Bandscheibenvorfall behandeln in München
Ein Bandscheibenvorfall ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, bei der Anteile des weichen Gallertkerns der Bandscheibe aus dem Faserring austreten und auf eine Nervenwurzel drücken. Dies kann zu starken Schmerzen, Taubheitsgefühlen, Kribbeln und in schweren Fällen sogar zu Lähmungserscheinungen führen.
Pro Jahr werden in Deutschland über 200.000 Bandscheibenoperationen durchgeführt - ein großer Teil davon ist jedoch vermeidbar. In vielen Fällen sind eine konservative Therapie und minimalinvasive Verfahren erfolgreicher und schonender als eine große Operation. Auch die häufig begleitenden Rückenschmerzen lassen sich oft ohne offenen Eingriff gut in den Griff bekommen.
Im Folgenden erfahren Sie alles Wichtige zu Ursachen, Symptomen, Diagnostik, Behandlung und Vorbeugung eines Bandscheibenvorfalls - übersichtlich und verständlich. Als Ihr Orthopäde in München mit langjähriger Erfahrung in der Wirbelsäulenmedizin entwickeln wir für Sie ein individuelles, fachübergreifendes Therapiekonzept.
Aufbau und Funktion der Bandscheibe
Unsere Bandscheiben ermöglichen sämtliche Drehbewegungen und seitliche Neigungen des Oberkörpers. Gleichzeitig wirken sie wie Stoßdämpfer, indem sie Stöße und Erschütterungen abfedern und das Körpergewicht gleichmäßig auf die Wirbelkörper verteilen. Zwischen den knöchernen Wirbeln liegt jeweils eine nur wenige Millimeter dicke Knorpelscheibe, die verhindert, dass die Wirbel direkt aneinander reiben. Jede Bandscheibe besteht aus einem weichen, wasserhaltigen Gallertkern (ca. 80 % Wasser) und einem stabilen Faserring (Anulus fibrosus) aus Faserknorpel.
Der hohe Wassergehalt sorgt für Elastizität und Druckaufnahme, während der äußere Faserring die Form und Stabilität der Bandscheibe erhält. Verändert sich einer dieser Anteile, kann die Belastbarkeit nachlassen - ein wichtiger Faktor bei der Entstehung eines Bandscheibenvorfalls.
Überblick über den Inhalt:
- Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall?
- Behandlung eines Bandscheibenvorfalls/Vorteile unseres interdisziplinären individuellen Behandlungskonzeptes
- Wirbelsäulenkathetertechnik
- Ursachen eines Bandscheibenvorfalls
- Symptome eines Bandscheibenvorfalls
- Bandscheibenvorfall vorbeugen
Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall?

Hervorgetretene Bandscheibe - typischer Bandscheibenvorfall
Bei einem Bandscheibenvorfall tritt der gallertartige Kern der Bandscheibe durch Risse im stützenden Faserring nach außen. Dies kann entstehen durch:
- plötzliche Überlastung (z. B. schweres Heben, ruckartige Bewegung)
- Unfälle
- langjährigen Verschleiß (degenerative Veränderungen)
Bereits ab dem 20. Lebensjahr beginnen Bandscheiben - je nach Belastung und Veranlagung - allmählich zu verschleißen. Sie verlieren nach und nach Elastizität und Wassergehalt, werden flacher und anfälliger für Risse im äußeren Faserring. In der Folge kann Bandscheibenmaterial in den Wirbelkanal austreten und dort auf Nervenwurzeln oder Nervenstrukturen drücken.
Bei nach vorn gebeugter Haltung wird die Vorderseite der Bandscheibe komprimiert, wodurch der Kern nach hinten in Richtung Wirbelkanal gedrückt wird. Hält diese Belastung länger an oder besteht bereits ein Vorschaden, kann der äußere Ring dem Druck nicht mehr standhalten:
- Vorwölbung (Protrusion): Faserring ist noch intakt, Bandscheibe wölbt sich vor
- Prolaps (klassischer Bandscheibenvorfall): Faserring reißt, Gallertmasse tritt aus
Typische Folgen sind Rückenschmerzen, ausstrahlende Schmerzen, Taubheitsgefühle und ggf. Lähmungserscheinungen, je nachdem, welche Nervenwurzel betroffen ist.

Beim Bandscheibenvorfall drückt der Gallertkern (rosa) durch den Faserring (hellblau) auf eine Nervenwurzel (gelb), was Schmerzen und neurologische Ausfälle verursacht.
Gut zu wissen: Ein Bandscheibenvorfall kann in der Halswirbelsäule (HWS), Brustwirbelsäule (BWS) oder Lendenwirbelsäule (LWS) auftreten. Etwa 90 % der Vorfälle betreffen die LWS. Die Art der Beschwerden hängt sehr stark von der genauen Position des Vorfalls ab.
Wie wird der Bandscheibenvorfall behandelt?

Behandlungsbeispiel: Akupunktur am Patienten
Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls richtet sich nach:
- Stärke der Beschwerden
- Lokalisation (HWS / BWS / LWS)
- neurologischen Ausfällen (z. B. Lähmungen, Blasen-/Mastdarmstörungen)
In den allermeisten Fällen ist eine konservative Therapie ausreichend, eine Operation ist nicht sofort notwendig. Nur bei schweren neurologischen Defiziten oder bei anhaltenden massiven Schmerzen trotz Therapie kann ein operatives Vorgehen erforderlich sein.
Der konservative Ansatz umfasst:
- Schmerztherapie mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten
- Physiotherapie und gezielte Übungen
- Wärmeanwendungen und Muskelentspannung
- Infiltrationen (Bildwandler-gesteuerte Injektionen)
Ein Bandscheibenvorfall wird bei uns - wann immer möglich - konservativ oder minimalinvasiv behandelt, nicht vorschnell operiert. Die Schmerztherapie spielt dabei eine zentrale Rolle:
- Sie verhindert Schonhaltungen, die die Muskulatur verspannen.
- Sie ermöglicht frühe Mobilisation, was die Heilung unterstützt.
Wärme fördert zusätzlich die Durchblutung, lockert verspannte Muskulatur und kann Beschwerden deutlich lindern. Ergänzend können Akupunktur, osteopathische Verfahren und Massagen sinnvoll sein, wenn sie in ein durchdachtes Gesamtkonzept eingebettet sind.
Konservative Therapiebausteine
Eine konservative Behandlung bildet bei den meisten Bandscheibenvorfällen den ersten und wichtigsten Schritt. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und die Nervenstrukturen zu entlasten - ohne unnötige Operation. Die folgenden Maßnahmen ergänzen sich und werden individuell auf Ihre Situation abgestimmt.
Schmerztherapie
Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente können akute Beschwerden deutlich lindern, Schonhaltungen vermeiden und den Einstieg in die Physiotherapie erleichtern. Häufig kommen NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen oder Diclofenac zum Einsatz. Sie wirken sowohl schmerzlindernd als auch entzündungshemmend - wichtig, da bei einem Bandscheibenvorfall oft eine entzündete Nervenwurzel beteiligt ist.
Bei starken muskulären Verspannungen können Muskelrelaxanzien sinnvoll sein, insbesondere wenn ein Schutzmuskelkrampf („Hartspann“) die Beschwerden zusätzlich verstärkt. In einzelnen Fällen werden auch kurzzeitig niedrig dosierte Opiate eingesetzt, um die Mobilisation überhaupt zu ermöglichen.
