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Stabilisierende Eingiffe

Die Wirbelsäule wieder standfest machen

Unter den Begriff der Stabilisierungsoperation fallen alle Operationen an der Wirbelsäule, bei denen Implantate, Verschraubungen oder eine Versteifung (Spondylodese) zum Einsatz kommen. Stabilisierungsoperation an der Wirbelsäule gehören inzwischen zu den häufigsten Eingriffen der Wirbelsäulenchirurgie. Seit kurzem können sie minimal-invasiv, also mit kleinen Hautschnitten und geringer Gewebeschädigung, durchgeführt werden. Selbst die Beweglichkeit der einzelnen Wirbelsäulensegmente kann erhalten werden.

Zu den stabilisierenden Eingriffen zählen wir die folgenden vier Behandlungen:

  1. Mikrochirurgische Entfernung einer Bandscheibe und Einsatz eines Peek Implantats (HWS)
  2. Dynamische Stabilisierung (LWS)
  3. Kombinierte Fusionsoperation (LWS)
  4. Feste Fusionsoperation (Instrumentierte Spondylodese – HWS, BWS und LWS)

Mikrochirurgische Entfernung einer Bandscheibe & Peek Implantat in München-Taufkirchen

Behandlungsbeispiel: Neurochirurgie HWS-Bereich

Behandlungsbeispiel: Neurochirurgie HWS-Bereich

Eine Operation mit einem PEEK-Cage kommt immer dann in Betracht, wenn im Bereich der Halswirbelsäule degenerative Veränderungen Einengungen, Rückenschmerzen und Instabilitäten der Wirbelsäule zur Folge haben: Unter Vollnarkose legen wir einen ca. drei bis vier Zentimeter langen Hautschnitt an der Halsvorderseite (ähnlich wie bei einer Schilddrüsenoperation). Halsschlagader, Kehlkopf und Speiseröhre werden zur Seite verlagert und geschont. Anschließend entfernen wir unter mikroskopischer Sicht mit entsprechend feinen Instrumenten die Bandscheibe mitsamt dem vorgefallenen Gewebe. Zusätzlich entfernen wir verknöcherte Bandscheibenanteile sowie Knochenausziehungen der Wirbelkörper (Osteophyten), die auf das Rückenmark oder Nerven drücken. Danach setzen wir ein Implantat (engl. cage) aus Carbon als Platzhalter in den ausgeräumten Bandscheibenraum ein. Das Implantat sorgt für den richtigen Abstand sowie die korrekte Stellung der Wirbelkörper zueinander und kann so Rückenschmerzen beseitigen.

Vorteile

  • Es handelt sich um eine sehr effektive Behandlung, die nur einen kurzen stationären Klinikaufenthalt erfordert.
  • Durch die Verwendung moderner Mikroinstrumente werden umgebende Gewebe nur wenig verletzt und Schmerzen sowie Lähmungen bilden sich schnell zurück.

Dynamische Stabilisierung der Lendenwirbelsäule

Indikationen für eine Dynamische Stabilisierung der LWS

  • Verengung der Nervenaustrittslöcher
  • Fortgeschrittene Verengung des Nervenkanals
  • Bandscheibenverschleiß
  • Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke
  • Instabilität nach vorangegangener Operation

Bei der dynamischen (oder auch flexiblen) Wirbelsäulenstabilisierung setzen wir in unserer Praxis in München-Taufkirchen zunächst einen kleinen Kunststoff-Block zwischen die beiden benachbarten Wirbelkörper der Lendenwirbelsäule, um den Wirbelkanal zu erweitern. Dies geschieht minimal-invasiv über einen kleinen Schnitt. Danach verbinden wir die beiden Wirbelkörper durch Schrauben-Implantate mit eingebauten flexiblen Stoßdämpfern. Im Gegensatz zur Spondylodese (Wirbelkörperverblockung) bleibt bei der dynamischen Stabilisierung die Beweglichkeit der einzelnen Wirbelsäulensegmente weitgehend erhalten. Ziel ist es, das betroffene Wirbelsäulensegment „dynamisch zu stabilisieren“: Die Überbeweglichkeit wird reduziert, ohne dass es versteift werden muss und damit seine Beweglichkeit einbüßt. Zugleich werden die angrenzenden Segmente vor einer vermehrten Belastung geschützt und damit der Gefahr einer erneuten Instabilität vorgebeugt.

