Behandeln von Nackenschmerzen beim Orthopäden in München
Nackenschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden des Bewegungsapparats. Schätzungen zufolge verspürt etwa jeder zweite Mensch mindestens einmal im Leben Schmerzen im Nacken. Viele Betroffene klagen zusätzlich über Schmerzen, die in Hinterkopf, Schultern oder Arme ausstrahlen.
Häufig steckt eine harmlose, aber sehr unangenehme Muskelverspannung dahinter – etwa durch ungünstiges Schlafen, langes Sitzen am Computer oder Stress. In vielen Fällen bessern sich solche Nackenschmerzen mit Wärme, leichten Schmerzmitteln, Entspannungs- und physiotherapeutischen Übungen sowie mehr Bewegung. Wird der Hals jedoch steif und jede Kopfbewegung zur Qual, sollten die Beschwerden ernst genommen werden.
Nackenschmerzen: harmlos oder Warnsignal?
Ernstere Ursachen von Nackenschmerzen sind zum Beispiel Bandscheibenvorfälle an der Halswirbelsäule, rheumatische Erkrankungen oder Arthrose der Wirbelgelenke. In solchen Fällen ist eine gezielte orthopädische Behandlung wichtig. Treten plötzlich stärkste Nackenschmerzen mit Nackensteife, starken Kopfschmerzen, Fieber, Gangstörungen oder Taubheitsgefühlen auf, sollte sofort ärztliche Hilfe gesucht werden – im Zweifel als Notfall.
Die gute Nachricht: Sind die Ursachen der Nackenschmerzen geklärt, lässt sich in vielen Fällen mit einer individuell abgestimmten Therapie rasch eine deutliche Linderung erreichen. In unserem MVZ in München konzentrieren wir uns seit vielen Jahren auf Beschwerden der Wirbelsäule – von akuten Nackenschmerzen bis zu chronischen Nackenverspannungen.
Als Orthopäde München begleiten wir Sie vom ersten Gespräch über die Diagnostik bis zur Therapie und Vorbeugung. Warten Sie nicht, bis aus Nackenschmerzen dauerhafte Einschränkungen werden – je früher Sie handeln, desto besser sind die Chancen, Folgeschäden zu vermeiden.
Überblick über den Inhalt:
- Symptome von Nackenschmerzen
- Ursachen von Nackenschmerzen
- Behandlung von Nackenschmerzen
- Nackenschmerzen lindern, lösen, vorbeugen
- Die richtige Schlafposition
- Übungen für den Nacken
- Ergonomie am Schreibtisch
Symptome von Nackenschmerzen
Nackenschmerzen können sehr unterschiedlich aussehen – von einem leichten Ziehen bis zu starken, ausstrahlenden Schmerzen. Auch die Dauer der Beschwerden ist wichtig:
- akut: bis zu 3 Wochen
- subakut: 4 bis 12 Wochen
- chronisch: länger als 12 Wochen
Die genaue Art des Schmerzes und begleitende Symptome geben dem Arzt wichtige Hinweise auf die Ursache.
Typische Beschwerden bei Nackenschmerzen sind zum Beispiel:
- Schmerzen oder Ziehen beim Drehen oder Neigen des Kopfes
- steifer Nacken, eingeschränkte Beweglichkeit
- dumpfe oder drückende Kopfschmerzen, oft vom Nacken ausgehend
- Schmerzen im Schulterbereich
- Schwindel, gelegentlich Übelkeit
- ausstrahlende Schmerzen in Kopf, Schulter, Arm oder Hand
- Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheit
Sind Muskeln im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich stark verspannt, klagen viele Betroffene über deutliche Spannungs-Kopfschmerzen. In manchen Fällen kann auch ein eingeklemmter Nerv hinter Nackenschmerzen mit Schwindel oder ausstrahlenden Beschwerden stecken.