Zusätzlich hilft Wärme, da sie die Durchblutung verbessert und verkrampfte Muskulatur entspannt. Entlastungspositionen wie die Stufenlagerung (Beine im 90°-Winkel) reduzieren kurzfristig den Druck auf die Lendenwirbelsäule. Eine sorgfältig abgestimmte Schmerztherapie ermöglicht es vielen Betroffenen, schneller wieder in Bewegung zu kommen - ein entscheidender Baustein für die Heilung, da anhaltende Schonhaltung den Verlauf sonst verschlechtern kann.
- Physiotherapie
Individuell angepasste Übungen stärken die Rücken- und Bauchmuskulatur, verbessern die Beweglichkeit und fördern eine stabile Körperhaltung. Dadurch werden die Strukturen rund um die betroffene Bandscheibe entlastet, und der Druck auf die Nervenwurzel nimmt ab.
Besonders hilfreich sind:
- isometrische Kräftigungsübungen
→ z. B. sanfte Bauch- und Rückenaktivierung in Rückenlage; trainieren die Muskulatur, ohne die Wirbelsäule zu bewegen - ideal in der Frühphase. - Mobilisationsübungen zur Lockerung blockierter Segmente
→ leichte Rotationen, Beckenkippungen oder Katzenbuckel-Pferderücken mobilisieren Wirbelsäulensegmente, die durch Schmerzen „festhalten“. - Koordinations- und Stabilisationstraining
→ Training auf instabilen Unterlagen oder mit Therapieball verbessert die Tiefenmuskulatur, die für dauerhafte Stabilität entscheidend ist. - Dehnprogramme für verkürzte Muskelgruppen (z. B. Hüftbeuger, Piriformis)
→ verkürzte Muskeln erhöhen die Belastung im Lendenbereich und können Schmerzen verstärken.
Physiotherapeutische Behandlung vermittelt zusätzlich rückenschonende Bewegungsmuster im Alltag, z. B. beim Bücken, Tragen oder Sitzen. Diese alltagsrelevanten Anpassungen senken das Risiko, dass ein Bandscheibenvorfall erneut auftritt oder sich verschlimmert.
- Ruhe und Entlastung - aber nicht komplette Immobilisation
Kurzfristige Entlastung kann sinnvoll sein, vor allem in der akuten Schmerzphase, wenn jede Bewegung Beschwerden verursacht. Wichtig ist jedoch, möglichst früh wieder angepasste Aktivitäten aufzunehmen.
Warum zu viel Ruhe schadet:
- Die Muskulatur baut ab - bereits nach wenigen Tagen Inaktivität verliert sie an Stabilität.
Die Bandscheibe wird schlechter durchblutet - sie erhält ihre Nährstoffe durch Bewegung, nicht durch Ruhe. - Die Schmerzen können zunehmen, da das Nervensystem empfindlicher reagiert, wenn der Rücken länger in Schonhaltung bleibt.
Empfehlenswert sind zunächst sanfte, schmerzfreie Bewegungen, etwa:
- kurze Spaziergänge an der frischen Luft
- achtsames, langsames Mobilisieren des Beckens
- leichte Dehnungen der Bein- und Gesäßmuskulatur
Diese Bewegungen regen Stoffwechsel und Heilung an, ohne die Bandscheibe zusätzlich zu belasten.
- Infiltrationen
Bei ausgeprägten Schmerzen können bildgesteuerte Injektionen mit Lokalanästhetika und/oder Kortison in die Nähe der betroffenen Nervenwurzel die Entzündung reduzieren und Schmerzen rasch lindern. Diese Verfahren - wie epidurale Injektionen oder die PRT (periradikuläre Therapie) - gehören zu den wirksamsten konservativen Maßnahmen bei radikulären Schmerzen (ausstrahlende Schmerzen durch Nervenreizung).
Die Vorteile im Detail:
- schnelle Wirkung
→ Betroffene können oft innerhalb weniger Stunden oder Tage wieder besser gehen, stehen und trainieren. - geringe Medikamentenmenge im ganzen Körper
→ Die Wirkstoffe werden lokal eingebracht, wodurch Nebenwirkungen reduziert werden. - guter Startpunkt für aktive Therapie
→ Nach einer erfolgreichen Infiltration kann mit Physiotherapie oder Rückentraining deutlich effektiver begonnen werden.
Infiltrationen werden unter Bildwandlerkontrolle (Durchleuchtung) durchgeführt. Dadurch lässt sich die Nadel millimetergenau positionieren, was Sicherheit und Wirksamkeit entscheidend erhöht. Manche Patientinnen und Patienten benötigen nur eine Injektion, andere profitieren von einer kurzen Serie über mehrere Wochen.
- Dauer der konservativen Therapie
Die konservative Behandlung wird üblicherweise über 6-12 Wochen durchgeführt. In vielen Fällen bessern sich die Beschwerden in diesem Zeitraum deutlich oder verschwinden vollständig. Regelmäßige Kontrolle des Therapieverlaufs stellt sicher, dass Maßnahmen angepasst oder ergänzt werden, bevor Beschwerden chronisch werden.
Physiotherapie bei einem Bandscheibenvorfall
Bei der Behandlung eines Bandscheibenvorfalls ist die Physiotherapie ein tragender Baustein der konservativen Therapie. Sie unterstützt:
- Schmerzlinderung
- Verbesserung der Beweglichkeit
- Stabilisierung der Wirbelsäule
Durch gezielte Maßnahmen, z. B. isometrische Kräftigungstherapie, werden bestimmte Muskelgruppen aktiviert, ohne dass sie sich sichtbar verkürzen oder verlängern. Das geschieht z. B. durch Drücken oder Ziehen gegen einen festen Widerstand.
Vorteile dieser Übungen:
- Entlastung der betroffenen Bandscheibe
- Stabilisierung der Rumpfmuskulatur
- Verringerung des Risikos weiterer Vorfälle

Behandlungsbeispiel: Übung mit Widerstandsband zur Kräftigung von Rücken-, Schulter- und Armmuskulatur
Bei regelmäßiger Durchführung der Übungen fühlen sich viele Patientinnen und Patienten schnell stabiler, beweglicher und belastbarer. Die Muskulatur rund um die Wirbelsäule gewinnt an Kraft, was die betroffene Bandscheibe wirkungsvoll entlastet und die Nervenstrukturen schützt. Gleichzeitig verbessert sich die Koordination der tiefen Rumpfmuskulatur - ein wichtiger Faktor, um unbewusste Fehlbewegungen im Alltag zu vermeiden.
Regelmäßiges Training wirkt dadurch nicht nur auf den aktuellen Bandscheibenvorfall, sondern senkt auch langfristig das Risiko weiterer Vorfälle deutlich. Studien zeigen, dass Personen mit gut trainierter Rumpfmuskulatur seltener unter wiederkehrenden Beschwerden leiden und schneller in ihren normalen Alltag zurückkehren.
Auch chronischen Schmerzen kann so wirksam vorgebeugt werden, da Bewegung den Stoffwechsel der Bandscheibe fördert und Entzündungsprozesse reduziert.
Infiltrationen bei Bandscheibenvorfall
Bei besonders hartnäckigen Beschwerden setzen wir wirbelsäulennahe Infiltrationen als nicht-operative Behandlungsoption ein. Sie dienen sowohl der Diagnostik als auch der Therapie.
Mögliche Verfahren:
- Diskografie: röntgen- und kontrastmittelgestützte Darstellung der Bandscheibe zur Beurteilung des Schadens und Identifikation der Schmerzquelle.
