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Sakroiliitis

Sakroiliitis: Ursachen, Symptome und Behandlung  

Eine Sakroiliitis ist eine rheumatische Erkrankung, die nicht vollständig heilbar ist. Allerdings gilt: Je früher sie erkannt wird, desto besser ist die Prognose. Sie können eine Verschlechterung mit einer konsequenten Krankengymnastik entgehen und Bewegungseinschränkungen vermeiden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Definition: schmerzhafte Entzündung an der Wirbelsäule
  • Häufige Ursachen: andere Erkrankungen wie Morbus Bechterew und Morbus Crohn
  • Behandlung: Krankengymnastik, Medikamente und bei Bedarf minimalinvasive Eingriffe

Die nächsten Schritte:

  • Arzt: Bestätigung einer Verdachtsdiagnose durch den „Stuhlsteigeversuch“ und bildgebende Verfahren
  • Selbsthilfe: Sport, Gymnastik, gesunder Lebensstil

 

Inhalt:

 

Was ist eine Sakroiliitis?

Grafik HüftknochenAls Sakroiliitis bezeichnet der Mediziner eine entzündliche Veränderung im unteren Abschnitt der Wirbelsäule, am sogenannten Iliosakralgelenk. Das Gelenk sitzt zwischen dem Kreuz- und Darmbein und es kann in Fällen von entzündlichen Prozessen für erhebliche Schmerzen sowie weitere unangenehme Beschwerden sorgen. Da es sich hier häufig um eine lang anhaltende und sich in ihrem Verlauf noch verschlechternde Erkrankung handelt, spricht der Facharzt auch von einer chronisch-progredienten Entzündung, die mit sehr starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden sein kann.

Welche Ursachen hat die Sakroiliitis?

Eine Sakroiliitis besteht nicht allein, sondern tritt häufig als Folgeerkrankung von Morbus Bechterew, Morbus Reiter sowie entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn auf. Welche Ursachen genau für die Entstehung einer Sakroiliitis vorliegen, sind noch nicht ganz geklärt. Experten nehmen an, dass dafür eine genetische Veranlagung vorliegt.

Nur wenige Prozent der Mitteleuropäer haben ein spezielles Eiweiß (HLA-B27), das sie anfälliger für rheumatische Gelenkentzündungen wie Morbus Reiter und daher auch für eine Sakroiliitis macht.

Symptome einer Sakroiliitis und ihre Diagnose

Im Fall einer Sakroiliitis treten vorrangig Kreuz- und Gesäßschmerzen auf, die häufig tagsüber weniger ausgeprägt sind als nachts oder morgens. Bei einigen Patienten strahlen die Schmerzen auch in die Beine aus, dazu kommen oft Bewegungseinschränkungen und eine gewisse Steifigkeit in den Beinen. Meistens haben Betroffene Schmerzen beim Sitzen, was dann eine veränderte Sitzposition und letztendlich eine Fehlhaltung zur Folge hat.

Die Sakroiliitis verursacht weiterhin Probleme beim Laufen, Treppensteigen sowie bei längerem Stehen. Um dieses Krankheitsbild zu erkennen, muss der Arzt zunächst eine ausführliche Anamnese erheben. Daneben erfolgen klinische Tests wie ausführliche körperliche Untersuchungen. Einige können die Verdachtsdiagnose Sakroiliitis rasch erhärten, dazu gehört beispielsweise der „Stuhlsteigeversuch“. Dabei muss der Patient mit einem Bein auf einen Stuhl steigen, das löst bei einer Sakroiliitis die typischen Schmerzen aus.

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Die Diagnose sichert der Orthopäde auch hier mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Computertomografie, kurz CT, und Magnetresonanztomographie, kurz MRT, ab. Aufnahmen der Lendenwirbelwirbelsäule und des Beckens können dann eine Entzündung beziehungsweise den Zustand des betroffenen Bereiches gut darstellen und gleichzeitig andere Erkrankungen ausschließen. Mithilfe eines Röntgenbildes lassen sich jedoch Veränderungen erst nach einigen Jahren feststellen, eine MRT-Aufnahme erlaubt eine Diagnose in einem früheren Stadium.

Die Einteilung sieht wie folgt aus:

Grad 1:
Symptome: mögliche Veränderungen

Grad 2:
Symptome: leichte Veränderungen, z. B. Verhärtungen oder Substanzabbau

Grad 3:
Symptome: starke Veränderungen, auch am Gelenkspalt, evtl. mit teilweiser Gelenkversteifung

Grad 4:
Symptome: vollständige Gelenkversteifung

Mögliche Folge: Haltungsschäden und Behinderung

Bleibt die Sakroiliitis unbehandelt und nimmt einen schweren Verlauf, könnte die Spätfolge eine Ankylosierende Spondylitis sein. Dabei handelt es sich um eine Wirbelkörperentzündung, die mit Schmerzen und einer Versteifung der Gelenke einhergeht. Eine weitere Spätfolge können Haltungsschäden sein: Der Betroffene geht gebeugt, was sich nicht mehr ändern wird.