Häufige Schmerztypen bei Nackenschmerzen
Nackenschmerzen werden von Betroffenen sehr unterschiedlich beschrieben – mal stechend, mal pochend, mal mit Knacken oder Ausstrahlung in Kopf oder Arme. Die Art des Schmerzes liefert Ihrem Orthopäden wichtige Hinweise auf die mögliche Ursache.
Typische Schmerzformen sind:
Stechende Schmerzen
Stechende Nackenschmerzen entstehen häufig durch abnutzungsbedingte Veränderungen, die auf Nerven oder Nervenwurzeln drücken – zum Beispiel:
- Knochenanbauten (z. B. Spondylarthrose)
- vorgewölbte oder vorgefallene Bandscheiben
- Wirbelbrüche
- stark verspannte Muskulatur
Knirschen und Knacken im Nacken
Ein Knirschen oder Knacken im Nacken bei Kopfbewegungen kann Hinweis auf verschlissene Knorpelflächen und degenerative Veränderungen in der Halswirbelsäule sein, etwa:
- Facettengelenksarthrose („Gelenkverschleiß“ der Wirbelgelenke)
- Knorpelabrieb, sodass Knochen auf Knochen reibt
- Wirbelblockaden durch Muskelverspannungen
Tritt das Knirschen im Nacken gemeinsam mit Kopfschmerzen oder neurologischen Symptomen auf, sollte die Ursache orthopädisch abgeklärt werden.
Pochende Schmerzen im Hinterkopf
Pochende Schmerzen, die vom Hinterkopf ausgehen, können unter anderem verursacht werden durch:
- Reizung oder Einengung des Hinterhauptnervs (z. B. bei zervikalem Bandscheibenvorfall)
- stark verspannte Nackenmuskulatur
Kombinierte Nacken- und Kopfschmerzen
Kombinierte Nacken- und Kopfschmerzen können sehr verschiedene Ursachen haben – von Nervenreizungen, Verspannungen und Fehlhaltungen bis hin zu entzündlichen Erkrankungen wie Meningitis. Bei starken, plötzlich einsetzenden Kopfschmerzen oder Fieber sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Ausstrahlende Nackenschmerzen in die Arme
Strahlen Nackenschmerzen in Schulter, Arm oder Hand aus, deutet dies häufig auf Probleme im mittleren oder unteren Bereich der Halswirbelsäule hin. Warnzeichen für eine Nervenwurzel- oder Rückenmarksschädigung sind:
- Taubheitsgefühle
- Kribbeln („Ameisenlaufen“)
- Kraftverlust
- Lähmungserscheinungen in Händen oder Fingern
In solchen Fällen ist eine zeitnahe orthopädisch-neurologische Diagnostik wichtig.
Ursache von Nackenschmerzen:
Nackenschmerzen haben viele mögliche Ursachen. In der Mehrzahl der Fälle stecken Haltungsprobleme, Muskelverspannungen und Bewegungsmangel dahinter.
Die Halswirbelsäule ist sehr beweglich – und damit auch empfindlich. Muskeln und Bindegewebe im Nackenbereich benötigen eine gute Durchblutung und Wärme, um optimal zu arbeiten. Faktoren, die Nackenschmerzen begünstigen, sind unter anderem:
- einseitige Belastung, z. B. langes Sitzen am PC oder im Auto
- ungünstige Körperhaltung, nach vorne geneigter Kopf
- Zugluft, kalte Räume, offene Fenster
- zu wenig Bewegung
- Stress und psychische Belastungen
Verkürzen und verhärten sich Muskeln im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich über längere Zeit, kommt es zu einem Teufelskreis aus Schmerzen, Schonhaltung und noch stärkeren Verspannungen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist Stress. Er erhöht die Muskelspannung und kann Nackenverspannungen verstärken oder allein auslösen. Typisch betroffen sind Menschen, die:
- viel und lange im Auto sitzen
- im Büro oder Homeoffice arbeiten
- unter beruflichem oder privatem Druck stehen
Unspezifische Nackenschmerzen
Unspezifische Nackenschmerzen sind die häufigste Form. Die genaue Struktur, die den Schmerz auslöst, lässt sich nicht immer eindeutig benennen. Typische Auslöser:
- muskuläre Verspannungen (z. B. M. trapezius)
- Fehlhaltungen: langes Sitzen am Computer, Arbeiten über Kopf
- ungünstige Sportarten oder Techniken (z. B. Brustschwimmen mit stark überstrecktem Kopf, Rennradfahren mit tiefem Lenker)
- Bewegungsmangel und Übergewicht
- Schwangerschaft
- psychische Belastungen wie Stress, Depressionen oder Angststörungen
Spezifische Nackenschmerzen
Spezifische Nackenschmerzen haben eine klar identifizierbare Ursache. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel:
- Verletzungen der Halswirbelsäule (z. B. Schleudertrauma nach Unfall)
- Arthrose der Wirbelgelenke (Facettengelenksarthrose)
- Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule
- Wirbelblockaden
- Fehlstellungen der Wirbelsäule (z. B. Skoliose, Kyphose)
- entzündlich-rheumatische Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis)
- Osteoporose mit Wirbelkörperbrüchen
- Engstellen des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose)
Diese Formen der Nackenschmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt und gezielt behandelt werden, um Folgeschäden zu vermeiden.