- Epidurale Injektionen: Medikamente werden unter Bildwandlerkontrolle in den Epiduralraum injiziert, um Entzündung und Schwellung im Bereich der Nerven zu reduzieren.
- Periradikuläre Therapie (PRT): gezielte Injektion an die betroffene Nervenwurzel zur Linderung von radikulären Schmerzen (z. B. Ischialgie).
Diese Verfahren ermöglichen eine gezielte, lokale Schmerzlinderung, insbesondere wenn herkömmliche Schmerzmittel allein nicht ausreichen. Die Infiltration dauert meist nur wenige Minuten; leichte Beschwerden an der Einstichstelle klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab.
Wenn Infiltrationen nicht ausreichen: minimalinvasive Verfahren
Wenn konservative Maßnahmen bei einem Bandscheibenvorfall nicht ausreichend wirken oder die Beschwerden wiederkehren, können minimalinvasive Verfahren eine schonende Alternative zur offenen Operation darstellen. Diese Methoden sind darauf ausgelegt, Nervenwurzeln gezielt zu entlasten, ohne gesundes Gewebe unnötig zu verletzen.
Minimalinvasive Eingriffe ermöglichen:
- geringere Belastung für den Körper
- kurze Erholungszeiten präzise Behandlung betroffener Strukturen
- keine großen Hautschnitte
Ein Eingriff wird erst dann empfohlen, wenn sechs bis zwölf Wochen konservative Therapie keine ausreichende Beschwerdelinderung gebracht haben.
Bandscheibenvorfälle behandeln mit Wirbelsäulenkathetertechnik nach Dr. Schneiderhan

Minimalinvasive Rückenmarksspiegelung: Präzise Kathetertechnik bei Bandscheibenvorfall
Die Wirbelsäulenkathetertechnik ist ein bewährtes minimalinvasives Verfahren zur Behandlung eines Bandscheibenvorfalls, insbesondere wenn starke Entzündungen oder Verklebungen im Epiduralraum vorliegen. Über einen kleinen Hautzugang wird ein dünner, flexibler Katheter in den Wirbelkanal eingeführt.
Dort können gezielt Medikamente appliziert werden, die:
- Entzündungen reduzieren
- Schwellungen der Nervenwurzeln beruhigen
- Schmerzen nachhaltig lindern
Dr. Schneiderhan hat die ursprünglich von Prof. Racz entwickelte Methode weiter verfeinert. Durch den elastischen Spezialkatheter lässt sich die Wirkstoffabgabe exakt an die betroffenen Nervenstrukturen steuern.
Als eines der führenden Zentren Europas führen wir seit vielen Jahren besonders viele dieser Eingriffe durch und bieten Patientinnen und Patienten höchste Expertise.
Der Eingriff dauert etwa 30-60 Minuten, erfolgt unter örtlicher Betäubung oder leichter Schlafnarkose und ermöglicht eine sehr schnelle Rückkehr in den Alltag.
Bandscheibenvorfälle behandeln mit dem Mikrolaser

Mikrolasertherapie: Gezielte Behandlung kleiner und mittlerer Bandscheibenvorfälle
Die Mikrolasertherapie ist ein ebenfalls minimalinvasives Verfahren zur Behandlung eines Bandscheibenvorfalls, das ohne Hautschnitt auskommt. Dabei wird über eine feine Kanüle ein Laserstrahl in die Bandscheibe geleitet. Dieser:
- verdampft oder schrumpft überschüssiges Bandscheibengewebe
- reduziert den Druck auf die Nervenwurzel
- lindert Schmerzen zuverlässig
Sie eignet sich besonders bei kleinen oder mittelgroßen Vorfällen an der LWS und HWS. Vorteil: Der Laser erreicht auch eng gelegene oder schwer zugängliche Bereiche, die operativ nur unter hoher Belastung zugänglich wären.
Die Behandlung selbst dauert rund 30 Minuten, eine Vollnarkose ist nicht erforderlich. Anschließend ist eine kurze Schonzeit sinnvoll, bevor die physiotherapeutische Stärkung beginnt.
Wann muss ein Bandscheibenvorfall operiert werden?
Ein Bandscheibenvorfall lässt sich in den allermeisten Fällen konservativ oder minimalinvasiv behandeln. Operationen sind heute deutlich seltener notwendig als früher. Dennoch gibt es Situationen, in denen ein chirurgischer Eingriff sinnvoll oder sogar zwingend erforderlich ist, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.
Wann ist eine Operation notwendig?
Ob operiert werden muss, hängt immer von der Schwere der Beschwerden, der Nervenbeteiligung und dem Verlauf der bisherigen Behandlung ab. Eine Operation wird erst dann in Betracht gezogen, wenn konservative Maßnahmen über mehrere Wochen keine ausreichende Besserung gebracht haben oder neurologische Warnsignale auftreten.
Eine Operation kann notwendig sein, wenn:
- anhaltende starke Schmerzen trotz konsequenter Therapie bestehen
→ insbesondere wenn Alltag, Schlaf oder Gehstrecken dauerhaft eingeschränkt sind. - Schmerzen in Arme oder Beine mit Taubheit oder Lähmung einhergehen
→ Zeichen, dass die betroffene Nervenwurzel stark gereizt oder gefährdet ist.
→ Muskelkraftverlust (z. B. Fußheberschwäche) ist ein wichtiges Warnsignal. - Blasen- oder Mastdarmstörungen auftreten (Notfall!)
→ Hinweis auf ein mögliches Cauda-equina-Syndrom, bei dem die untersten Nerven im Rückenmark komprimiert werden.
→ Hier ist eine sofortige operative Entlastung erforderlich, um dauerhafte Schäden zu verhindern. - Verlauf in der Bildgebung:
Große sequestrierte Vorfälle, die tief in den Spinalkanal rutschen, können eine OP begünstigen, wenn Symptome ausgeprägt sind. - Zunehmende neurologische Ausfälle:
Wenn Taubheitsgefühle oder Kraftverluste fortschreiten, sollte zügig eine operative Einschätzung erfolgen. - Behandlungstherapie seit ≥ 6-12 Wochen ohne ausreichende Besserung:
Wenn trotz Schmerztherapie, Physiotherapie und ggf. Infiltrationen kaum Fortschritt sichtbar ist, kann eine Operation sinnvoll sein. - Lebensqualität stark beeinträchtigt:
Anhaltende Schmerzen können zu sozialem Rückzug, Schlafmangel, eingeschränkter Mobilität und Arbeitsunfähigkeit führen.
→ Eine Operation kann dann helfen, schneller wieder aktiv zu werden.
Medizinisch wichtig:
Selbst wenn ein Bandscheibenvorfall im MRT „dramatisch“ aussieht, entscheidet nicht das Bild, sondern der klinische Befund. Viele große Vorfälle verursachen kaum Beschwerden - und viele kleinere Vorfälle können sehr schmerzhaft sein.
Darum gilt: Operiert wird nicht das Bild, sondern der Patient.
In vielen Fällen reicht bereits ein minimalinvasiver Eingriff wie die Mikrolasertherapie aus, um Beschwerden schnell und gezielt zu bessern.
Wenn jedoch ein größerer Teil des Gallertkerns auf eine Nervenwurzel drückt, kann eine mikrochirurgische Entfernung nötig werden. Dabei wird das austretende Bandscheibengewebe schonend entfernt, um die Nervenwurzel langfristig zu entlasten.
Eine strukturierte Nachbehandlung (Physiotherapie, Bewegungstraining) beginnt nach 2-3 Wochen. Die Entscheidung fällt immer individuell - orientiert am Befund, an Beschwerden und an neurologischen Zeichen.