Vorteile

  • Metall- oder Kunststoffimplantat für LWS

    Metall- oder Kunststoffimplantat für LWS

    Im Gegensatz zur festen Stabilisierungsoperation bleibt die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule im betroffenen Segment erhalten. Dadurch werden die benachbarten Bandscheiben vor einer übermäßigen Belastung und einem vorzeitigen Verschleiß bewahrt.

  • Die minimal-invasive OP-Technik verursacht weniger Schmerzen, schont die Muskulatur des Rückens und reduziert Blutverlust und Narbenbildung.
  • Das Tragen einer Halskrause ist in der Regel nicht erforderlich.
  • Bereits zwei bis drei Wochen nach dem Eingriff sind Sportarten wie Laufen, Walken, Radfahren und Schwimmen wieder möglich. Nach vier Wochen dürfen Sie sich wieder voll belasten und sogar Kontakt- und Kraftsportarten ausführen.

Kombinierte Fusionsoperation der Lendenwirbelsäule

Indikationen für eine kombinierte Fusionsoperation der LWS

  • Instabile Wirbelsäule (Wirbelgleiten)
  • Fortgeschrittene Verengung des Nervenkanals
  • Bandscheibenverschleiß
  • Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke

Bei der Kombination aus dynamischer und fester Stabilisierung setzen wir ebenfalls minimal-invasiv über einen kleinen Hautschnitt erst einen kleinen Kunststoff-Block zwischen die beiden Wirbelkörper. Danach verbinden wir die benachbarten Wirbelkörper durch Schrauben-Implantate mit halbflexiblen Stäben. Bei dieser kombinierten Fusionsoperation bleibt somit ein Segment flexibel, das zweite wird fest stabilisiert.

Vorteile

  • Auch hier bleibt die Beweglichkeit der Wirbelsäule im betroffenen Segment erhalten, so dass die benachbarten Bandscheiben vor einer übermäßigen Belastung und einem vorzeitigen Verschleiß bewahrt werden.
  • Die minimal-invasive OP-Technik verursacht weniger Schmerzen, schont die Muskulatur des Rückens und reduziert Blutverlust und Narbenbildung.

Feste Fusionsoperation der Lendenwirbelsäule

Die Fusionsoperation, oder auch instrumentierte Spondylodese (zu Deutsch Wirbelkörperverblockung oder auch Wirbelsäulenversteifung) ist eines der letzten Mittel der Wahl, um die Wirbelsäule zu stabilisieren, wenn konservative Behandlungen zu keiner Besserung führen oder sich von Vornherein ausschließen lassen. Bei dieser nicht-dynamischen Stabilisierung werden Implantate aus Titan oder Kunststoff mit den Wirbeln verschraubt. Damit werden die Hals-, Brust- und/oder Lendenwirbelsäule stabilisiert und Deformitäten ausgeglichen, um eine volle Belastbarkeit der Wirbelsäule zu ermöglichen.

Allerdings sind zwei verblockte Wirbelkörper zueinander nicht mehr beweglich, so dass die Wirbelsäule umso mehr versteift wird, je mehr Wirbelkörper miteinander verschraubt werden – eine Spondylodese geht also immer mit einem Bewegungsverlust im betroffenen Abschnitt der Wirbelsäule einher. Die Versteifung verläuft meist im Rahmen eines fünf- bis siebentägigen stationären Aufenthalts.