Behandlung von Nackenschmerzen
Leichte, spannungsbedingte Nackenschmerzen klingen oft innerhalb weniger Tage von alleine ab – vor allem, wenn Sie den Nacken warm halten, sich bewegen und sanfte Übungen durchführen.
Leiden Sie jedoch unter starken, wiederkehrenden oder länger anhaltenden Nackenschmerzen, ist eine orthopädische Abklärung sinnvoll. Dies gilt besonders, wenn:
- die Schmerzen in Arme oder Hände ausstrahlen
- Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Kraftverlust auftreten
- Fieber, starke Kopfschmerzen oder Gangunsicherheit hinzukommen
Unser Leistungsschwerpunkt im MVZ Dr. Schneiderhan liegt auf der Behandlung von Schmerzen an Wirbelsäule und Gelenken – dazu gehören insbesondere auch Nackenschmerzen und Nackenverspannungen. In einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung ermitteln wir zunächst die Ursache Ihrer Beschwerden. Anschließend planen wir gemeinsam mit Ihnen die passende Therapie.
Ziel der Behandlung ist immer:
- Schmerzen zu lindern
- Beweglichkeit zu verbessern
- Alltagseinschränkungen zu verringern
- Rückfällen aktiv vorzubeugen
Schnelle Hilfe gegen leichte Nackenschmerzen:
- Die richtige Schlafposition
- Spezifische Dehnübungen für den Nacken
- Kräftigungsübung für den Nacken
- Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung

Injektionstherapie im Nackenbereich zur Schmerzlinderung
Injektionstherapie mit Muskelrelaxans
Bei starken, spannungsbedingten Kopf-, Rücken- und Nackenschmerzen setzen wir unter anderem eine gezielte Injektionstherapie mit einem Muskelrelaxans ein.
- Es werden sehr geringe Wirkstoffmengen direkt in schmerzhafte Muskelverhärtungen (Triggerpunkte) gespritzt.
- Wir verwenden dafür sehr feine Kanülen, wodurch die Behandlung in der Regel gut toleriert wird.
- Das Muskelrelaxans führt zu einer vorübergehenden Entspannung der überlasteten Muskulatur.
Die Wirkung setzt meist innerhalb von 2 bis 10 Tagen ein und hält in der Regel 3 bis 6 Monate an. In dieser Zeit kann die Muskulatur durch Physiotherapie, Dehn- und Kräftigungsübungen neu „angelernt“ und stabilisiert werden.
Selbsthilfemaßnahmen bei unspezifischen Nackenschmerzen
Bei unspezifischen Nackenschmerzen ohne Hinweis auf eine ernste Grunderkrankung empfehlen wir zunächst konservative Maßnahmen:
- Wärme: Wärmflasche, Kirschkernkissen oder warme Duschen lockern die Muskulatur. In manchen Fällen kann auch Infrarotbestrahlung helfen.