Expertenrat:
<< In Deutschland wird zu oft an der Wirbelsäule operiert. Dies geschieht häufig, wenn ein Patient direkt zu einem Arzt geht, der auch selbst operiert oder der zu einem Operateur überweist. In interdisziplinären Zentren hingegen diskutieren Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen gemeinsam die optimale Therapie. Kollegen unterschiedlicher Fachrichtungen beraten sich darüber, ob ein Eingriff überhaupt notwendig ist. Wir wissen, dass akute Rückenschmerzen sich oft spontan bessern beziehungsweise durch konservative oder zumindest minimalinvasive Behandlungsmethoden erfolgreich behandelt werden können.>> – Dr. med. Reinhard Schneiderhan
Terminvereinbarung
Am besten ist es, Sie stellen sich persönlich in unserem Zentrum vor. Vereinbaren Sie dazu bitte telefonisch einen Termin über unsere Zentrale.
VIDEO: Dr. med. Reinhard Schneiderhan über den Bandscheibenvorfall
Der Bandscheibenvorfall
Dieses Vorgehen schützt Patientinnen und Patienten vor unnötigen Operationen und nutzt konsequent alle wirksamen, schonenden Therapieoptionen aus.
Diagnose & Untersuchung - Ihr Vorteil im interdisziplinären Wirbelsäulenzentrum
Alle nötigen Untersuchungen stehen direkt im Haus zur Verfügung - ohne zusätzliche Wege oder Wartezeiten in anderen Praxen. Dadurch können wir Beschwerden schnell und umfassend abklären. Zu den wichtigsten diagnostischen Schritten gehören:
- Körperliche Untersuchung
→ Beurteilung von Beweglichkeit, Schmerzpunkten, Muskelspannung und Haltung.
→ Hilft einzuschätzen, ob eher Muskulatur, Gelenke oder Nervenstrukturen betroffen sind. - Neurologische Untersuchung
→ Prüfung von Reflexen, Muskelkraft und Sensibilität.
→ Besonders wichtig, um Taubheit, Kribbeln oder Kraftminderung bei einem Bandscheibenvorfall korrekt einzuordnen. - Röntgen
→ Darstellung der knöchernen Strukturen der Wirbelsäule.
→ Zeigt Fehlstellungen, Verschleiß oder Instabilitäten, die die Symptome beeinflussen können. - Kernspintomografie (MRT)
→ Goldstandard bei Bandscheibenvorfällen.
→ Liefert detaillierte Bilder der Bandscheiben, Nervenwurzeln und Weichteile.
→ Entscheidend, um Größe, Lage und Ausmaß des Vorfalls sicher zu beurteilen.
Dank dieser Kombination können wir bereits innerhalb eines einzigen Termins eine fundierte Diagnose stellen und darauf aufbauend ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept entwickeln. Das erspart Ihnen zusätzliche Arztbesuche und beschleunigt den Start der Therapie - ein wichtiger Schritt, um Beschwerden nicht chronisch werden zu lassen.
Kernspintomografie eines Bandscheibenvorfalles
Cauda-equina-Syndrom
Das Cauda-equina-Syndrom ist ein schwerwiegender medizinischer Notfall. Es entsteht, wenn die Nervenfasern am unteren Ende des Rückenmarks - die sogenannte Cauda equina - plötzlich und massiv komprimiert werden. Ursache ist häufig ein großer Bandscheibenvorfall, der tief in den Wirbelkanal rutscht und dort mehrere Nerven gleichzeitig abdrückt. Seltener können Tumoren, Entzündungen oder Unfälle den gleichen Effekt auslösen.
Da diese Nerven für Blasen- und Darmfunktion, die Sensation im Gesäßbereich und die Kraft der Beine verantwortlich sind, kann eine länger anhaltende Kompression irreversible Schäden verursachen.
Typische Warnzeichen, die sofortige Hilfe erfordern:
- starke, plötzlich auftretende Rückenschmerzen, oft mit Ausstrahlung in beide Beine
- Lähmungen oder deutliche Kraftverluste in den Beinen (z. B. Schwierigkeiten beim Gehen, Einknicken)
- Gefühlsstörungen im Gesäßbereich, insbesondere im Bereich der Oberschenkelinnenseiten („Reithosenanästhesie“)
- Taubheitsgefühl im Anal- oder Genitalbereich
- Blasenstörungen (Einnässen, Harnverhalt)
- Mastdarmstörungen (Stuhlinkontinenz, fehlender Stuhldrang)
Diese Symptome entstehen, weil die betroffenen Nerven wichtige autonome Funktionen steuern. Je länger die Kompression anhält, desto größer das Risiko bleibender Lähmungen oder Inkontinenz.
Behandlung
Die einzige wirksame Therapie ist eine sofortige operative Druckentlastung (Dekompression), idealerweise innerhalb weniger Stunden. Ziel ist es, den Druck von den geschädigten Nerven zu nehmen, bevor bleibende Schäden entstehen.
Betroffene sollten bei ersten Warnzeichen nicht abwarten, sondern sofort eine Notaufnahme aufsuchen.
Weitere Informationen
Ein vertiefender Einblick in die Ursachen, modernen Therapien und aktuelles Expertenwissen findet sich in unserem Pressetext hier.
Welche Ursachen hat ein Bandscheibenvorfall?
Ein Bandscheibenvorfall entsteht in den meisten Fällen durch eine Kombination aus mechanischer Belastung, Verschleiß und Fehlhaltungen. Die Bandscheiben sind enorm belastbar, verlieren jedoch im Laufe des Lebens an Elastizität und Wassergehalt. Dadurch werden sie anfälliger für Risse im Faserring - die Voraussetzung für einen Vorfall.
Häufige Ursachen im Überblick
- Starke Belastungen: Plötzliche oder wiederholte hohe Belastungen - etwa beim schweren Heben, bei ruckartigen Drehbewegungen oder beim Arbeiten über Kopf - können den Faserring der Bandscheibe überdehnen. Besonders riskant sind Bewegungen, bei denen das Becken gleichzeitig verdreht und der Rücken gebeugt ist. Dadurch steigt der Druck im Inneren der Bandscheibe schlagartig an und begünstigt Risse.
- Unfälle: Stürze, Sportunfälle oder Verkehrsunfälle können die Wirbelsäule abrupt belasten. Der Faserring kann dabei einreißen, besonders wenn bereits ein Vorschaden besteht. Solche „traumatischen Bandscheibenvorfälle“ treten seltener auf, sind aber meist besonders schmerzhaft.
- Chronische Erkrankungen: Erkrankungen wie Osteoporose, Arthrose oder entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen schwächen die knöchernen Strukturen und die Bandscheiben. Der Faserring wird anfälliger, und der Druck verteilt sich schlechter, was das Risiko für einen Vorfall erhöht.
- Alterungsprozesse: Mit zunehmendem Alter verliert die Bandscheibe Wasser und damit an Elastizität. Der weiche Gallertkern wird flacher, der Faserring spröder. Diese „Degeneration“ beginnt oft schon ab dem 20.-30. Lebensjahr und ist Teil des natürlichen Alterungsprozesses - begünstigt aber Bandscheibenvorfälle.
- Übergewicht: Zusätzliches Körpergewicht erhöht den Druck auf die Bandscheiben, besonders im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die Bandscheiben nutzen schneller ab und sind anfälliger für Risse im Faserring. Auch alltägliche Bewegungen wie Bücken oder Treppensteigen werden dadurch belastender.
