wirksamen Schmerztherapie kann vermieden werden, dass eine Schonhaltung das Rückenproblem noch vergrößert. Die nicht-invasive Schmerztherapie bietet bei akuten als auch chronischen Schmerzen eine große Bandbreite an Möglichkeiten, hier reichen die Verfahren von Akupunktur, Osteopathie und Chirotherapie bis hin zu medikamentösen Behandlungen. Wenn Schmerzen in Bereich der Lendenwirbel akut oder chronisch in Schüben auftreten, dann wird von einem Lumbalsyndrom gesprochen. Insbesondere beim Auftreten von Lähmungen, einem Taubheitsgefühl oder besonders starken Schmerzen ist es anzuraten, möglich rasch eine Arzt aufzusuchen – eventuell könnte eine Nervenwurzelreizung, zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall, der Auslöser sein (Ischiassyndrom).