- Kälte: Bei akuten Reizungen von Nerven oder Gelenken kann ein Kühlpack sinnvoll sein – immer mit Tuch dazwischen, um die Haut zu schützen.
- Bewegung statt Schonhaltung: Vermeiden Sie längere Ruhigstellung des Nackens. Sanfte, schmerzangepasste Bewegung fördert die Durchblutung und verhindert weitere Verspannung.
- gezielte Übungen: Spezielle Dehn- und Lockerungsübungen unterstützen den Heilungsprozess (siehe Übungen weiter unten).
Medikamente bei Nackenschmerzen
Kurzfristig können entzündungshemmende Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen oder Diclofenac) sinnvoll sein, um eine akute Schmerzphase zu überbrücken und Bewegung überhaupt erst wieder möglich zu machen.
Wichtig dabei:
- Schmerzmittel nur für wenige Tage und nicht dauerhaft einnehmen
- nicht höher dosieren als empfohlen
- bei Vorerkrankungen (z. B. Magen, Niere, Herz) Rücksprache mit Arzt oder Ärztin halten
Wenn die Schmerzen trotz dieser Maßnahmen bestehen bleiben oder wiederkehren, ist eine erneute orthopädische Abklärung sinnvoll.
Nackenverspannungen lindern, lösen, vorbeugen

Falsche und korrekte Wirbelsäulenhaltung mit Smartphone
Immer mehr Menschen leiden unter Nackenverspannungen. Sie entstehen meist nicht plötzlich, sondern entwickeln sich schleichend durch unseren Alltag – etwa durch langes Sitzen, ungünstige Haltungen oder dauerhafte Anspannung.
Damit Nackenverspannungen gezielt gelindert und langfristig verhindert werden können, ist es wichtig, die typischen Auslöser zu kennen. Häufig sind es kleine Gewohnheiten, die die Nackenmuskulatur Tag für Tag überlasten, ohne dass wir es sofort bemerken.
Typische Auslöser sind:
- häufiger Blick nach unten auf das Smartphone
- langes Sitzen, vor allem im Homeoffice oder Büro
- ungünstige Sitzposition im Auto
- schlechter oder zu kurzer Schlaf
- Zugluft und Kälte
- Stress, innere Anspannung und Sorgen
- Bewegungsmangel
Studien zeigen, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung gelegentlich unter Nackenverspannungen leidet, rund sieben Prozent der Erwachsenen sind chronisch betroffen – Tendenz steigend.
Typische Beschwerden und Warnsignale bei Nackenverspannungen
„Die Symptome ähneln sich bei vielen Betroffenen“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan. „Der Nacken fühlt sich steif an, die Beweglichkeit ist eingeschränkt, und häufig treten starke Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit auf.“
In den meisten Fällen sind Muskelverspannungen die Ursache. Überbeanspruchte oder überlastete Muskeln im Nackenbereich reagieren mit Verkrampfung. Psychische Belastungen wie Stress oder Ängste verstärken diese erhöhte Muskelspannung zusätzlich.
Eine besondere Rolle spielen die Faszien, also das Bindegewebe, das Muskeln und Organe umhüllt: Normalerweise elastisch, können Bewegungsmangel oder Stress dazu führen, dass Faszien verkleben. Das kann Schmerzen im Rücken-, Nacken- und Schulterbereich verursachen.