- Bewegungsmangel: Fehlen regelmäßige körperliche Aktivitäten, schwächt das die Rumpf- und Tiefenmuskulatur. Diese Muskeln stabilisieren die Wirbelsäule und entlasten die Bandscheiben. Ist die Muskulatur geschwächt, muss die Bandscheibe mehr Druck abfangen - ein wichtiger Risikofaktor für einen Bandscheibenvorfall.
- Fehlhaltungen: Langes Sitzen, monotone Bewegungsmuster oder ungünstige Körperhaltungen im Alltag führen zu einer einseitigen Belastung der Bandscheiben. Besonders häufig sind Bildschirmarbeit in nach vorn geneigter Haltung, Arbeiten im Knien oder Heben aus dem Rücken statt aus den Beinen.
- Genetische Veranlagung: Bei manchen Menschen besteht eine angeborene Bindegewebsschwäche. Der Faserring ist dann weniger stabil, und Bandscheiben verschleißen schneller. In solchen Fällen können Vorfälle schon in jungen Jahren auftreten.
- Rauchen & Alkohol: Rauchen verengt die Blutgefäße und verschlechtert die Durchblutung der Bandscheiben. Da diese kaum eigene Blutgefäße besitzen und auf Nährstoffdiffusion angewiesen sind, degenerieren sie schneller. Übermäßiger Alkoholkonsum schwächt zusätzlich die Muskulatur und beeinträchtigt die Knochengesundheit - und damit auch die Stabilität der Wirbelsäule.
Warum falsches Heben so schädlich ist

Abb.: Fehlbelastung durch schweres Heben kann zum Bandscheibenvorfall führen (Bildquelle: istock)
Beim Heben mit gebeugtem Rücken wirken enorme Kräfte auf die Lendenwirbelsäule - vor allem auf die Bandscheiben zwischen L4/L5, die ohnehin den größten Teil des Körpergewichts tragen. In dieser Position wird der Faserring stark belastet und kann bei Vorschädigung leichter einreißen. Wird die Last hingegen aus den Knien heraus gehoben - mit geradem Rücken und angespannter Rumpfmuskulatur - verteilt sich die Kraft gleichmäßiger auf Bandscheiben, Muskulatur und Gelenke. Dadurch sinkt das Risiko eines Bandscheibenvorfalls erheblich.
Zusätzliche Belastungsfaktoren für die Lendenwirbelsäule
- Längeres Sitzen ohne Ausgleich
→ besonders im Rundrücken; die Bandscheibe wird dauerhaft zusammengedrückt und schlechter ernährt. - Monotone Arbeitsabläufe
→ z. B. in der Pflege oder im Handwerk, wenn schweres Heben oder wiederholtes Beugen unvermeidbar ist. - Schwangerschaft
→ der Körperschwerpunkt verschiebt sich nach vorn; die LWS muss mehr Gewicht abfangen.
Diese Belastungen wirken oft über Jahre - sodass selbst kleine Bewegungen, etwa das Heben einer Getränkekiste oder eines gefüllten Einkaufskorbs, bei einer bereits vorgeschädigten Bandscheibe einen akuten Vorfall auslösen können.
Praxisnahes Beispiel
Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass der Schmerz „plötzlich beim Bücken nach einem heruntergefallenen Stift“ oder „beim Ausräumen der Waschmaschine“ einsetzte. In solchen Situationen ist nicht das Gewicht entscheidend, sondern die ungünstige Kombination aus Rotation, Beugung und fehlender Rumpfstabilität.
Dadurch steigt der Druck im Bandscheibenkern sprunghaft an - und ein kleiner Riss im Faserring, der vorher unbemerkt blieb, kann sich zu einem akuten Bandscheibenvorfall entwickeln.
Schutzfaktor: Starke Rumpfmuskulatur
Eine kräftige Rücken- und Bauchmuskulatur stabilisiert die Wirbelsäule, verbessert die Körperhaltung und entlastet die Bandscheiben bei jeder Bewegung. Besonders effektiv sind:
- Übungen für die tiefe Bauchmuskulatur (Transversus)
- Rückenstrecker-Training
- Stabilisationsübungen wie „Bird Dog“ oder Unterarmstütz
- Alltagsbewegungen mit gezielter Rumpfspannung
Auch eine ausgewogene Ernährung, z. B. ausreichend Vitamin D, Kalzium und Omega-3-Fettsäuren, unterstützt die Knochen- und Bandscheibengesundheit indirekt.
Wenn Sie unsicher sind, welche Belastungen für Ihren Rücken geeignet sind oder ob bei Ihnen bereits eine Vorschädigung besteht, kann eine individuelle orthopädische Beratung sinnvoll sein. Dort lässt sich gemeinsam klären, welche Maßnahmen Ihren Rücken im Alltag am besten schützen und wie ein persönliches Trainingsprogramm aussehen sollte.
Tipps gegen den Corona Rücken
Der Begriff hat sich in den letzten Monaten eingebürgert. Seit November sind keine Fitnessstudios mehr geöffnet und diverse Freizeitaktivitäten sind nicht mehr möglich. Aufgrund von Homeoffice fällt unser Arbeitsweg weg, wir gehen nicht mehr zu einer Besprechung mit den Kollegen in den dritten Stock. Nein, stattdessen hat sich unser Küchentisch zum Bürotisch entwickelt und wir haben immer dieselbe eintönige Körperhaltung. Dieser extremen Belastung kann man mit folgenden Übungen entgegenwirken.
Welche Symptome hat ein Bandscheibenprolaps?

Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule mit Fokus auf Bandscheibenprobleme
Ein Bandscheibenvorfall kann je nach Lage, Größe und betroffener Nervenwurzel sehr unterschiedliche Beschwerden auslösen. Manche Symptome entwickeln sich plötzlich, andere entstehen eher schleichend. Entscheidend ist, ob das ausgetretene Bandscheibengewebe Nervenfasern reizt oder komprimiert - denn dadurch entstehen die typischen neurologischen Anzeichen.
Typische Beschwerden:
- meist scharf, stechend oder brennend, oft mittig oder leicht seitlich
- verstärken sich bei Bewegung, Heben, Bücken oder Drehen
- können beim Sitzen unangenehmer sein und im Liegen nachlassen
- häufig begleitet von einer verhärteten, verspannten Muskulatur
- Betroffene nehmen oft unbewusst eine Schonhaltung ein
Warum?
→ Durch die Entzündung und Reizung im betroffenen Segment bestimmen umliegende Muskeln reflexartig die Spannung, um die Wirbelsäule zu stabilisieren.
- Ausstrahlende Schmerzen
- bei LWS-Vorfall: Schmerzen ins Gesäß, Bein oder bis in den Fuß (Ischialgie)
- bei HWS-Vorfall: Ausstrahlung in Schulter, Arm, Hand oder Finger (Brachialgie)
- oft einseitig, entlang eines bestimmten Nervenverlaufs
Warum?
→ Der Druck auf eine Nervenwurzel („Nervenwurzelreizsyndrom“) verursacht den typischen einschießenden oder ziehenden Schmerz.
- Missempfindungen
- Kribbeln („Ameisenlaufen“)
- Taubheit
- Druck- oder Kältegefühl
- vermindertes Feingefühl
- teils punktgenau entlang eines Dermatoms
Warum?
→ Die gereizte Nervenwurzel kann Signale nicht mehr vollständig weiterleiten - es entstehen Sensibilitätsstörungen.
