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Myelographie

Myelographie – Röntgenuntersuchung der Lendenwirbelsäule mithilfe eines Kontrastmittels

Bei Schädigungen an der Lendenwirbelsäule, beispielsweise durch einen Bandscheibenvorfall oder andere Erkrankungen, die den Wirbelkanal einengen, reichen Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT) in einigen Fällen nicht für eine vollständige Diagnose aus. Viele Ärzte greifen deshalb auf eine spezielle Röntgenuntersuchung der Lendenwirbelsäule zurück, die sich Myelographie nennt. Hierbei spritzt der Arzt mit einer Kanüle Kontrastmittel in den Rückenmarkskanal, wodurch das Rückenmark sichtbar wird. Anschließend fertigt der Arzt Röntgenaufnahmen an. Meist wenden Ärzte eine Myelographie im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule an, teilweise aber auch bei Untersuchungen an der Halswirbelsäule zwischen dem 1. und 2. Halswirbelkörper. Zudem sind durch das Verfahren Röntgenaufnahmen in räumlichen und dynamischen Verhältnissen möglich. Herkömmliche bildgebende Verfahren liefern keine aktiven Aufnahmen, da die befindlichen Bereiche ohne Kontrastmittel nicht sichtbar werden. Aus gleichem Grund setzen Ärzte die Myelographie auch zur Planung eines Wirbelsäuleneingriffs ein, da sie millimetergenaue Aufnahmen des Wirbelkanals erstellt.

Einsatzmöglichkeiten der Myelographie

Im Laufe des Lebens tritt beim menschlichen Körper ein allgemeiner Alterungsprozess ein. Die Folge: Verschleißerscheinungen und Funktionsstörungen. Zum Beispiel verlieren Bandscheiben mit steigendem Alter an Elastizität, wodurch ein Bandscheibenvorfall, der das Rückenmark und den Rückenmarkskanal einengt, entstehen kann. Das heraustretende Gewebe drückt auf anliegende Nerven, was Betroffene als Schmerzen, Kraftlosigkeit sowie Missempfindungen in Armen und Beinen spüren und was sogar zu Lähmungserscheinungen führen kann. Auch eine Spinalkanalstenose, eine verschleißbedingte, knöcherne Verengung im Wirbelkanal, übt Druck auf das Rückenmark sowie die umliegenden Nerven aus. Betroffene merken, dass die Bewegungsfähigkeit der Beine nachlässt und langes Stehen sowie Gehen nicht mehr möglich ist. Neben einem Bandscheibenvorfall setzen Ärzte eine Myelographie ebenfalls ein, wenn Tumore auftreten, die bei Betroffenen schmerzhafte Beschwerden an der Wirbelsäule auslösen. Die Aufnahmen einer Myelographie ermöglichen eine präzise und exakte Darstellung des Umfangs des Tumors.

Ablauf der Untersuchung

Entweder führt der Arzt die Untersuchung mit Patienten im Sitzen mit nach vorne gebeugtem Oberkörper oder in Seitenlage mit angezogenen Füßen durch. In beiden Fällen bewirkt der Arzt beim Betroffenen einen Rundrücken und somit eine Spreizung der Wirbelkörper. Dadurch gelangt er mit einer Hohlnadel oder auch Kanüle, die zum Spritzen und Entnehmen von Flüssigkeiten genutzt wird, bis in den Wirbelkanal und zu dem darin enthaltenen Nervenwasser. Um eine Punktion zu setzen, orientiert er sich bei einer Myelographie an Röntgenaufnahmen in Echtzeit, dem Tastbefund sowie typischen anatomischen Gegebenheiten. Wenn bei der Punktion Nervenwasser in die Kanüle tropft, hat der Arzt die richtige Lage erreicht. Das gewonnene Nervenwasser gibt er zur weiteren Untersuchung ins Labor. Nachdem der Arzt die Punktion gesetzt hat, spritzt er das Kontrastmittel in den Rückenmarkskanal. Beim Einführen der Nadel kann es beim Patienten zu leichten Missempfindungen kommen, weshalb auf Wunsch eine örtliche Betäubung möglich ist. Danach entfernt der Arzt die Kanüle und der Patient legt sich auf einen Kipptisch, der durch die Lageveränderungen das Kontrastmittel in der gesamten Wirbelsäule verteilt. Abschließend fertigt er neue Röntgenaufnahmen an, in denen der Patient eine Bewegung ausübt, damit die Ursache der Schmerzen sichtbar wird. Bei einigen Beschwerden kann der Arzt nur durch die Durchführung dieser dynamischen Aufnahmen die Ursache erkennen.

Mögliche Nebenwirkungen einer Myelographie

Eine Myelographie gilt als risikoarmes Verfahren, da die Untersuchung nicht direkt im Rückenmark, sondern im Nervenwasser stattfindet. Jedoch kommen in Einzelfällen Nebenwirkungen nach einer Myelographie vor. So führt beispielsweise der Verlust von Nervenwasser während der Untersuchung zu veränderten Druckverhältnissen im Wirbelkanal und löst Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit sowie Erbrechen aus. Um diese Beschwerden gering zu halten, verordnet der Arzt nach der Myelographie für etwa 24 Stunden absolute Bettruhe. Ärzte empfehlen eine Hochlagerung des Oberkörpers sowie reichliche Flüssigkeitszufuhr, um die Druckverhältnisse wieder auszugleichen. In seltenen Fällen kommt es während einer Myelographie zu Komplikationen wie Beschädigungen des Rückenmarknervs. Diese rufen beim Betroffenen kurzzeitig Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Lähmungserscheinungen hervor. Ebenfalls eher selten sind Infektionen an der Einstichstelle, die eine antibiotische Therapie erforderlich machen.