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Morbus Bechterew

Was ist Morbus Bechterew?

Morbus Bechterew stellt eine chronische Erkrankung der Wirbelsäule dar, die sowohl Knochen als auch Gelenke angreift und dort gleichzeitig zu einer Zerstörung von Knochengewebe und einer Neubildung von knöchernen Strukturen führt. Auch bekannt als Bechterew-Krankheit, tritt sie in den meisten Fällen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf und führt bei Betroffenen mit der Zeit zu immer stärkeren Einschränkungen im Bewegungsablauf sowie Rückenschmerzen im Lendenwirbel- und Beckenbereich. Morbus Bechterew ist nicht heilbar.

Morbus Bechterew: Symptome der chronischen Krankheit

Als chronisch-entzündlich verlaufende Krankheit hängen die konkreten Symptome bei Morbus-Bechterew-Patienten sowie ihre Ausprägung besonders davon ab, in welchem Stadium der Erkrankung sie sich befinden. Typische Beschwerden sind zunächst Rückenschmerzen im unteren Bereich der Wirbelsäule, die auch auf das sogenannte Iliosakralgelenk, also das Kreuz-Darmbein-Gelenk am Übergang zwischen Wirbelsäule und Becken, ausstrahlen können. Bei einigen Patienten ziehen diese Beschwerden sogar bis in das Gesäß und die Oberschenkel. Morbus Bechterew, fachsprachlich auch Spondylitis ankylosans genannt, äußert sich weiterhin darin, dass der Körper von Betroffenen sich morgens nach dem Aufstehen steif und unbeweglich anfühlt. Auch nachts klagen einige Patienten über Schmerzen. In relativ frühen Krankheitsstadien zeigen sich zumeist hin und wieder auftretende Beschwerden an Hüfte, Knien, Schulter oder Ferse, Müdigkeit, Verlust von Körpergewicht sowie Schmerzen beim Husten oder Niesen. Da Morbus Bechterew in Schüben verläuft, verändert sich mit Fortschreiten der Erkrankung vor allem die Körperhaltung von Betroffenen. Die Brustwirbelsäule krümmt sich nach vorn, sodass ein Buckel entsteht.

Die Ursachen von Morbus Bechterew – eine Übersicht

Eine exakte Ursache von Morbus Bechterew lässt sich nicht bestimmen. Sicher wissen Experten jedoch, dass eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt. Denn circa 90 Prozent der Betroffenen verfügen über das spezielle Protein HLA-B27, das für die Erkennung von Krankheitserregern oder fremdem Material zuständig ist. Grundsätzlich verfügt jeder Mensch über dieses Protein, wie bei Blutgruppen gibt es davon allerdings viele unterschiedliche Ausprägungen. Morbus-Bechterew-Patienten besitzen folglich eine Form, die bestimmte Krankheitserreger weniger gut bekämpfen kann, sodass das Immunsystem stärker gefordert ist. Warum sich daraus im Anschluss eine chronisch entzündliche Erkrankung von Wirbelkörpern entwickelt, ist Medizinern bis heute nicht bekannt. Vermutet wird allerdings eine Verbindung zu der sogenannten Reaktiven Arthritis, da sich daraus in einigen Fällen Morbus Bechterew entwickelt. Diese Erkrankung befällt ebenfalls Gelenke wie Hüfte, Schulter, Ellenbogen oder Knie, eine Versteifung der Wirbelsäule kommt jedoch sehr selten vor.

Morbus Bechterew betrifft in Deutschland circa 0,5 Prozent der Bevölkerung, davon sind rund 25 Prozent Frauen. Als bedeutendster Risikofaktor gilt aktuell das Protein HLA-B27. Jedoch leiden nicht alle Personen, die über dieses Merkmal verfügen, unter Morbus Bechterew. Mediziner sind sich deshalb einig, dass es in jedem Fall noch weitere Faktoren geben muss, zum Beispiel die Infektion mit einem bestimmten Krankheitserreger.

Diagnose und Untersuchungen zur Morbus Bechterew

Um Morbus Bechterew zu diagnostizieren, gilt es zunächst, so viele Informationen wie möglich vom Patienten zu bekommen. Im Rahmen eines ausführlichen Gesprächs kommen beispielsweise Aspekte wie die Dauer der Beschwerden, mögliches Steifheitsgefühl am Morgen oder der Zeitpunkt, wann Schmerzen begonnen haben, zur Sprache. Auch weitergehende Probleme wie Störungen im Sehvermögen, Herz- oder Nierenbeschwerden können Aufschluss geben und einen Zusammenhang mit Morbus Bechterew aufzeigen. Im Anschluss folgen spezielle Untersuchungen in Form von klinischen Tests, welche die Beweglichkeit der Wirbelsäule ermitteln. Mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Röntgen und MRT können Experten beurteilen, in welchem Stadium sich Patienten befinden und in welchem Zustand die Gelenke sind.

Behandlungsmöglichkeiten für Erkrankte

Anschließend an eine exakte Diagnose erfolgt die Behandlung von Betroffenen. Diese zielt in erster Linie darauf ab, Schmerzen zu lindern und die Bewegungsfähigkeit so lange wie möglich zu erhalten. Dazu empfiehlt sich vor allem Bewegung, zum Beispiel in Form von Physiotherapie oder speziellen Rückenübungen. Damit lässt sich der Verlauf der Krankheit positiv beeinflussen und die Lebensqualität von Betroffenen über einen langen Zeitraum erhalten. Um akute Beschwerden gezielt zu mindern, hilft die Gabe von entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten.