Was tun bei Rückenschmerzen?
In Deutschland leiden rund 11 Millionen Menschen unter akuten oder chronischen Rückenschmerzen. Diese gelten inzwischen als neue Volkskrankheit: Immer mehr Arbeitsstunden am PC, Stress, fehlende Bewegung und einseitige Belastungen gehören zu den häufigsten Auslösern. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Betroffenen mit chronischen Rückenschmerzen mehr als verdoppelt – ein deutliches Warnsignal (Loss Aversion).
Die gute Nachricht: Es gibt heute eine Vielzahl schonender, effektiver Therapien, die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit zuverlässig verbessern. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Wirbelsäulenmedizin (Authority Bias) behandeln wir Patientinnen und Patienten nach modernen, wissenschaftlich fundierten Konzepten.
Hier erfahren Sie alles Wichtige über Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und die wirksame Vorbeugung von Rückenschmerzen.
Überblick über den Inhalt:
- Arten von Rückenschmerzen
- Behandlung von Rückenschmerzen
- Ursachen von Rückenschmerzen
- Symptome von Rückenschmerzen
- Rückenschmerzen vorbeugen
Arten von Rückenschmerzen
Wie werden Schmerzen im Rücken behandelt?
Das Ziel jeder Therapie ist es, Rückenschmerzen möglichst rasch zu lindern und Patientinnen und Patienten wieder eine normale Alltagsbeweglichkeit zu ermöglichen.
Konservative Behandlung
Das hilft gegen Rückenschmerzen:
- Wärmeanwendungen
- Schmerzmittel (auch als Spritzen)
- Gezielte Entspannung
- Massage
- konservative Physiotherapie
- Sport und Bewegung
- Operative Behandlung
Bei leichten Rückenschmerzen liegt die Ursache häufig in einer Muskelverspannung. Wärme, schonende Bewegung und Entspannungstechniken können die Beschwerden oft deutlich reduzieren. In hartnäckigen Fällen sind gezielte Schmerztherapien sinnvoll, um Schonhaltungen zu verhindern und die Mobilität zu erhalten.

Behandlungsbeispiel: Präzise Injektionstherapie bei Rückenschmerzen im Nackenbereich
Bildgesteuerte Injektionen
Bei starken oder akuten Rückenschmerzen setzen wir bildwandlergesteuerte Injektionen ein. Dabei wird ein schmerz- und bei Bedarf entzündungshemmendes Medikament punktgenau an die betroffene Struktur verabreicht.
Vorteile:
- schnelle Schmerzlinderung
- geringere Medikamentendosen
- deutliche Vermeidung unnötiger Operationen
Ihr Vorteil bei uns: individuelles, fachübergreifendes Behandlungskonzept
In unseren vier medizinischen Versorgungszentren profitieren Sie von:
- interdisziplinärer Zusammenarbeit erfahrener Wirbelsäulen- und Schmerzexperten
- modernsten diagnostischen Verfahren
- Therapie und Diagnostik am selben Tag, um unnötige Wege zu vermeiden
- konservativen und minimalinvasiven Verfahren, bevor ein operativer Eingriff überhaupt in Betracht kommt
Als Ihr Orthopäde in München stehen wir Ihnen mit umfassender Expertise zur Seite.
Terminvereinbarung
Am besten ist es, Sie stellen sich persönlich in unserem Zentrum vor. Vereinbaren Sie dazu bitte telefonisch einen Termin über unsere Zentrale.
Welche Ursachen haben Rückenschmerzen?

Medizinische Darstellung der Wirbelsäule – typische Ursachen für Rückenschmerzen
Die Ursachen für Rückenschmerzen sind vielfältig. Meist wirken mehrere Faktoren gleichzeitig, etwa einseitige Belastungen, zu wenig Bewegung oder Stress. Viele Beschwerden entstehen schleichend im Alltag – zum Beispiel durch langes Sitzen oder dauerhaft erhöhte Muskelspannung.
Häufige Ursachen im Überblick:
- Bewegungsmangel – schwächt die Rumpfmuskulatur
- Muskelverspannungen – häufig stress- oder haltungsbedingt
- Übergewicht – erhöht die Belastung der Wirbelsäule
- Fehlhaltungen im Alltag – z. B. am Schreibtisch
- Verschleißerscheinungen – alters- oder belastungsbedingt
- Arthrose – Abnutzung der kleinen Wirbelgelenke
- Osteoporose – begünstigt Wirbelbrüche
- Schleudertrauma – oft nach Unfällen
- Bandscheibenvorfälle – Druck auf Nervenstrukturen
- Wirbelkörperbrüche
- Tumore & Metastasen
- Knochenverdickung (Morbus Paget)
- Durchblutungsstörungen im Rückenmark
Weitere mögliche Ursachen:
- Muskelverkürzungen
- Fehlstellungen (z. B. Skoliose)
- entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen
- narbige Veränderungen nach Operationen
- berufliche Belastungen (Heben, Vibrationen)
Rund 60 % der Rückenschmerzen entstehen an der Lendenwirbelsäule, da sie den größten Teil des Körpergewichts trägt. Seltener sind Beschwerden an der Brust- oder Halswirbelsäule, die häufig mit Fehlhaltungen oder längerem Sitzen zusammenhängen. Eine genaue Diagnostik ist entscheidend, um den passenden Therapieansatz zu wählen.
