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Spinalkanalstenose

Spinalkanalstenose: Enge im Wirbelkanal

Die Wirbelsäule besteht aus 33 Wirbelkörpern. Diese weisen jeweils an ihrer Rückseite einen sogenannten Wirbelbogen auf, woraus sich ein Hohlraum an jedem einzelnen Wirbelkörper bildet. Weil die Wirbelsäule insgesamt nicht vollkommen gerade, sondern in einer Doppel-S-Form verläuft, entsteht aus der Übereinanderreihung dieser Hohlräume der Wirbelkanal, auch Spinalkanal genannt. Im Inneren des Spinalkanals verläuft das Rückenmark, das mit seinen empfindlichen Nervenbahnen alle Reize aus dem Gehirn in den Körper leitet und umgekehrt. Damit ermöglicht es jegliche Bewegung und Sinneswahrnehmung. Mit der Zeit kommt es jedoch zu Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule. Nicht nur die Bandscheiben verlieren an Höhe, sondern auch die Wirbelkörper selbst können sich aufgrund von Degeneration verändern. In der Folge kommt es in einigen Fällen zu einer Verengung des Wirbelkanals, sodass die dort verlaufenden Nerven durch umliegende Strukturen bedrängt werden und Schmerzen entstehen. Dieses Krankheitsbild nennen Mediziner Spinalkanalstenose.

Ursachen einer Spinalkanalstenose

Besonders häufig treten Spinalkanalstenosen im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, da dieser Teil des Körpers durch alltägliche Bewegungen starken Belastungen ausgesetzt ist. Dabei sind die Hauptursachen einer Spinalkanalstenose altersbedingte Verschleißerscheinungen wie verknöcherte Anlagerungen an den Wirbelkörpern, Bandscheibenvorfälle oder -vorwölbungen. Doch nicht nur das Alter erhöht das Risiko einer Spinalkanalstenose. Haben sich Betroffene in der Vergangenheit bereits einer offenen Operation am Rücken unterzogen, besteht das Risiko von Narbenbildung im OP-Bereich. Dieses überschüssige Gewebe kann auf Nerven im Rückenmark drücken und somit Schmerzen auslösen. Allerdings muss es sich bei einer Spinalkanalstenose nicht unbedingt um eine im Laufe des Lebens erworbene Erkrankung handeln. Leiden Betroffene bereits seit ihrer Geburt darunter, liegen sogenannte idiopathische Verengungen vor. Diese entstehen zum Beispiel, wenn Patienten mit einer Hyperlordose, im Volksmund auch bekannt als Hohlkreuz, auf die Welt gekommen sind.

Welche Symptome gibt es?

Bei einer lumbalen Spinalkanalstenose, also einer Wirbelkanalverengung im Bereich der Lendenwirbelsäule, spüren Betroffene zumeist Schmerzen in aufrechten Haltungen. Denn in diesen Positionen kommt es zu einer zusätzlichen Verengung des Spinalkanals, sodass in einigen Fällen auch Taubheitsgefühle in den Beinen auftreten können. Auffällig ist zudem, dass Beschwerden bei bestimmten Bewegungen nachlassen, wie zum Beispiel beim Bücken, Bergaufgehen oder Fahrradfahren. Das liegt daran, dass der Wirbelkanal in diesen Haltungen gedehnt wird, die Nerven dort mehr Platz haben und Schmerzen in der Folge abnehmen. Typisch sind langsam stärker werdende Beschwerden, die über einen längeren Zeitraum chronisch werden können.

Behandlung einer Spinalkanalstenose

Liegt nur eine leichte Spinalkanalstenose vor, helfen häufig bereits konservative Methoden wie Krankengymnastik, physikalische Therapie oder Injektionen. Zu Hause verschaffen Patienten sich kurzzeitige Linderung, indem sie das Becken im Sitzen etwas nach vorne kippen, sodass der Wirbelkanal sich weitet und der Druck für einen Moment nachlässt. Wird die Spinalkanalstenose durch Weichteilgewebe wie ausgetretenes Bandscheibenmaterial ausgelöst, hilft oftmals die sogenannte Epiduroskopie, auch Rückenmarkspiegelung genannt. Dabei führen Mediziner eine besonders bewegliche Sonde bis zur betroffenen Stelle im Wirbelkanal ein und injizieren dort eine spezielle Enzymlösung sowie eine Medikamentenmischung, die störende Strukturen sanft schrumpfen. In einigen Fällen haben sich jedoch bereits knöcherne Anlagerungen an den Wirbelkörpern gebildet, sodass eine Epiduroskopie zur Behandlung der Spinalkanalstenose nicht ausreicht. Dann kommt heutzutage ein minimalinvasiver endoskopischer Eingriff zum Einsatz, der knöcherne Verengungen sanft mithilfe von feinen Mikroinstrumenten entfernt.