Medizinische Versorgungszentren
Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen
Wirbelsäulenzentrum München/Taufkirchen
Radiologie und Diagnosticum München/Taufkirchen

Haben Sie Fragen?
+49 (0) 89 / 6145 100

Parese

Parese: Die unvollständige Lähmungserscheinung

Die Bewegungsfähigkeit des menschlichen Körpers ist unersetzlich für tagtägliche Situationen im Leben. Ein Zusammenspiel aller Muskeln, Nerven und Gelenke verhilft uns dazu, flexibel agieren zu können. Durch eine Parese, die auch als unvollständige Lähmung oder motorische Schwäche bezeichnet wird, kann diese Selbstständigkeit zum Teil verlorengehen und Betroffene müssen sich auf Einschränkungen einstellen. Bei einer Parese kommt es zu leichten, unvollständigen Muskellähmungen sowie einem Kraftverlust und sie lässt sich in drei Unterkategorien aufteilen: Bei teilweiser halbseitiger Lähmung des Körpers spricht man von einer Hemiparese. Die Tetraparese äußert sich durch Bewegungsunfähigkeit beider Arme und Beine. Eine Monoparese betrifft nur jeweils einen Arm oder ein Bein. Die Dauer hängt immer von der Ursache ab, wobei sie zwischen zwei bis drei Wochen und gar keiner Heilung variiert. Falls eine vollständige Lähmung eines Skelettmuskels auftritt, sprechen Experten dann von einer Plegie.

Unterschiedliche Symptome möglich

Vielfältige Ursachen und Krankheitsverläufe wecken unterschiedliche Symptome bei Betroffenen. Typische Anzeichen einer Parese sind Übelkeit, starke Kopfschmerzen, Fieber oder Beeinträchtigungen des Sprachzentrums. Auch Störungen in der Koordination, den Bewegungsabläufen und des Sehzentrums sind möglich. Im Allgemeinen können Patienten ihre Kraft in den betroffenen Bereichen nicht mehr vollständig einsetzen. So sind Missempfindungen oder Gefühlsstörungen die Folge. Arme, Hände, Füße oder Beine können von Kribbeln, Taubheit oder Brennen betroffen sein. Teilweise spüren Erkrankte Hitze, Kälte oder Berührungen nicht mehr und das Schmerzempfinden ist deutlich verringert oder gar nicht mehr vorhanden. Hierbei tritt neben der Schädigung der motorischen Nerven auch eine Störung der sensiblen Nervenfasern auf.

Welche Ursachen hat eine Parese?

In vielen Fällen ist die Ursache ein plötzliches Ereignis wie ein Schlaganfall oder ein Unfall. Vor allem Kopf- und Rückenmarksverletzungen lösen eine Parese bei Betroffenen aus. Zudem können auch Infekte wie Borreliose oder Entzündungen der Muskeln und Nerven eine Parese bewirken. Mitunter sind angeborene Erkrankungen wie Muskelschwund oder ein Tumor die Ursache. Zum Teil können auch mechanisch geschädigte Nerven durch Einklemmungen oder Verletzungen durch eine Operation der Hintergrund sein. Daneben rufen einige Gifte eine Schädigung der Nerven hervor, zum Beispiel eine Lebensmittelvergiftung durch Bakteriengift. Wenn eine psychische Erkrankung der Auslöser ist, sprechen Mediziner von einer psychogenen Parese. 

Vor der Behandlung der Parese steht das Gespräch

Die ärztliche Behandlung startet mit einem ausführlichen Gespräch, in dem geklärt wird, ob es ein auslösendes Ereignis wie zum Beispiel einen Unfall, eine Verletzung oder eine Vorerkrankung gab. Danach folgen körperliche Untersuchungen sowie Blutabnahme und neurologische Betrachtungen. Der Arzt überprüft die Bewegungsunfähigkeit, Muskelkraft, Reflexe und das Gefühlsempfinden. Abhängig vom Befund folgen weitere Untersuchungen mithilfe einer Computertomografie, Kernspintomografie, Muskelbiopsie oder Gentests. Je nach Ergebnis der Diagnose variieren hier die Behandlungsmethoden einer Parese. Bei einem Infekt nutzt man Antibiotika oder virushemmende Medikamente, um die Nerven- und Muskelentzündungen zu behandeln. Mitunter verschwinden die Symptome auch von selbst, zum Beispiel bei einer Gesichtslähmung unbekannter Ursache. Falls ein Tumor vorliegt, hilft meist nur eine Operation, Chemotherapie oder Strahlenbehandlung des Tumors. Viele neurologische Erkrankungen sind irreversibel, da die betroffenen Nerven dauerhaft geschädigt wurden. In diesem Fall setzen Ärzte auf eine Linderung der Symptome und unterstützende Maßnahmen. Vor allem Physiotherapie, beispielsweise durch Massagen der gelähmten Bereiche, sowie Krankengymnastik sind empfehlenswert. Zudem helfen physikalische Behandlungen wie Wechselbäder, Wärmeanwendungen oder Elektrobehandlungen, die Muskulatur zu trainieren und die Durchblutung und Beweglichkeit zu fördern.