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Endoskopische Verfahren

Ein Blick ins Innere des Körpers

Endoskopie heißt wörtlich übersetzt “in das Innere sehen“. Die Medizin versteht darunter die Betrachtung von Körperhöhlen und Hohlorganen mit Hilfe eines Endoskops. Nicht nur in der allgemeinen Chirurgie, sondern auch bei Problemen des Bewegungsapparats haben endoskopische Verfahren die Behandlungsmöglichkeiten revolutioniert: Insbesondere bei verschiedenen Formen von Bandscheibenvorfällen sowie bei Spinalkanalstenose und Osteoporose löst die Endoskopie klassische offene Eingriffe an der Wirbelsäule mehr und mehr ab. Minimal-invasive endoskopische Operationsverfahren benötigen lediglich einen wenige Millimeter großen Zugang durch die Haut zur Wirbelsäule, daher können Rückenprobleme mit diesem röhrenförmigen Instrument besonders schonend behandelt werden.

Indikationen

Eine Indikation für diesen Eingriff besteht bei Patienten mit Bandscheibenvorfall im Bereich der LWS, Verengung des Spinalkanals und des Foramens, Gelenkzyste im LWS-Bereich mit Nervenwurzelkompression, Vergrößerung des Facettengelenkes mit Wurzelreizerscheinungen im LWS-Bereich sowie entzündliches Geschehen im Bandscheibengewebe.

Indikationen für endoskopische Verfahren

  1. Weichteilige (Bandscheibenvorwölbung, Bandscheibenvorfall, verdickte Bänder) bedingte Einengungen im Bereich der Wirbelsäule
  2. Kombinierte Neuroforamenstenosen (verengte Nervenwurzeldurchtrittsstellen), Einengungen wie unter 1) in Kombination mit knöchernen Einengungen durch degenerierte Wirbelgelenke
  3. Kleinere, überwiegend knöchern bedingte Einengungen der Nervenwurzeldurchtrittsstellen

Varianten endoskopischer Verfahren

Je nachdem ob es um eine Diagnose oder eine Behandlung geht, lässt sich die Endoskopie grob unterteilen in:

  1. die diagnostische Endoskopie zur Betrachtung und ggf. zur Gewinnung von Gewebeproben (Biopsie) mit dem Ziel der Ursachenfindung
  2. die therapeutische Endoskopie, auch „operative oder interventionelle Endoskopie“ genannt, als Methode der minimal-invasiven Chirurgie für Eingriffe unterschiedlichen Ausmaßes, wobei umliegendes Gewebe maximal geschont wird

Hinsichtlich der endoskopischen Operation (2) stehen zwei Varianten zur Wahl:

  1. Minimal invasive endoskopische Operationen mit dem starren Endoskop
  2. Minimal invasive Endoskopie mit dem flexiblen Endoskop (Rüsseltechnik)

Diagnostik

Dr. Schneiderhan im Gespräch mit einer Patientin

Arzt-Patient-Gespräch

Zu Beginn führen wir eine ausführliche Diagnostik durch. Diese besteht aus einem Arzt-Patienten-Gespräch, der klinischen Untersuchung und unterstützenden bildgebenden Verfahren, wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT), die in unseren Praxisräumen noch am selben Tag durchgeführt werden. Darauf basierend erstellen wir für Sie einen individuellen Behandlungsplan und erläutern Ihnen die Behandlung Schritt für Schritt.

Dr. med. Zainalabdin Hadi:

Patienten, die eine frühzeitige Mobilität aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit oder ihren sportlichen Ambitionen wünschen, profitieren deutlich von endoskopischen Verfahren. Die schonende Operationstechnik vermeidet Ablösen von Muskulatur, verhindert Blutungen und somit auch Narbengewebebildungen. Wenn möglich sollte der endoskopischen Operationstechnik immer der Vorzug gegeben werden.“

Behandlung

Schaubild Endoskopischer Eingriff

Behandlungsbeispiel: Behandlung mit Endoskop

Der Eingriff wird unter kurzstationären Bedingungen in Voll- bzw. Teilnarkose (Dämmerschlaf) durchgeführt. In der Regel sind dafür zwei bis drei Tage stationärer Aufenthalt ausreichend. Über einen kleinen Hautschnitt führen wir zunächst das lediglich sieben Millimeter dünne Endoskop über eine natürliche Knochenöffnungen an die Wirbelsäule heran. Durch mehrere Kanäle des Endoskops ist es uns nun möglich, unter Röntgenkontrolle mit feinen Instrumenten an der betroffenen Stelle zu arbeiten. Das Endoskop ist mit einer Kamera ausgestattet und ermöglicht über einen Monitor das Operieren unter optimaler Sicht. Mit millimeterfeinen Zangen und Greifern entfernt der Operateur schonend beispielsweise das in den Wirbelkanal drängende Gewebe.

