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Morbus Scheuermann

Morbus Scheuermann: Wachstumsstörung der jugendlichen Wirbelsäule

Morbus Scheuermann ist eine Wachstumsstörung, die hauptsächlich im Jugendalter auftritt und sich in einer Verkrümmung der Wirbelsäule äußert. Dabei sind Jungen deutlich häufiger betroffen als Mädchen. Als typisches Symptom gilt die verstärkte Ausbildung eines Rundrückens im Bereich der Brustwirbelsäule. In anderen Bereichen der Wirbelsäulekommt die Krankheit eher selten vor. Frühzeitig diagnostiziert, lässt sich die Erkrankung wirksam therapieren.

Mögliche Ursachen und Auslöser eines Morbus Scheuermann

Wächst die Wirbelsäule im Kindes- und Jugendalter nicht gleichmäßig mit, können Wirbelkörper dadurch eine falsche Form annehmen. Mediziner nennen dieses Krankheitsbild Morbus Scheuermann. Dabei entwickelt sich die Vorderseite der Wirbel, welche Richtung Brust zeigt, langsamer als der hintere Bereich, sodass keilförmige Strukturen entstehen. Diese sogenannten Keilwirbel führen übereinander gelagert zu einer krankhaft nach hinten gerichteten Krümmung, einer sogenannten Hyperkyphose. Als Folge der sogenannten Scheuermann-Erkrankung können sich sowohl Fehlhaltungen als auch neurologische Ausfälle aufgrund von dauerhaftem Druck auf bestimmte Nerven entwickeln. Außerdem erleiden Patienten häufiger Bandscheibenvorfälle, da langfristige Fehlhaltungen zu erhöhter Belastung der natürlichen Puffer zwischen den Wirbeln führen. Für die Entstehung eines Morbus Scheuermann kommen mehrere Ursachen infrage. Dazu gehören beispielsweise genetische Disposition, Stoffwechselstörungen oder starke mechanische Beanspruchung durch eine über längere Zeit gebeugte Sitzhaltung. Eine große Rolle spielt weiterhin eine schwache Muskulatur im Kindes- und Jugendalter. Auch Sportarten wie Tennis, Fußball oder Golf stellen Risikofaktoren dar, da abrupte Richtungswechsel und ungewohnte Drehbewegungen zu stoßartigen Belastungen der Wirbelsäule führen können.

Scheuermann-Erkrankung: Symptome

Leichte Formen eines Morbus Scheuermann verursachen bei Betroffenen keinerlei Schmerzen. Ist die Erkrankung jedoch stärker ausgeprägt, leiden Patienten unter verschiedenen Symptomen. Dazu gehören ein ausgeprägter Rundrücken, bei dem häufig auch die Schultern nach vorne fallen, Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit des Oberkörpers sowie Schmerzen und psychische Belastungen aufgrund der Rückenverkrümmung. Im Falle einer sehr starken Wirbelsäulenkrümmung kann eine Scheuermann-Erkrankung auch zu Schwierigkeiten beim Atmen führen.

Was hilft? Behandlung eines Morbus Scheuermann

Je früher die Krankheit entdeckt wird, umso gezielter lässt sich ein Fortschreiten der Wirbelsäulenverformung verhindern. Dazu eignen sich zunächst verschiedene konservative Therapien. Durch Krankengymnastik aktivieren Experten zum Beispiel bestimmte Muskelgruppen, um einer weiteren Krümmung der Wirbelsäule entgegenzuwirken und das Rückgrat beweglich zu halten. Hat der Morbus Scheuermann bereits eine bestimmte Ausprägung erreicht, empfehlen Mediziner das regelmäßige Tragen eines Stützkorsetts. Damit lässt sich einer weiteren Ausweitung der Erkrankung wirksam gegensteuern. Daneben können die Symptome des Morbus Scheuermann mithilfe verschiedener Medikamente gelindert werden. Zum Beispiel sorgen freiverkäufliche Wirkstoffe wie Paracetamol oder Ibuprofen für ein Abklingen der Schmerzen und sogenannte Muskelrelaxanzien lösen Verspannungen. Befinden sich Betroffene nicht mehr im Wachstum und haben einen bestimmten Krümmungsgrad überschritten, kommt es in seltenen Fällen auch zu einer operativen Therapie des Morbus Scheuermann. Bei dieser Entscheidung spielen außerdem Faktoren wie chronische Schmerzen, eingeschränkte Lungenfunktion oder ästhetische Aspekte eine wichtige Rolle. Während eines operativen Eingriffs entfernen Wirbelsäulenspezialisten die beschädigten Bandscheiben und ersetzen sie durch körpereigenen Knochen. Metallplatten und Schrauben sorgen dann für eine aufrechte Position und Stabilisierung der Wirbelsäule. Um eine ausreichende Heilungsphase zu gewährleisten, tragen Patienten nach dem Eingriff oftmals einige Monate ein Korsett, das die Wirbelsäule stützt und Fehlhaltungen nachhaltig verbessert. Wesentlicher Teil der Nachbehandlung sind jedoch die Krankengymnastik sowie Maßnahmen zur Kräftigung der Rücken- und Rumpfmuskulatur.