- Muskelschwäche
- spürbare Kraftminderung in betroffenen Muskelgruppen
- Probleme beim Gehen, Treppensteigen, Greifen oder Zehen-/Fersenstand
- Alltagstätigkeiten werden unsicherer
Warum?
→ Der Nerv steuert die zugehörigen Muskeln nicht mehr vollständig - ein Hinweis auf stärkere Nervenbeteiligung.
- Lähmungen (Warnsignal!)
- deutliche Schwäche oder Ausfallerscheinungen
- Stolpern, Einknicken, fehlendes Abrollen des Fußes
- im Arm: Kraftverlust, Greifschwäche oder Halteprobleme
→ Muss sofort ärztlich abgeklärt werden, um bleibende Schäden zu verhindern.
Bandscheibenvorfall der LWS
Ein Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule (LWS) ist mit rund 90 % aller Fälle am häufigsten. Typische Beschwerden:
- starke Schmerzen im unteren Rücken, häufig einseitig
- Ischiasschmerzen mit Ausstrahlung in Gesäß, Oberschenkel, Wade oder Fuß
- Zunahme der Schmerzen bei Belastung (Husten, Niesen, Pressen)
- eingeschränkte Beweglichkeit, oft „blockiertes“ Gefühl
- verhärtete Rückenmuskulatur durch Schutzspannung
- Taubheitsgefühle in Bein oder Fuß bei Nervenwurzelreizung
- Gangunsicherheit oder Probleme beim Treppensteigen möglich
Je nach Höhe des Vorfalls (L4, L5, S1) verändert sich das „Schmerz-Muster“ - was für die Diagnostik wichtig ist.
Bandscheibenvorfall BWS (Brustwirbelsäule)
Ein Bandscheibenvorfall BWS, also an der Brustwirbelsäule, ist deutlich seltener als Vorfälle an LWS oder HWS, kann aber sehr ausgeprägte Beschwerden verursachen. Die Brustwirbelsäule ist weniger beweglich, weil sie über die Rippen mit dem Brustkorb verbunden ist. Dadurch entstehen andere Beschwerdebilder als im Lenden- oder Nackenbereich - und die Symptome werden anfangs nicht selten fehlgedeutet.
Typische Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall BWS:
- Schmerzen zwischen den Schulterblättern
→ oft als dumpf, brennend oder ziehend beschrieben - Gürtelförmige Schmerzen um den Brustkorb
→ die Schmerzen können seitlich oder nach vorne in Richtung Brustkorb ausstrahlen - Atemabhängige Beschwerden
→ tiefes Einatmen, Husten oder Niesen verstärken manchmal den Schmerz - Ausstrahlung in den Rippenbereich
→ Betroffene beschreiben häufig ein „einschnürendes“ Gefühl oder Druck auf der Brust - Missempfindungen im Rumpfbereich
→ Taubheit, Kribbeln oder Brennen in einem umschriebenen Gürtelbereich am Rumpf
Weil Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall BWS im Brust- oder Herzbereich empfunden werden können, denken viele Betroffene zunächst an Herz-, Lungen- oder Magenprobleme. Deshalb ist eine gründliche Diagnostik besonders wichtig, um ernsthafte internistische Ursachen zunächst auszuschließen und dann gezielt die Wirbelsäule als Auslöser in den Blick zu nehmen.
Warnsignale bei Bandscheibenvorfall BWS, die ernst genommen werden sollten:
- neu auftretende Gangunsicherheit oder „wackelige“ Beine
- Schwäche in beiden Beinen
- Gefühlsstörungen im Rumpf oder im Bereich der Beine
- Blasen- oder Mastdarmstörungen (z. B. Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang)
Solche Symptome können darauf hinweisen, dass nicht nur eine einzelne Nervenwurzel, sondern das Rückenmark im Brustbereich mitbetroffen ist. In diesen Fällen ist eine rasche fachärztliche Abklärung besonders wichtig, um bleibende Schäden zu verhindern.
Ein Bandscheibenvorfall BWS wird - wie an LWS oder HWS - nach Möglichkeit zunächst konservativ und minimalinvasiv behandelt. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt immer von der Stärke der Beschwerden, den neurologischen Zeichen und den MRT-Befunden ab.
Bandscheibenvorfall der HWS
Ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS) kann andere Symptome verursachen, da er meist die Nerven für Arme und Hände betrifft.
Typische Beschwerden:
- Nacken- und Schulterschmerzen, oft begleitet von Muskelverhärtungen
- Ausstrahlung in Arm, Unterarm oder einzelne Finger
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in bestimmten Fingerbereichen
- Schwierigkeiten beim Greifen oder Halten von Gegenständen
- eingeschränkte Kopfbeweglichkeit, z. B. beim Drehen im Bett oder Schulterblick
- in seltenen Fällen Kopfschmerzen im Hinterkopf (durch Muskelverspannung)
Ein HWS-Vorfall wird oft mit muskulären Problemen verwechselt - daher ist die korrekte Diagnostik besonders wichtig.
So beugen Sie einem Bandscheibenprolaps effektiv vor
Ein Bandscheibenvorfall entsteht häufig, wenn die Wirbelsäule über längere Zeit falsch belastet oder die Rumpfmuskulatur zu schwach ist. Vieles lässt sich jedoch aktiv beeinflussen. Die folgende Übersicht zeigt bewährte Maßnahmen, die nachweislich helfen, die Bandscheiben zu schützen und die Wirbelsäule langfristig stabil zu halten.
- Rückenfreundlich heben
Richtiges Heben reduziert die Belastung auf die Lendenwirbelsäule deutlich.
- Aus den Knien heben, nicht mit rundem Rücken
- Die Last nah am Körper halten - je weiter entfernt, desto höher die Kraft auf die Bandscheibe
- Niemals mit gedrehtem Oberkörper heben (Drehbewegungen + Gewicht = hohe Belastung)
- Bei schweren Lasten: lieber schieben als ziehen
- Im Zweifel um Hilfe bitten - Rückenverletzungen entstehen häufig durch Übermut
Beispiel:
Eine 12-kg-Getränkekiste belastet die Bandscheiben um ein Vielfaches stärker, wenn man sie aus dem gebeugten Rücken heraus anhebt. Ein kurzes In-die-Knie-Gehen reduziert diese Last erheblich.
- Regelmäßige Pausen und Bewegung
Langes Sitzen ist einer der stärksten Risikofaktoren für einen Bandscheibenvorfall - selbst bei jungen Menschen.
- Alle 30-40 Minuten aufstehen
- 1-2 Minuten locker bewegen, Schulterkreisen, Dehnübungen
- Zwischendurch im Stehen telefonieren
- Wege bewusst einbauen (z. B. Drucker nicht in Griffnähe)
Warum das hilft:
Bewegung sorgt für eine bessere Durchblutung und Versorgung der Bandscheiben, deren Stoffwechsel ansonsten stark eingeschränkt ist.
- Passende Matratze
Die richtige Matratze entlastet die Wirbelsäule in der Nacht - einer Phase, in der Bandscheiben Flüssigkeit aufnehmen und regenerieren.
- Weder zu hart (führt zu Druckstellen) noch zu weich (Rücken hängt durch)
- Im Liegen sollte die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Form bleiben
- Seitenschläfer: Matratze sollte Schulter und Becken leicht einsinken lassen
- Rückenschläfer: gute Unterstützung im Lendenbereich
- Jede Person sollte eine eigene Matratze haben - kein „Komfort-Kompromiss“
Beispiel:
Ein zu weiches Bett kann den Rücken nachts regelrecht „ausleiern“, was am Morgen zu starken Rückenschmerzen führt.
