Wirbelkörperfraktur: Therapie bei Wirbelbruch in München

Eine Wirbelkörperfraktur (Wirbelkörperbruch) bezeichnet den Bruch eines oder mehrerer Wirbelkörper. Auslöser sind meist entweder eine äußere Gewalteinwirkung (z. B. Unfall) oder eine bereits geschwächte Knochenstruktur, etwa im Rahmen einer Osteoporose. Betroffen sind besonders häufig Lenden- und Brustwirbelsäule.

Unbehandelt können Wirbelbrüche zu anhaltenden Rückenschmerzen, zunehmender Verkrümmung der Wirbelsäule und deutlich eingeschränkter Beweglichkeit führen. Die gute Nachricht: Eine Wirbelkörperfraktur lässt sich heute in vielen Fällen schonend und sehr effektiv behandeln – häufig sogar minimal-invasiv und ohne große Operation.

Als Orthopäde München mit langjähriger Erfahrung in der Wirbelsäulenmedizin begleiten wir Sie im MVZ Dr. Schneiderhan von der ersten Diagnose bis zur individuell angepassten Therapie und Nachbehandlung.

Überblick über den Inhalt:

Wie wird eine Wirbelkörperfraktur behandelt?

Behandlung einer Wirbelkörperfraktur

Stabiler Bruch

Konservativ vor Knochenheilung:

  • Bettruhe
  • Schmerzmittel
  • Orthese (Stützkorsett)

Konservativ nach Knochenheilung:

Instabiler Bruch

Minimal-invasiv:

Operativ:

Spondylodese

Soweit möglich und sinnvoll setzen wir auf eine konservative Therapie, um Ihnen als Patient einerseits die Schmerzen zu nehmen und andererseits eine Operation zu vermeiden. Basierend auf einer ausführlichen klinischen Untersuchung,  Analyse und Diagnose, die wir inkl. bildgebender Verfahren alle am selben Tag in unseren Räumlichkeiten durchführen, empfehlen wir Ihnen ein für Sie maßgeschneidertes Behandlungskonzept. Abhängig davon, ob es sich um eine stabile oder instabile Fraktur handelt, unterscheiden sich auch die Therapiemöglichkeiten:

Die instabile Wirbelkörperfraktur

Physiotherapie am Patienten

Physiotherapeutische Behandlung zur Stabilisierung der Wirbelsäule nach Wirbelkörperfraktur

Ein Wirbelkörperbruch kann heute in vielen Fällen minimal-invasiv behandelt werden. Das bedeutet:

  • geringerer Blutverlust
  • weniger postoperative Schmerzen
  • kürzerer Krankenhausaufenthalt
  • schnellere Mobilisation und Rehabilitation

Diese Verfahren kommen insbesondere bei einer instabilen Wirbelkörperfraktur zum Einsatz. Instabil wird eine Wirbelkörperfraktur dann genannt, wenn:

  • die mittlere Säule (Wirbelkörperhinterkante)
  • und/oder die dorsale Säule (Wirbelgelenke, hintere Strukturen) mitbetroffen sind.

Besteht das Risiko einer Rückenmarks- oder Nervenverletzung, sind die Schmerzen sehr stark oder liegt ein ausgeprägter Höhenverlust des betroffenen Wirbels vor, kann ein minimal-invasiver Eingriff sinnvoll und notwendig sein.

Minimal-invasiver Eingriff an der Wirbelsäule

Zur Behandlung einer instabilen Wirbelkörperfraktur kommen in unseren spezialisierten medizinischen Versorgungszentren vor allem zwei Verfahren zum Einsatz: Vertebroplastie und Kyphoplastie.

  • Die Vertebroplastie eignet sich insbesondere bei Frakturen ohne ausgeprägte Verformung des Wirbelkörpers.
  • Die Kyphoplastie wird bevorzugt angewendet, wenn der Wirbelkörper stark eingesackt oder deformiert ist.

Beide Methoden sind minimal-invasiv:

  • Der Zugang erfolgt über eine dünne Punktionsnadel durch die Haut.
  • Muskulatur und Stützgewebe der Wirbelsäule werden geschont.
  • Offene Operationen und größere Narben können oft vermieden werden.

Vertebroplastie:
Unter Röntgenkontrolle führen wir eine Punktionsnadel präzise in den betroffenen Wirbelkörper ein. Anschließend wird ein spezieller flüssiger Knochenzement eingespritzt. Dieser härtet innerhalb kurzer Zeit aus und stabilisiert den Wirbelkörper dauerhaft. Viele Patient:innen berichten schon kurz nach dem Eingriff über eine deutliche Schmerzreduktion.