„Akut auftretende Nackenschmerzen verschwinden meist von allein. Bei starken oder ausstrahlenden Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln, Gangunsicherheit oder Fieber sollte jedoch unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.“
Therapie – von Wärme bis minimal-invasiver Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache:
- verspannte Muskulatur: Wärme, aktive Bewegung, Physiotherapie, Massagen
- akute Schmerzphase: vorübergehend schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente
- strukturelle Ursachen wie Spinalkanalstenose oder Bandscheibenvorfall: interdisziplinäre Abklärung, ggf. minimal-invasive Verfahren
„Wenn verschiedene Fachrichtungen zusammenarbeiten, erhöht das die Chance auf eine optimale Behandlung“, betont Dr. Schneiderhan. „Eine Operation sollte immer gut abgewogen und nur durchgeführt werden, wenn sie wirklich notwendig ist. Steht ein Eingriff an, stehen heute sehr schonende minimal-invasive Methoden zur Verfügung.“
Vorbeugen ist besser als behandeln
Am wirksamsten ist es, Nackenschmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen. Besonders wichtig sind:
- regelmäßige Bewegung im Alltag
- aktive Pausen bei sitzender Tätigkeit
- Stressabbau und Entspannung
- ergonomischer Arbeitsplatz
- passende Matratze und Kissen
Wer viel sitzt – am Schreibtisch oder im Auto -, sollte bewusst Mikropausen einbauen: aufstehen, ein paar Schritte gehen und einfache Dehn- und Lockerungsübungen für den Nacken durchführen. Untersuchungen zeigen, dass solche Unterbrechungen nicht nur Muskelverspannungen vorbeugen, sondern auch die Konzentration und Leistungsfähigkeit verbessern.
Bei stressbedingten Nackenproblemen sind Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder Autogenes Training hilfreich. Ebenso wichtig: eine Matratze und ein Kopfkissen, die gut zu Körperbau und Schlafposition passen.
Terminvereinbarung
Am besten ist es, Sie stellen sich persönlich in unserem Zentrum vor. Vereinbaren Sie dazu bitte telefonisch einen Termin über unsere Zentrale.
Die richtige Schlafposition

Frau mit Nackenschmerzen nach ungesunder Schlafposition
Nackenschmerzen am Morgen sind keine „normale Alterserscheinung“, sondern häufig ein Hinweis darauf, dass Matratze und Kopfkissen nicht optimal passen oder die Schlafposition ungünstig ist.
„Um nachts zu regenerieren und erholt aufzuwachen, sollten Matratze und Kissen individuell angepasst sein“, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan. „Das gilt für Rücken-, Bauch- und Seitenschläfer gleichermaßen.“
Während des Schlafs:
- entspannen sich Muskeln
- regenerieren sich Bandscheiben, indem sie Flüssigkeit aufnehmen
- schüttet der Körper entzündungshemmende Botenstoffe aus
Damit dieser Regenerationsprozess gut funktioniert, sollte die Wirbelsäule in einer möglichst natürlichen Position liegen.
Welche Schlafposition ist günstig?
- Seitenlage: Für Menschen mit Nacken- oder Rückenschmerzen ist die Seitenlage meist die beste Position, weil die Wirbelkörper entlastet werden. Wichtig ist, nicht zu stark „einzurollen“, da eine ausgeprägte Krümmung der Wirbelsäule ungünstig sein kann.
- Rückenlage: Ebenfalls gut geeignet, wenn das Kissen die natürliche S-Form der Wirbelsäule unterstützt.
- Bauchlage: Weniger empfehlenswert, da der Kopf dauerhaft zur Seite gedreht wird. Die natürliche Krümmung der Wirbelsäule flacht ab, es kommt zu einer Überstreckung und Überlastung von Gelenken, Muskeln und Nackenstrukturen.
Unabhängig von der Rückengesundheit spielt es eine Rolle, ob man auf der linken oder rechten Seite schläft. Auf der rechten Seite ist der Druck auf Herz und Lunge etwas größer, Sodbrennen kann häufiger auftreten. Das Liegen auf der linken Seite ist für viele Menschen günstiger.
Wichtig ist außerdem: Der Körper bewegt sich nachts von Natur aus. Alle 10 bis 20 Minuten wechseln wir unbewusst die Position. Diese Bewegungen sind wichtig für Durchblutung, Gelenkbeweglichkeit und Bandscheibenregeneration. Die Empfehlungen betreffen daher vor allem die Einschlafposition.
Matratze – Kaltschaum, Federkern oder Boxspring?
