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Nukleusverstärkung

Was leistet der Nukleus?

Die zwischen den Wirbelkörpern liegenden Bandscheiben haben eine wichtige Pufferfunktion für unsere Wirbelsäule. Sie bestehen aus einem äußeren Faserring, dem Anulus fibrosus, und einem inneren Gallertkern, dem Nukleus pulposus. Den äußeren Ring bildet festes, kollagenhaltiges Bindegewebe, der Nukleus dagegen besteht aus einer zellarmen, gallertartigen Flüssigkeit, die viel Wasser beinhaltet. Durch ihren besonderen Aufbau können die Bandscheiben ihrer Pufferfunktion besonders gut nachkommen. So machen die Bandscheiben die Wirbelsäule nicht nur dreidimensional beweglich, sondern können auch wie Kissen Stöße und Bewegungen abfedern. Aus unterschiedlichen Gründen wie Verletzungen oder Verschleiß kann es zu einer Schädigung des Nukleus pulposus oder Anulus fibrosus kommen, dann wird die Bandscheibe spröde und verliert an Höhe. Sie kann ihrer Funktion nicht mehr ausreichend nachkommen. Wenn auf die vorgeschädigte Bandscheibe kontinuierlich Druck ausgeübt wird, kann ein Bandscheibenvorfall, auch Nucleus-pulposus-Prolaps genannt, die Folge sein, der mit starken Schmerzen, Einschränkungen der Beweglichkeit, Missempfindungen oder gar Lähmungserscheinungen einhergeht. Am häufigsten sind hiervon die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule betroffen, gefolgt von Bandscheibenvorfällen an der Halswirbelsäule.

Was ist eine Nukleusverstärkung?

Aufgrund von falscher oder einseitiger Belastung, Bewegungsmangel, einer genetischen Disposition, Arthrosen oder anderen degenerativen Verschleißerscheinungen kann es zu einem degenerativen Bandscheibensyndrom kommen. Der Nukleus verliert dabei an Flüssigkeit. Solange sich dieser Bandscheibenschaden noch im Anfangsstadium befindet, wenn der Patient noch nicht voroperiert ist und kein Bandscheibenvorfall vorliegt, lassen sich die damit verbundenen Beschwerden mit einem speziellen neuen Verfahren stabilisieren, der Nukleusverstärkung mit sogenannten Hydrogel-Sticks. Der Arzt führt dazu eine feine Kanüle in den geschädigten Bandscheibenkern ein und bringt fadenartige Implantate, die Hydrogel-Sticks, in den Nukleus ein. Die Implantate saugen Flüssigkeit aus der Bandscheibe und aus umliegendem Gewebe und dehnen sich dabei auf das etwa Zehnfache ihrer Größe aus. So wird die Bandscheibe wieder höher und kann ihre Pufferfunktion zwischen zwei Wirbelkörpern wieder wesentlich besser erfüllen. Ein weiterer Effekt der Behandlung ist, dass der Säuregrad in der Bandscheibe durch die eingebrachten Hydrogel-Sticks erhöht wird. Das hindert bestimmte Botenstoffe an ihrer Aktivität, die an der Weiterleitung von Schmerzen zum Gehirn beteilig sind. Der Eingriff wird unter leichter Dämmerschlafnarkose durchgeführt und führt häufig schon am Tag der Operation dazu, dass Patienten eine deutliche Schmerzlinderung feststellen. Sie bleiben in der Regel noch zwei weitere Tage in der Klinik, bevor sie in ihren Alltag entlassen werden. Eine endgültige Beurteilung des Behandlungserfolges ist nach einigen Wochen möglich.