Der Grad der Behinderung und damit die Arbeitsunfähigkeit hängen von den Beeinträchtigungen ab:

Grad der Behinderung: 10%
Einschränkung: 
leichte Beschwerden ohne Funktionseinschränkung

Grad der Behinderung: 20-40%
Einschränkung:
 leichte Funktionseinbußen

Grad der Behinderung: >50%
Einschränkung: 
erhebliche dauerhafte Einschränkungen

Grad der Behinderung: 80-100%
Einschränkung: 
Versteifung des Rückens

Je nach Grad der Behinderung (GDB) ist die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Bei Erwerbsminderung kann ein früherer Renteneintritt möglich sein.

Behandlung hängt vom Grad der Erkrankung ab

Ärzte im Behandlungsgespräch mit PatientenAuch bei einer Sakroiliitis können zunächst konservative Methoden für eine Schmerzlinderung sorgen. Dazu zählt hauptsächlich eine regelmäßige Physiotherapie, wobei einzelne Übungen auch zu Hause durchgeführt werden sollten. Achten Sie darauf, auch sonst regelmäßig Sport zu treiben! Wählen Sie eine Sportart, die Ihnen Spaß macht und die mit möglichst wenig Schmerzen verbunden ist.

Gut zu wissen: Mit Krankengymnastik und Sport können Betroffene eine Schwerbehinderung vermeiden oder hinauszögern!

Weiterhin können bei Patienten mit Sakroiliitis auch Anwendungen von Wärme, Kälte oder Elektrotherapie gute Ergebnisse erzielen. In akuten Fällen sollten Patienten jedoch besser auf Wärmeanwendungen verzichten, sie bewirken dann eher das Gegenteil.

Parallel werden häufig entzündungshemmende Medikamente verordnet, beispielsweise nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Dabei muss der behandelnde Arzt genauestens auf die richtige Dosierung achten. Es kommen ebenfalls Ibuprofen oder Diclofenac zum Einsatz, wobei die Schmerzmittelgabe immer wohl dosiert und zeitlich begrenzt eingesetzt werden sollte. Bei starken Beschwerden werden Schmerzmittel direkt in die betroffene Iliosakralgelenke injiziert, um eine schnellere Wirkung direkt an der betroffenen Stelle zu erreichen.

In besonders schweren und langwierigen Fällen, wenn manuelle, physiotherapeutische Maßnahmen nicht mehr helfen, greifen Wirbelsäulenchirurgen heutzutage auf kleine Dreiecksimplantate aus Titan zurück. In einem minimalinvasiven Eingriff positionieren sie die Implantate vorsichtig in dem Iliosakralgelenk, um es zu stabilisieren.

Je nach Ausprägung der Krankheit kann eine Reha Sinn machen. Gerne beraten wir Sie vor Ort, welche Möglichkeiten es bei Ihnen gibt.

Leben mit Sakroiliitis: Tipps für den Alltag

Wir haben ein paar typische Patientenfragen für Sie zusammengestellt:

Gibt es spezielle Ernährungsempfehlungen für Sakroiliitis-Patienten?
Zwar gibt es für manche Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis bereits Ernährungsempfehlungen, die Sakroiliitis zählt aber leider nicht dazu. Wenn Sie auch unter Morbus Bechterew leiden, können Sie eine vegetarische Ernährung ausprobieren. Sie kann nach etwa drei Monaten zu einer Besserung führen.

Ich habe Morbus Bechterew und bin ständig müde. Was kann ich tun?
Müdigkeit ist ein typisches Symptom dieser Erkrankung. Regelmäßiges Lüften, eine kalte Dusche, Bewegung und Power Napping können die Lebensgeister wecken.

Darf ich rauchen und Alkohol trinken?

Tabak und Alkohol verringern womöglich die Wirkung Ihrer Medikamente, weshalb Sie besser darauf verzichten sollten.

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Warum zu Dr. Schneiderhan?

  • Orthopäde seit 1993
  • Schwerpunkte: interventionelle Schmerztherapie und minimalinvasive Wirbelsäuleneingriffe
  • Bevorzugung konservativer Verfahren
  • Präsident der deutschen Wirbelsäulenliga e. V.
  • Autor dreier Patientenratgeber und Referent auf Fachkongressen

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