Indikationen für eine feste Fusionsoperation (Spondylodese)

  • Chronischer Rückenschmerz durch angeborene oder erworbene Instabilitäten der Lendenwirbelsäule (Gleitwirbel)
  • Nervenkanalverengung
  • Starker Bandscheibenverschleiß
  • Degenerative Skoliose
  • Wirbelkörpertrümmerbruch
  • therapieresistente, chronische Schmerzsyndrome nach mehrfachen Wirbelsäulenoperationen (Postlaminektomiesyndrom oder Postdiskotomiesyndrom)
  • bei erkrankten Anschluss-Segmenten nach vorbestehender Spondylodese
  • metastatischer Befall der LWS und BWS bei primär malignen Tumoren

Ablauf

Bei dieser Operation treffen Sie auf einige kryptisch klingende Abkürzungen: ALIF, PLIF, TLIF und XLIF beschreiben moderne Techniken, mit denen wir eine zerstörte und funktionsunfähige Bandscheibe ganz oder teilweise entfernen und durch einen Metall- oder Kunststoffblock ersetzen: PLIF und TLIF stehen dabei für den Eingriff vom Rücken aus, ALIF für den Eingriff von vorne und XLIF von der Seite, jeweils unter Röntgenkontrolle. Oft ist es auch nötig, den verengten Rückenmarkskanal zu erweitern.

Danach verspannen wir die Wirbel durch Schrauben und Stäbe miteinander, die wir über minimal-invasive Zugänge mit Hilfe von modernen High-Tech-Instrumenten gewebeschonend einführen. Bei der seitlichen XLIF-Technik müssen dabei nicht einmal die Rückenmuskeln durchtrennt werden. Die verbundenen Wirbelkörper wachsen innerhalb weniger Wochen fest zusammen. Je nach operiertem Wirbelsäulenbereich kann es sein, dass in den ersten zwei Monaten nach der erfolgten Spondylodese bestimmte Liegepositionen und auch das Sitzen vermieden werden sollten.

Vorteile

  • Die instrumentierte Spondylodese ist die bevorzugte Methode bei schwer degenerativ veränderten Wirbelsäulen mit degenerativen Deformitäten oder bei mehrfach voroperierten Patienten mit Instabilitäten im operierten Segment.
  • Der Wirbelkörperersatz in der BWS und LWS über XLIF-Zugang ist viel schonender als klassische offene operative Zugänge, die Patienten sind sehr schnell wieder mobil und brauchen kürzere Zeit für die Wiederherstellung ihrer Mobilität und Belastbarkeit.

Dr. med. Reinhard Schneiderhan:

Eine Wirbelsäulenversteifung stellt die endgültige Versorgung eines schwer erkrankten Abschnitts der Wirbelsäule dar. Sie erlaubt eine dauerhafte Stabilisierung und Aufrichtung der Wirbelsäule mit maximaler Entlastung der Nervenwurzeln und des Rückenmarks.

Nach einem stabilisierenden Eingriff

Nachbehandlung

Physiotherapie am Patienten im MVZ Dr. Schneiderhan & Kollegen

Physiotherapie am Patienten

Spätestens am ersten Tag nach der Operation dürfen Sie wieder aufstehen und sich bewegen. Danach erfolgt eine individuell ausgerichtete Krankengymnastik mit isometrischem Kräftigungstraining sowie Übungen zur Lockerung der Muskeln. Je nach Eingriff können die Kräftigungsübungen kurze Zeit später intensiviert und ein Haltungs- und Bewegungstraining begonnen werden.

Arbeitsfähigkeit

Abhängig von den körperlichen Anforderungen des jeweiligen Berufs sind Bürotätigkeiten und leichte körperliche Arbeiten nach drei bis acht Wochen möglich, wenig später können auch handwerkliche Tätigkeiten ausgeübt werden (die jeweiligen Schonungszeiten entnehmen Sie bitte der untenstehenden Tabelle).

Sportfähigkeit

Schwimmen und Radfahren mit möglichst aufrechter Oberkörperhaltung sind nach zwei bis acht Wochen wieder möglich. Speziell bei der Dynamischen Stabilisierung sowie der kombinierten Fusions-OP sollte die ersten drei Monate nach dem Eingriff auf stärker belastende Sportarten verzichtet und erst nach Absprache mit uns begonnen und langsam gesteigert werden:

Übersicht zur körperlichen Belastbarkeit je nach stabilisierendem Eingriff

Übersicht zur körperlichen Belastbarkeit je nach stabilisierendem Eingriff

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