- Ergonomischer Arbeitsplatz
Ein ergonomischer Arbeitsplatz verhindert Einseitigkeiten und entlastet besonders die Lendenwirbelsäule.
- Stuhl mit Lendenstütze (Lordosenstütze)
- Höhenverstellbarer Tisch für Arbeiten im Wechsel zwischen Sitzen und Stehen
- Bildschirm auf Augenhöhe, um Nackenspannungen zu vermeiden
- Füße sollten flach auf dem Boden stehen - keine baumelnden Beine
- Tastatur und Maus so nah wie möglich am Körper
Beispiel:
Der Bildschirm sollte so stehen, dass der Blick leicht nach unten fällt - das entlastet die Nackenmuskulatur.
- Gesundes Körpergewicht
Übergewicht erhöht den Druck auf die Bandscheiben - besonders im unteren Rücken.
- Schon eine moderate Gewichtsreduktion entlastet die Wirbelsäule spürbar
- Bauchfett verändert die Beckenstellung und verstärkt das Hohlkreuz
Warum das wichtig ist:
Schon wenige zusätzliche Kilos verstärken die Belastung beim Gehen, Treppensteigen oder Bücken um das Mehrfache.
- Ärztliche Kontrollen bei Beschwerden
Frühe Abklärung schützt vor chronischen Verläufen.
- Bei anhaltenden Rückenschmerzen frühzeitig orthopädische Abklärung
- Klärung, ob Muskeln, Gelenke, Nerven oder Bandscheiben betroffen sind
- Rechtzeitige Therapie verhindert Schonhaltungen und Folgeprobleme
Besonders wichtig:
Treten Taubheit, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen auf, muss eine ärztliche Untersuchung zeitnah erfolgen.
- Rauchen & Alkohol reduzieren
Nikotin und Alkohol beeinträchtigen die Durchblutung der Bandscheiben.
Da Bandscheiben keine eigenen Blutgefäße besitzen, sind sie besonders anfällig für Störungen der Nährstoffversorgung.
- Rauchen reduziert die Sauerstoffzufuhr
- Alkohol schwächt die Muskulatur und fördert Entzündungen
- Beides beschleunigt degenerative Prozesse
- Stress reduzieren
Stress führt häufig zu permanenter Muskelanspannung, besonders im Nacken- und Lendenbereich.
- Atemübungen, leichte Meditation, Spaziergänge
- Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung
- Bewegung als Stressventil (10 Minuten reichen oft schon)
Beispiel:
Bei Stress ziehen viele Menschen unbewusst die Schultern hoch - ein typischer Auslöser für Nacken- und HWS-Beschwerden.
Was vermeiden bei einem Bandscheibenprolaps?
Bei einem akuten Bandscheibenvorfall ist es wichtig, die Wirbelsäule zu entlasten und Bewegungen zu vermeiden, die den Druck auf die Nervenwurzel erhöhen könnten. Dadurch lassen sich Schmerzen verringern und eine Verschlimmerung der Beschwerden verhindern. Die folgenden Punkte helfen dabei, typische Fehler zu vermeiden, die viele Betroffene unbewusst machen.
Schwere Lasten heben
Schwere Gegenstände erhöhen den Druck im betroffenen Segment massiv
Warum vermeiden?
Beim Heben aus dem Rücken heraus entstehen Kräfte, die das Fünffache des Körpergewichts erreichen können. Das verstärkt Reizungen der Nervenwurzel.
Beispiel: Getränkekisten, volle Wäschekörbe, schweres Werkzeug.
Ruckartige Bewegungen
Plötzliche Rotations- oder Beugebewegungen verschlimmern oft den Schmerz.
Warum?
Der Faserring ist bei einem Bandscheibenvorfall geschwächt, ruckartige Bewegungen können zu weiterer Reizung oder Mikroverletzungen führen.
Beispiel: abruptes Aufstehen, schnelle Drehbewegungen beim Einsteigen ins Auto.
Langes Sitzen oder Stehen ohne Ausgleich
Dauerhaltungen erhöhen den Druck auf die Bandscheiben spürbar.
Warum?
Im Sitzen ist die Belastung auf die Lendenwirbelsäule am höchsten. Ohne Bewegung fehlt die Versorgung der Bandscheibe mit Flüssigkeit.
Empfehlung: alle 30-40 Minuten aufstehen und kurz bewegen.
Falsche Haltung - besonders am Schreibtisch
Ein Rundrücken oder nach vorn geneigter Kopf verstärken Beschwerden deutlich.
Warum?
Eine schlechte Haltung führt zu Überlastung der Rückenmuskulatur und zusätzlichen Zugkräften auf die Bandscheibe.
Beispiel: Bildschirm zu tief, Schultern hochgezogen, zusammengesacktes Sitzen.
Hochintensive Sportarten (vorübergehend meiden)
Joggen, Fußball, Tennis oder ähnliche Sportarten belasten die Wirbelsäule durch Stoß- und Drehbewegungen.
Warum?
In der akuten Phase reagiert die gereizte Nervenwurzel äußerst empfindlich auf Erschütterungen.
Erlaubt: Schonende Bewegungen wie Gehen, leichtes Radfahren, Wassergymnastik.
Schmerzsignale ignorieren
Schmerzen sind ein Warnsignal, das auf eine Überlastung hinweist.
Warum?
Ignoriertes Schmerzempfinden führt oft zu Schonhaltungen, die wiederum andere Muskelgruppen überlasten - ein Teufelskreis.
Selbstbehandlung ohne ärztliche Abklärung
Viele Betroffene greifen zu falschen Übungen oder Medikamenten.
Warum?
Ein Bandscheibenvorfall kann Symptome verursachen, die spezialdiagnostisch abgeklärt werden müssen - besonders bei Gefühlsstörungen oder Kraftverlust.
Beispiel: ungeeignete Dehnübungen, unkontrolliertes Krafttraining.
Rauchen
Nikotin verschlechtert die Durchblutung der Bandscheiben.
Warum?
Die Bandscheibe hat keine eigenen Blutgefäße - sie ist auf Diffusion angewiesen. Rauchen verlangsamt damit die Heilung und begünstigt erneute Vorfälle.
Jeder Bandscheibenvorfall ist individuell. Im Zweifel sollte man Aktivitäten reduzieren und ärztlichen Rat einholen. Für komplexe Fälle bieten wir selbstverständlich auch Zweitmeinungen an.
VIDEO: Rezidivierende Bandscheibenvorfälle
Rezidivierende Bandscheibenvorfälle
Patientenbeispiel: "Endlich fühle ich mich wieder wie 23 und nicht wie 90"
Mit nur 19 Jahren erlitt Julia Reischl einen Bandscheibenvorfall in der Brustwirbelsäule - eine seltene, aber besonders schmerzhafte Lokalisation. Die Beschwerden hielten fast vier Jahre an und bestimmten ihr gesamtes Leben: Julia konnte kaum schlafen, musste ihr Studium unterbrechen und war im Alltag stark eingeschränkt.
Zunächst ging man von einer Überlastung aus, da sie viel Sport trieb. Doch die starken Rückenschmerzen verschwanden nicht - im Gegenteil: Sie strahlten bis in die Brust aus, verursachten Atembeschwerden und nahmen jede Belastung übel. Trotz zahlreicher Arztbesuche wurde ihre Vermutung eines Bandscheibenvorfalls lange nicht ernst genommen.