Entscheidend sind vor allem:
- Wärmeisolierung
- Elastizität und Anpassungsfähigkeit
- passender Härtegrad
Wer leicht friert, kommt häufig mit einer Kaltschaummatratze gut zurecht. Federkernmatratzen leiten Wärme besser ab und eignen sich für Menschen, die schnell schwitzen. Boxspringbetten bieten eine komfortabel hohe Liegefläche, bei minderer Qualität können sich jedoch Liegekuhlen bilden, die der Rückengesundheit schaden.
Für Paare empfiehlt Dr. Schneiderhan in der Regel getrennte Matratzen mit individuell passendem Härtegrad und eigener Unterfederung.
Kissen im Fokus
Je nach Schlafposition sind unterschiedliche Kopfkissen sinnvoll:
- Seitenschläfer: Die Schulter sollte tief in die Matratze einsinken können, der Kopf darf nicht nach unten abknicken. Ideal sind schmalere Kissen (z. B. 40 × 60 cm oder 40 × 80 cm), die den Abstand zwischen Schulter und Kopf ausfüllen. Spezielle längliche Seitenschläferkissen können zusätzlich Knie, Becken und Wirbelsäule entlasten.
- Rückenschläfer: Klassische Formate eignen sich, wenn das Kissen nicht zu hoch ist und die natürliche Halslordose unterstützt.
- Bauchschläfer: Hier sollte möglichst kein hohes Kopfkissen verwendet werden. Besser sind spezielle Lagerungskissen, die Becken oder oberen Rücken sanft anheben und so die Nackenbelastung reduzieren.
Spezifische Dehnübungen für den Nacken

Um Nackenschmerzen vorzubeugen, streckt die Dame ihren Nacken
Nacken-Seitendehnung
Ausführung: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Neigen Sie den Kopf langsam zur rechten Seite, das rechte Ohr bewegt sich Richtung rechte Schulter. Halten Sie die Position etwa 30 Sekunden und wiederholen Sie die Übung auf der linken Seite.
Tipp: Sie können die Dehnung vorsichtig verstärken, indem Sie die Hand der gedehnten Seite leicht auf den Kopf legen – immer ohne zu ziehen oder zu drücken.
Ziel: Dehnung der seitlichen Nackenmuskeln.
Nacken-Vorneigung
Ausführung: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Senken Sie den Kopf langsam nach vorne, bis das Kinn in Richtung Brust zeigt. Halten Sie die Position ca. 30 Sekunden.
Tipp: Versuchen Sie, die Schultern entspannt und unten zu halten.
Ziel: Dehnung der hinteren Nackenmuskeln.
Nacken-Drehung
Ausführung: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Drehen Sie den Kopf langsam nach rechts, bis das Kinn über die rechte Schulter zeigt. Halten Sie die Position ca. 30 Sekunden und wiederholen Sie die Übung zur linken Seite.
Tipp: Drehen Sie nur so weit, wie es ohne Schmerzen gut geht.
Ziel: Entspannung der Nackenmuskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit.
Nacken-Hinterneigung
Ausführung: Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Neigen Sie den Kopf langsam nach hinten, das Kinn zeigt Richtung Decke. Halten Sie die Position ca. 30 Sekunden.
Tipp: Den Nacken nicht überstrecken; stoppen Sie die Bewegung bei Unbehagen oder Schmerz.
Ziel: Dehnung der vorderen Nackenmuskeln.
Kräftigungsübung für den Nacken:

Eine junge Frau massiert sich den Nacken, um die Schmerzen zu lindern
Kräftige Nackenmuskeln stabilisieren die Halswirbelsäule und schützen vor wiederkehrenden Nackenschmerzen.
Ausführung: Setzen Sie sich aufrecht hin und legen Sie die Handflächen auf die Stirn. Drücken Sie den Kopf sanft gegen die Hände, ohne dass sich der Kopf bewegt. Halten Sie die Spannung 5-10 Sekunden und wiederholen Sie die Übung etwa 10-mal.
Tipp: Der Nacken bleibt gerade, die Bewegung ist kontrolliert und ohne Pressatmung.