Nach der Behandlung

Nach dem etwa einstündigen Eingriff unter Durchleuchtungs- und endoskopischer Kontrolle stellen die meisten Patienten eine sofortige Besserung der Beschwerden fest. Gegenüber herkömmlichen Eingriffen müssen weniger Schmerzmittel verabreicht werden und die Erholungsphase ist deutlich kürzer.

Nachbehandlung

Bereits direkt nach dem Eingriff können Sie sich im Bett wieder bewegen. Sobald die Narkose vollständig nachgelassen hat, können Sie auch vorsichtig aufstehen. Für etwa zwei Wochen sollten Sie es vermeiden zu sitzen, da der Druck auf die Bandscheiben im Sitzen und in gebückter Haltung am größten ist. Auch das Autofahren sollten Sie erst nach drei bis vier Wochen wieder aufnehmen.

Physiotherapie am Patienten im MVZ Dr. Schneiderhan & Kollegen

Behandlungsbeispiel: Physiotherapie am Patienten

Eine abgestimmte Physiotherapie, zunächst als isometrische Kräftigungstherapie sollte nach Absprache mit Ihrem Operateur wenige Wochen nach Entlassung aus stationärer Behandlung begonnen werden. Nach vier Wochen kann dann eine medizinische Trainingstherapie an Geräten zur effektiven Kräftigung der Rumpf- und Rückenmuskulatur ergänzt werden. Eine ambulante oder stationäre Rehabilitation ist nach Absprache frühestens drei Wochen nach dem Eingriff möglich.

Arbeitsfähigkeit

Leichte körperliche Arbeiten, wie etwa Bürotätigkeiten können je nach Vorerkrankung, Alter und Allgemeinzustand nach ein bis vier Wochen wieder aufgenommen werden. Wir empfehlen in manchen Fällen die Versorgung mit einem entlastenden Überbrückungskorsett. Mit schwereren körperlichen Tätigkeiten sollten Patienten frühestens vier Wochen nach Entlassung aus der stationären Behandlung mit dem Arzt abgestimmt wieder beginnen.

Sportfähigkeit

Wir empfehlen grundsätzlich eine sportfreie Zeit nach Entlassung aus der stationären Behandlung für eine Zeitdauer von drei Wochen. Danach kann Radfahren in aufrechter Körperhaltung sowie Schwimmen wieder allmählich begonnen werden. Joggen auf weichem Boden nach fünf Wochen. Stärkere körperliche Belastungen, insbesondere Rotations- und Drehbewegungen, wie sie bei Tennis und Golf vorkommen, nach frühestens sechs Wochen.

Vorteile endoskopischer Verfahren

Das endoskopische Verfahren ermöglicht die Behandlung von degenerativen Erkrankungen der LWS unter Vermeidung einer schweren Operation bzw. einer Versteifungsoperation an der LWS. Die Entfernung von Bandscheibenvorfällen ist in 70 Prozent der Fälle möglich – bei Patienten mit lumbalen Bandscheibenvorfällen ist die Epiduroskopie die Methode der ersten Wahl.

Vorteile endoskopischer Verfahren im Überblick:

Das endoskopische Verfahren bietet gegenüber der klassischen OP-Technik viele Vorteile:

  • Der winzige Hautschnitt minimiert das Risiko einer Infektion im Verlauf oder nach der Operation.
  • Der Schnitt verheilt nahezu immer ohne Narbenbildung.
  • Der Zugang über das Endoskop schont Wirbelgelenke und Bänder, sodass eine spätere Instabilität nahezu ausgeschlossen ist. Das Risiko von Nervenverletzungen ist minimal.
  • Die Rückenmuskulatur bleibt intakt, das begünstigt eine rasche Rehabilitation.
  • Aufgrund der kurzen Dauer des Eingriffs sind Nebenwirkungen der Narkose kaum zu erwarten. Entsprechend kurz sind der stationäre Aufenthalt und die Zeit der Arbeitsunfähigkeit.

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