Erst ein MRT brachte Klarheit: Ein deutlicher Vorfall in der BWS. Doch auch danach erhielt Julia überwiegend vertröstende Empfehlungen, konservative Maßnahmen ohne nachhaltige Wirkung und die Aussage, sie müsse sich „damit abfinden“. Für eine 20-Jährige war das kaum vorstellbar.
Schließlich erinnerte sie sich an einen Tipp ihrer Großmutter und suchte das interdisziplinäre Wirbelsäulenzentrum Dr. Schneiderhan & Kollegen auf. Dort zeigte sich nach ausführlicher Untersuchung erstmals eine realistische Option:
ein minimalinvasiver Wirbelsäulenkatheter-Eingriff, wie er in Deutschland nur von sehr wenigen Spezialisten durchgeführt wird - einer davon: Dr. med. Reinhard Schneiderhan.
Der Eingriff führte rasch zu einer deutlichen Besserung. Bereits wenige Tage später konnte Julia wieder studieren, inzwischen treibt sie auch vorsichtig Sport. Sie beschreibt das Ergebnis so:
„Ich kann wieder schlafen, durchatmen und mit jedem Tag wird es besser. Jetzt fühle ich mich erstmals wie 23 und nicht wie 90.“
Expertenrat: Dr. med. Reinhard Schneiderhan
Warum kam es zu einer so langen Therapieverzögerung?
Dr. Schneiderhan: „Minimalinvasive Kathetertechniken sind in Deutschland noch wenig bekannt. Viele Patientinnen und Patienten gelangen früh zu Operateuren, die große Eingriffe bevorzugen. Dabei sollten immer zuerst alle konservativen Optionen ausgeschöpft werden.“
Was sind die Vorteile dieser minimalinvasiven Kathetertherapie?
Dr. Schneiderhan: „Die Wirkung ist vergleichbar mit einer klassischen Bandscheibenoperation - jedoch ohne Hautschnitt, ohne Blutverlust und ohne Narbenbildung. Die Nervenwurzeln werden durch ein Medikamentengemisch entlastet, das den vorgewölbten Bandscheibenanteil schrumpfen lässt. Nach 2½ Tagen stationärem Aufenthalt können die meisten wieder nach Hause.“
Wie läuft der Eingriff genau ab?
Dr. Schneiderhan: „Über eine dünne Nadel wird ein steuerbarer Katheter in den Epiduralraum geführt - das ist ein sehr filigraner Vorgang. Unter ständiger Bildkontrolle manövriere ich den Katheter bis zur betroffenen Stelle, auch über längere Strecken, ohne empfindliche Strukturen zu berühren. Die gezielte Medikamentengabe sorgt dafür, dass der Druck auf die Nervenwurzel nachlässt. Der Schmerz reduziert sich oft bereits direkt nach dem Eingriff.“
Warum entscheiden Sie sich für diesen Eingriff?
Dr. Schneiderhan: „Wir führen die Kathetertechnik seit über 23 Jahren durch und gehören zu den erfahrensten Zentren Europas. Besonders bei komplexen Befunden wie Vorwölbungen, kombinierten Spinalkanalstenosen oder Narbengewebe nach OPs erzielen wir damit hervorragende Ergebnisse.“
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Was ist der Unterschied zwischen einem Bandscheibenvorfall und einem Hexenschuss?
Die beiden Begriffe werden im Alltag häufig gleichgesetzt, beschreiben aber zwei völlig unterschiedliche Ursachen von Rückenschmerzen. Eine klare Unterscheidung ist wichtig, weil sich die Behandlung und Dringlichkeit der Abklärung unterscheiden.
Bandscheibenvorfall (BSV/Prolaps):
Ursache:
Ein Riss oder eine Schwächung des Faserrings der Bandscheibe führt dazu, dass Anteile des Gallertkerns austreten und auf eine Nervenwurzel drücken. Dadurch entstehen Schmerzen und neurologische Symptome.
Typische Symptome eines Bandscheibenvorfalls:
- Rückenschmerzen mit Ausstrahlung
- bei LWS-Vorfall in Gesäß, Beine oder Füße (Ischialgie)
- bei HWS-Vorfall in Schulter, Arm oder Finger
- Taubheit und Kribbeln
→ Zeichen einer gereizten oder komprimierten Nervenwurzel - Kraftverlust
→ Probleme beim Treppensteigen, Gehen oder Greifen - mögliche Lähmungserscheinungen
→ Warnsignal, das sofort abgeklärt werden muss - Schmerzen verstärken sich bei Husten, Niesen oder Pressen
→ da sich der Druck im Spinalkanal kurzfristig erhöht
Besonderheit:
Ein Bandscheibenvorfall kann neurologische Ausfälle verursachen und sollte daher immer orthopädisch abgeklärt werden.
Beispiel:
Ein Patient verspürt zunächst Rückenschmerzen, später zieht der Schmerz bis in die Wade und der Fuß fühlt sich taub an - hier ist der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall naheliegend.
Hexenschuss (Lumbago)
Ursache:
Eine plötzliche, ungeschickte oder ungewohnte Bewegung führt zu einer akuten Muskelverspannung oder Bandzerrung im unteren Rücken. Der Schmerz ist heftig, aber nicht nervenbedingt.
Typische Symptome eines Hexenschusses:
- scharfer, stechender Schmerz im Kreuz, oft „wie eingeschossen“
- Bewegungsblockade
→ Aufrichten, Bücken oder Drehen fällt schwer - keine Ausstrahlung in Arme oder Beine
→ da keine Nervenwurzel betroffen ist - keine Taubheit, kein Kribbeln, kein Kraftverlust
- Beschwerden bessern sich oft innerhalb weniger Tage mit Wärme & Entlastung
Beispiel:
Beim Aufheben eines Gegenstands „schießt“ es plötzlich in den Rücken. Der Schmerz bleibt lokal im unteren Rücken - typisch für einen Hexenschuss.
Kurz zusammengefasst:
Bandscheibenvorfall:
→ Nervenkompression
→ kann neurologische Störungen verursachen
→ Ausstrahlung, Sensibilitätsstörungen, Kraftverlust möglich
→ ärztliche Abklärung unbedingt notwendig
Hexenschuss:
→ muskuläre oder bandapparatbedingte Reizung
→ Schmerzen bleiben lokal
→ keine neurologischen Symptome
→ heilt meist spontan innerhalb weniger Tage
Diese klare Unterscheidung hilft, Beschwerden besser einzuordnen - ersetzt jedoch keine fachärztliche Diagnose. Bei unklaren Symptomen, Taubheit oder neu auftretenden Schmerzen sollte immer eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
Dr. Reinhard Schneiderhan
jameda Bewertung vom 26.01.2020
doppelter Bandscheibenvorfall - Operation
"Der Empfehlung zu Dr. Sommer zu gehen mit meinen Rückenschmerzen, bin ich sehr dankbar. Was ein Krankenhaus nicht erkannt hat, fand er in Sekunden heraus und stellt die richtige Diagnose. Er leitete 2 Behandlungswege ein und informierte mich gleich, das wenn diese nicht helfen würden, ich um eine Operation nicht herum kommen würde.Somit kam es dann leider auch zu der angekündigten Operation, welche ohne jegliche Komplikationen verlief und ich nur empfehlen kann. 4 Tage Krankenhaus und dann noch 14 Tage ausruhen Zuhause mit einer 4 wöchigen REHA hinterher, konnte ich sehr schnell wieder die Arbeit aufnehmen. Bin super dankbar dafür. Mario Allonge"
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