Tipps gegen den Corona Rücken
Monatelanges Homeoffice, wenig Bewegung und improvisierte Arbeitsplätze haben viele Menschen belastet. Wenn der Küchentisch zum Schreibtisch wird und der tägliche Arbeitsweg entfällt, bleibt der Rücken oft in derselben Haltung – das führt schnell zu Verspannungen und Schmerzen. Auch wenn die intensive Homeoffice-Zeit der Pandemie bereits eine Weile zurückliegt, können ihre Auswirkungen bis heute spürbar sein. Viele Betroffene haben ungünstige Haltungs- und Bewegungsmuster beibehalten, die weiterhin zu Beschwerden führen können. Warten Sie nicht, bis daraus dauerhafte Einschränkungen werden: Mit gezielten Übungen und einfachen Alltagstipps können Sie Ihren Rücken spürbar entlasten und Beschwerden vorbeugen.
Welche Symptome haben Schmerzen im Rücken?
In vielen Fällen sind Rückenschmerzen harmlos und bilden sich innerhalb weniger Tage zurück. Sie können plötzlich auftreten – etwa beim klassischen Hexenschuss – oder sich über längere Zeit entwickeln.
Typische Beschwerden sind:
- Muskelschmerzen
- einschießende oder stechende Schmerzen
- Ausstrahlung ins Bein
- eingeschränkte Beweglichkeit
- Probleme beim Aufrichten

Rückenschmerzen und Schonhaltung – typisches Bild bei akuten Beschwerden
Ein wichtiges Warnzeichen ist die sogenannte Schonhaltung: Der Körper weicht schmerzhaften Bewegungen aus – doch das verstärkt Verspannungen und kann Beschwerden chronisch werden lassen.
Dauert der Schmerz im Rücken bereits länger als zwei Wochen an,
sollten Sie die Ursache von einem erfahrenen Orthopäden,
der auf Wirbelsäulenbeschwerden spezialisiert ist, abklären lassen!
So beugen Sie Rückenschmerzen vor
Bewegung
Die 5 wichtigsten Tipps gegen Rückenschmerzen:
- Heben schwerer Lasten: Immer aus den Knien heraus und mit geradem Rücken
- Auf passende Matratze und Lattenrost achten
- Auf einen ergonomischen Arbeitsplatz achten
- Übergewicht reduzieren
- Bei Bürojob: Mehrmals täglich aufstehen und bewegen
Regelmäßige Bewegung stärkt den Rücken, verbessert die Durchblutung der Muskulatur und löst Verspannungen. Bereits kleine tägliche Einheiten haben eine große Wirkung.
Besonders hilfreich sind dynamische Bewegungen, die die Wirbelsäule aufrichten und die lokale Muskulatur aktivieren – etwa zügiges Gehen, Radfahren, moderates Krafttraining oder sanftes Yoga.
Bewegung wirkt wie ein natürlicher Schmerzregulator:
- Die Nährstoffversorgung der Bandscheiben steigt.
- Die Rückenmuskulatur wird durchblutet und somit belastbarer.
- Der Körper bildet Endorphine, die Schmerzen reduzieren können.
Schon 10-15 Minuten pro Tag können ausreichen, um erste Verbesserungen zu erzielen. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit – nicht die Intensität.

Rückengymnastik: Stärkung der Rückenmuskulatur zur Vorbeugung von Rückenschmerzen
Gymnastik
Gezielte Rückengymnastik ist ideal, um Muskulatur aufzubauen und Schmerzen zu reduzieren. Übungen sollten jedoch korrekt erlernt werden – im Studio oder in Rückenkursen.
Wichtig ist ein Programm, das folgende Bereiche abdeckt:
- Mobilisation (z. B. Katzenbuckel-Pferderücken)
- Krafteinheiten für Bauch- und Rückenmuskulatur
- Dehnung verkürzter Muskelgruppen
- Koordinationsübungen zur Verbesserung der Stabilität
Viele Patientinnen und Patienten profitieren von Programmen wie Rückenschule, medizinischer Trainingstherapie oder funktionellem Krafttraining.
Ein häufiger Fehler: Übungen werden zu schnell oder mit unpassender Technik durchgeführt. Das kann Beschwerden verstärken. Deshalb empfiehlt es sich, neue Übungen zunächst unter professioneller Anleitung zu erlernen, bevor sie zu Hause fortgeführt werden.