Ziel: Kräftigung der vorderen Nackenmuskulatur, Stabilisierung der Halswirbelsäule, Prävention von Nackenschmerzen.
Schulterheben
Ausführung: Stehen Sie aufrecht mit den Armen seitlich am Körper. Heben Sie beide Schultern langsam Richtung Ohren und lassen Sie sie anschließend wieder sinken. Wiederholen Sie die Übung 10-15-mal.
Tipp: Für einen stärkeren Trainingsreiz können leichte Kurzhanteln verwendet werden.
Ziel: Kräftigung der Trapezmuskulatur, Verbesserung der Schulter- und Nackenstabilität, Vorbeugung von Nackenschmerzen.
Ergonomie am Schreibtisch

Frau im Büro sitzend mit Nackenschmerzen wegen schlechte Haltung
Um Nackenschmerzen am Schreibtisch zu vermeiden, ist die richtige Ergonomie entscheidend. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Belastung der Nackenmuskulatur zu reduzieren, die Ergonomie am Arbeitsplatz zu verbessern und so insgesamt für eine bessere Körperhaltung zu sorgen.
Arbeitsplatz richtig einstellen
- Bildschirmposition: Oberkante des Monitors etwa auf Augenhöhe; Sie sollten geradeaus schauen können, ohne den Kopf nach oben oder unten zu beugen.
- Schreibtischhöhe: Unterarme liegen beim Tippen etwa im rechten Winkel auf, Handgelenke sind gerade, Unterarme parallel zum Boden.
- Stuhleinstellung: Füße stehen flach auf dem Boden oder einer Fußstütze. Knie leicht tiefer als die Hüfte. Die Rückenlehne sollte die natürliche Krümmung der Lendenwirbelsäule unterstützen.
- Tastatur und Maus: Direkt vor dem Körper und in angenehmer Reichweite, um unnötiges Strecken oder Verdrehen zu vermeiden.
- Pausen und Bewegung: Alle 30-60 Minuten kurz aufstehen, Position wechseln, Schultern lockern, einige Nackenübungen einbauen.
- Beleuchtung: Gutes Licht reduziert Augenanstrengung und indirekt auch Nackenverspannungen.
Tipps gegen den Corona Rücken
Seit vermehrtem Homeoffice und weniger Bewegung klagen viele Menschen über Rückenschmerzen und Nackenschmerzen. Gegensteuern können Sie mit:
- ergonomisch eingerichtetem Arbeitsplatz
- häufigem Positionswechsel (auch mal im Stehen arbeiten)
- kurzen Bewegungs- und Dehnpausen über den Tag
- regelmäßiger Kräftigung von Rücken- und Nackenmuskulatur
VIDEO: Dr. med. Reinhard Schneiderhan über Nackenschmerzen bei Frauen
Warum Frauen oft Nackenschmerzen haben – kurz erklärt
So beugen Sie Nackenschmerzen und Verspannungen vor
- Zugluft an Nacken und Schultern vermeiden
- ergonomischen Arbeitsplatz einrichten
- Sitzposition regelmäßig wechseln
- keine „Telefon-Klemme“ – besser Headset oder Freisprechanlage nutzen
- schwere Lasten nicht einseitig tragen, Gewicht auf beide Seiten verteilen
- regelmäßige Bewegung und kleine Nackenübungen in den Alltag einbauen
- Stress reduzieren, z. B. mit Yoga oder Autogenem Training
- Schlafplatz überprüfen: geeignete Matratze und passendes Kissen wählen
- Bauchschläfer: besser ohne Kopfkissen schlafen
- Seitenschläfer: Nackenstützkissen nutzen, das den Abstand zwischen Ohr und Schulter im Liegen ausfüllt]
Prof. Dr. med. habil. Dr. h. c. , FRCSEd Nikolai Rainov
jameda Bewertung vom 11.11.2018
Wirbelsäulen-OP
"Zehn Jahre Rückenschmerzen - endlich vorbei"


