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Injektionen

Injektionen in die Bandscheibe (intradiskale Injektionen)

Bei einer intradiskalen Injektion dringt der behandelnde Arzt mit einer feinen Nadel nach örtlicher Betäubung sowie unter Röntgenkontrolle bis ins Bandscheibengewebe vor. Die Injektion eines Röntgenkontrastmittels ermöglicht eine gezielte und effektive Schmerzdiagnose (Diskographie), während die Injektion verschiedener Medikamente direkt in die Bandscheibe eine unmittelbare Schmerzbehandlung bei isoliertem Bandscheibenschmerz ermöglicht.

Injektionen in die Bandscheibe kommen zum Einsatz, wenn andere konservative Maßnahmen wie beispielsweise Physiotherapie oder Schmerzmittelgabe keine Wirkung mehr erzielen. Ob eine intradiskale Injektion für die Behandlung Ihrer Beschwerden geeignet ist, bespricht der behandelnde Arzt unserer interdisziplinären Praxisgemeinschaft nach einer ausführlichen Diagnostik mit Ihnen. Dabei beantwortet er selbstverständlich auch gerne all Ihre Fragen. Grundsätzlich bietet sich diese Therapieform zur Behandlung folgender Beschwerden an:

Indikationen für intradiskale Injektionen

Behandlung

Nach örtlicher Betäubung schiebt der behandelnde Arzt eine feine Kanüle im Winkel von circa 50 Grad von der Seite durch die Haut bis in die Mitte der Bandscheibe vor. Unter Röntgenbildwandlerkontrolle wird nunmehr die Einführungsnadel exakt in die zu behandelnde bzw. diagnostizierende Bandscheibe eingeführt. Nach Eingehen in das Bandscheibengewebe unterscheiden wir grundsätzlich zwei unterschiedliche Verfahren:

  • Intradiskale diagnostische Abklärung durch Einspritzen eines Röntgenkontrastmittels (Diskographie)
  • Intradiskale therapeutische Injektion.

Beide Maßnahmen führen wir unter stationären Bedingungen durch. Der Patient erhält vom Anästhesisten eine leichte Schlafnarkose. Dabei bekommt er Medikamente zur Beruhigung und für einen leichten Dämmerschlaf über einen intravenösen Zugang.

Patientin bekommt eine Injektion in den Nacken

Behandlungsbeispiel: Injektion in den Nacken

Bei der diagnostischen Injektion (Diskographie) spritzt der Arzt etwa einen Milliliter Kontrastmittel in das Bandscheibengewebe, um hier den Druck zu erhöhen und Schmerzen zu provozieren, in Fachkreisen auch Memory Pain genannt. Empfindet der Patient hierbei Schmerzen, halten wir die Schmerzintensität in einer Skala von 0 bis 10 fest. Je nach Schmerzhaftigkeit können wir eine exakte Aussage treffen, ob Ihre Rückenschmerzen zum Beispiel von der Bandscheibe oder etwa von einer Arthrose der Facettengelenke stammen.

Bei stärkeren Schmerzen mit einer Schmerzhaftigkeit größer/gleich sieben muss von einem intradiskalen Schmerzphänomen, auch Memory Pain Phänomen genannt, ausgegangen werden – das heißt, die Schmerzen entstehen in der Bandscheibe selbst. In diesem Fall ergeben sich die folgenden Behandlungsoptionen:

  1. die Möglichkeit zur intradiskalen medikamentösen Therapie,
  2. die Möglichkeit zur Durchführung einer minimal-invasiven Therapie, wie z.B. der Bandscheibenlaserbehandlung oder
  3. die Möglichkeit zur differenzierten Beurteilung vor einer eventuell geplanten Stabilisierungsoperation.

Bei der therapeutischen Injektion (siehe 1.) injizieren wir verschiedene entzündungs- sowie schmerzhemmende Medikamente durch die feine Kanüle in die Bandscheibe. Neben einem Lokalanästhetikum beziehungsweise einer verdünnten Kortisonlösung können auch Opiate direkt in die Bandscheibe eingespritzt werden.

Näheres zur Diskographie erfahren Sie hier

Nach der Behandlung

Nachbehandlung

Physiotherapie am Patienten im MVZ Dr. Schneiderhan & Kollegen

Behandlungsbeispiel: Physiotherapie am Patienten

Nach durchgeführtem Eingriff empfehlen wir eine körperliche Schonung von einer Woche. Danach können Sie zunächst mit einer abgestimmten Physiotherapie auf Basis isometrischer Kräftigungsübungen beginnen. Nachfolgend sollten Sie im Rahmen eines Gesamtkonzeptes eine medizinische Trainingstherapie an Geräten oder weitere Maßnahmen zur Kräftigung der Rumpf- und Rückenmuskulatur mit dem behandelnden Arzt abstimmen. In manchen Fällen setzen wir für die ersten vier Wochen ein bequemes Korsett ein.

Arbeitsfähigkeit

Nach wenigen Tagen bis einer Woche können leichte körperliche Arbeiten wie z.B. Bürotätigkeiten aufgenommen werden. Längeres Sitzen und Stehen sollte jedoch noch vermieden werden. Körperlich belastende Arbeiten sollten Sie in den ersten zwei Wochen nach dem Eingriff vermeiden.

Sportfähigkeit

Etwa zwei Wochen lang nach dem Eingriff sollten Sie sportliche Aktivitäten vermeiden. Danach kann die gewohnte Sportaktivität wieder aufgenommen werden.

Vorteile

Durch die intradiskale Injektion ist eine gezielte und effektive Schmerzbehandlung bei isoliertem Bandscheibenschmerz möglich. In der nationalen und internationalen Literatur werden Erfolgsquoten von über 80 Prozent angegeben.

Vorteile der intradiskalen Injektion im Überblick:

  • Es handelt sich um ein wenig invasives Verfahren, das in Lokalanästhesie und leichter Dämmerschlafnarkose durchgeführt werden kann
  • Abhängig von der Verschleißsituation können mehrere Bandscheiben behandelt werden
  • Es gibt keinen empfindlicheren Test, um eine bandscheibenbedingte Schmerzursache feststellen zu können

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