Das richtige Bett
Ein optimal abgestimmtes Schlafsystem entlastet Wirbelsäule und Muskulatur. Matratze, Lattenrost und Kissen sollten individuell passen, damit die Wirbelsäule gerade liegen kann.
Die Wirbelsäule regeneriert sich vor allem nachts. Deshalb ist eine ergonomische Schlafposition essenziell:
- Die Matratze sollte nicht zu hart und nicht zu weich sein – sie muss das Becken und die Schultern einsinken lassen, während sie gleichzeitig stützt.
- Ein passender Lattenrost unterstützt die Federung und sorgt dafür, dass die Wirbelsäule nicht „durchhängt“.
- Das Kissen sollte den Nacken stabilisieren, ohne den Kopf abzuknicken. Seitenschläfer benötigen meist höhere, Rückenschläfer flachere Kissen.
Bei Paarmatratzen gilt: Jeder Mensch hat andere Anforderungen – deshalb sollte jeder seine eigene Matratze und seinen eigenen Lattenrost nutzen. Auch die Schlafposition spielt eine Rolle:
- Seitenschläfer: Matratze sollte punktelastisch sein
- Rückenschläfer: gleichmäßige Stützung entlang der Wirbelsäule
- Bauchschläfer: eher dünnes Kissen, um Hohlkreuz zu vermeiden
Autofahren ohne Schmerzen
Viele Erschütterungen beim Autofahren belasten die natürliche Schwingung der Wirbelsäule. Ein ergonomisch eingestellter Autositz kann Rückenbeschwerden deutlich reduzieren.
Wichtig sind:
- verstellbare Sitzhöhe und Sitztiefe
→ Die Oberschenkel sollen entspannt aufliegen, ohne Druck im Kniebereich. - neigbare Sitzfläche
→ Eine leicht nach vorn geneigte Sitzfläche stabilisiert das Becken. - gut gepolsterte und anpassbare Rückenlehne
→ Die Lendenwirbelsäule sollte durch eine leichte Wölbung gestützt werden (Lendenstütze/Lordosenstütze). - verstellbare Armlehnen und Kopfstütze
→ Armlehnen entlasten Schultern und Nacken; die Kopfstütze verhindert Überstreckungen bei Erschütterungen.
Weitere Empfehlungen:
- Alle 60-90 Minuten eine kurze Pause einlegen, um aufzustehen und die Rückenmuskulatur zu durchbluten.
- Die Sitzposition regelmäßig leicht variieren – starres Sitzen belastet den Rücken.
- Das Portemonnaie aus der Gesäßtasche nehmen, um Fehlhaltungen im Becken zu vermeiden.
Rückenschmerzen im Büro vorbeugen
Fehlhaltungen am Arbeitsplatz gehören zu den häufigsten Auslösern für Rückenschmerzen. Ein ergonomischer Arbeitsplatz kann Beschwerden langfristig verhindern.
Wichtig:
- Ergonomischer, höhenverstellbarer Schreibtisch
- Der Tisch sollte so eingestellt sein, dass Unterarme entspannt aufliegen können, ohne die Schultern hochzuziehen.
- Gut gepolsterter, rückenfreundlicher Bürostuhl
- Eine nach vorn gewölbte Lendenstütze verhindert das Absacken im unteren Rücken
- Die Sitzfläche muss groß genug sein, um das ganze Gesäß zu tragen, ohne Druckstellen zu erzeugen
- Der Stuhl sollte dynamisches Sitzen ermöglichen – leichte Bewegungen aktivieren die Muskulatur
- Regelmäßige Pausen & Bewegungseinheiten
- Ideal sind 1-2 Minuten Bewegung pro 30 Minuten Sitzen
→ Auch kleine Übungen wie Schulterkreisen, Aufstehen während eines Telefonats oder Dehnen des Nackens entlasten die Wirbelsäule.
Praktischer Tipp:
Viele Expertinnen und Experten empfehlen die 40-15-5-Regel:
- 40 Minuten sitzen
- 15 Minuten stehen
- 5 Minuten bewegen
So bleibt der Rücken flexibel und langfristig belastbar.
VIDEO: Ergonomie am Arbeitsplatz
Ergonomie am Arbeitsplatz – Übungen und Tipps gegen Rückenschmerzen
Für Patienten, die eine spezialisierte Beurteilung benötigen, steht unser Team und besonders Dr. Schneiderhan als erfahrener Orthopäde München jederzeit zur Verfügung.
Dr. Reinhard Schneiderhan
jameda Bewertung vom 13.11.2019
Endlich schmerzfrei - ein ganz neues Lebensgefühl!
"Endlich sind die Rückenschmerzen weg"


