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Racz-Katheter

Was ist ein Racz-Katheter?

Die heute weltweit etablierte minimalinvasive Behandlung mit dem Wirbelsäulenkatheter geht auf den texanischen Mediziner Prof. Gábor Béla Rácz (geboren 1937) zurück. Er war als Anästhesist am Texas Tech University Health Science Center (TTUHSC) in Lubbock, Texas tätig und widmete seine Forschung dem Phänomen des chronischen Schmerzes. Racz absolvierte seine medizinische Ausbildung in Budapest und an der Universität Liverpool, Großbritannien. Dort blieb er bis 1963, wanderte dann in die USA aus und setzte seine Tätigkeit an verschiedenen Kliniken im Staat New York fort. In Lubbock, Texas, übernahm er schließlich die Leitung des Bereichs Anästhesie am TTUHSC. Racz ist einer der Mitbegründer des World Institute of Pain.

Racz-Katheter: Die Anwendung

1982 entwickelte Prof. Racz den nach ihm benannten Racz-Katheter. Das spezielle Design ermöglichte es erstmals, den Katheter nicht wie bisher nur in den hinteren, sondern auch in den vorderen Bereich des Epiduralraumes einzuführen. Der Racz-Katheter verfügt über eine abgerundete, biegsame Spitze aus Metall, die sich sicher führen lässt und sich den anatomischen Gegebenheiten im Wirbelkanal anpassen kann. Er wird mittels einer Kanüle durch eine natürliche Knochenöffnung im Steißbein in den Wirbelkanal eingeführt. Dann platziert ihn der Arzt unter Röntgenkontrolle an der zu behandelnden Stelle. Über den Katheter können schmerzstillende, entzündungshemmende und abschwellende Medikamente gezielt in den Wirbelkanal eingebracht werden. Mithilfe seines Katheters behandelte Prof. Racz Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, die zum Beispiel nach vorangegangenen operativen Eingriffen infolge von Narbenbildung auftraten. Mit seiner Methode erzielte er auch Erfolge bei der Behandlung radikulärer Schmerzen, die häufig eine Spinalkanalstenose (Wirbelkanalverengung) begleitet.

Racz-Katheter und Videokatheter als Weiterentwicklung

Dr. Reinhard Schneiderhan hat die Behandlung mit dem Racz-Katheter 1997 bei Prof. Racz kennengelernt und in den folgenden Jahrzehnten maßgeblich dazu beigetragen, dass die Methode heute in Europa etabliert und international anerkannt ist. Reinhard Schneiderhan entwickelte das Verfahren des Racz-Katheters kontinuierlich weiter. Die moderne Epiduroskopie nach Dr. Schneiderhan erfolgt heute mit einem Videokatheter (E-Kath/Radimed GmbH). Der moderne Videokatheter (E-Kath/Radimed GmbH) lässt sich nicht nur noch sicherer im Epiduralraum führen, eine optische Faser ermöglicht zudem direkte Sicht auf die zu behandelnden Strukturen. Die von der Optik erfassten Aufnahmen werden auf einen Monitor übertragen. So lassen sich auch feinste Strukturen im Epiduralraum genau beurteilen. Im Zuge dieser Untersuchung kann über das System sofort eine gezielt Therapie eingeleitet werden.

Bedeutung der Behandlung

Die Wirksamkeit der Kathetertherapie wurde vor allem in den Jahren nach der Einführung in Deutschland immer wieder diskutiert. Zahlreiche Studien zum Behandlungsprinzip und zur Wirksamkeit wurden weltweit durchgeführt und veröffentlicht. Nicht nur das minimalinvasive Vorgehen und die Komplikationsrate, sondern auch die sehr guten Ergebnisse bei richtiger Indikationsstellung führten zu einer raschen Verbreitung dieser jungen Behandlungsmethode auch bei europäischen Ärzten und Kliniken. Die epidurale Kathetertherapie ist in den USA seit vielen Jahren allgemein anerkannt und von der FDA (Food and Drug Administration) zugelassen. Dieser Trend setzte sich auch in Deutschland in den letzten Jahren durch. Die Behandlung wird von Dr. Schneiderhan wie seinen Kollegen seit einigen Jahren als Kassenleistung angeboten.