Ballon-Kyphoplastie:
Ist der Wirbelkörper stark eingebrochen, wird vor der Zementinjektion ein kleiner Ballon eingeführt und vorsichtig aufgedehnt. Dadurch kann die ursprüngliche Höhe des Wirbelkörpers zumindest teilweise wiederhergestellt werden. Erst danach wird der Hohlraum mit Knochenzement aufgefüllt und stabilisiert.

Medizinische Grafik: Mikrochirurgische Injektion von Knochenzement

Mikrochirurgische Injektion von Knochenzement zur Stabilisierung eines Wirbelkörpers

Wenn nichts anderes hilft: Operation

In bestimmten Situationen – etwa nach schwerem Trauma mit deutlicher Deformierung und Beteiligung der Wirbelkörperhinterkante – reicht eine minimal-invasive Therapie nicht aus. Dann kann eine Spondylodese (Versteifungsoperation) erforderlich sein.

Dabei wird der gebrochene Wirbelkörper mithilfe eines Systems aus Schrauben und Stäben mit den angrenzenden Wirbeln verbunden und stabilisiert. Ziel ist es,

  • die Wirbelsäule zu stabilisieren,
  • Nerven und Rückenmark zu schützen
  • und Schmerzen langfristig zu reduzieren.

Die Entscheidung für eine operative Versorgung einer Wirbelkörperfraktur treffen wir immer nach sorgfältiger Abwägung aller Befunde und in enger Absprache mit Ihnen.

Terminvereinbarung

Am besten ist es, Sie stellen sich persönlich in unserem Zentrum vor. Vereinbaren Sie dazu bitte telefonisch einen Termin über unsere Zentrale.

089/6145100

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Welche Ursachen hat eine Wirbelkörperfraktur?

Eine Wirbelkörperfraktur entsteht entweder durch eine plötzliche äußere Krafteinwirkung oder durch eine vorbestehende Schwächung der Knochenstruktur. Häufig liegt eine Kombination aus beidem vor.

Traumatische Wirbelkörperfraktur

Hier entsteht der Wirbelkörperbruch im Rahmen eines Unfalls, zum Beispiel:

  • Treppen- oder Sturzunfälle
  • Sportverletzungen
  • Verkehrs- oder Arbeitsunfälle

Solche traumatischen Ereignisse betreffen besonders häufig die Brust- und Lendenwirbelsäule durch Aufprall, Stauchung oder Verdrehung. Ist die Halswirbelsäule betroffen, sind meist die unteren Halswirbel verletzt.

Osteoporotische und krankheitsbedingte Wirbelkörperfraktur

Sehr häufig ist die Wirbelkörperfraktur Folge einer Osteoporose. Bei dieser Erkrankung nimmt die Knochendichte ab, die Knochen werden porös und weniger belastbar.

Weitere mögliche Ursachen:

  • rheumatische Erkrankungen
  • Knochenmetastasen bei Tumorerkrankungen
  • entzündliche oder degenerative Veränderungen des Knochens

Vor allem ältere Menschen mit Osteoporose sind gefährdet. Die Wirbelkörper können durch den Knochenabbau dramatisch an Höhe verlieren. Mögliche Folgen:

Die Knochen werden im Verlauf immer instabiler. Dann kann eine Wirbelkörperfraktur schon bei alltäglichen Belastungen auftreten – etwa beim Heben eines leichten Gegenstandes oder sogar beim Bücken. Man spricht dann von einem Sinterungsbruch. Besonders häufig betroffen sind:

  • untere Brustwirbel
  • obere Lendenwirbel

Bei Frakturen im Bereich der Halswirbelsäule handelt es sich meist um Brüche der unteren Halswirbel.

Entstehen mehrere osteoporotische Wirbelkörperfrakturen gleichzeitig oder nacheinander, kann sich der Rumpf deutlich verkürzen und es bildet sich ein ausgeprägter Rundrücken – der sogenannte Witwenbuckel.

Kernspintomografie einer Wirbelkörperfraktur

Kernspintomografie einer Wirbelkörperfraktur

Tipps gegen den Corona Rücken

Tipps gegen den Corona Rücken

Homeoffice, wenig Bewegung und improvisierte Arbeitsplätze am Küchentisch haben in den letzten Jahren zu mehr Rückenbeschwerden und Wirbelproblemen geführt. Fehlhaltungen und Bewegungsmangel können bestehende Osteoporose verstärken und das Risiko für eine Wirbelkörperfraktur erhöhen. Mit gezielten Übungen, kurzen Bewegungspausen und einer rückenfreundlichen Arbeitsplatzgestaltung können Sie aktiv gegensteuern.

Zu den Tipps

 

Wie wird eine Wirbelkörperfraktur diagnostiziert?

Die Diagnose einer Wirbelkörperfraktur basiert auf:

Gründlicher körperlicher Untersuchung

  • vorsichtiges Abtasten und Abklopfen der Wirbelsäule
  • Ermittlung druckschmerzhafter Bereiche
  • Prüfung von Beweglichkeit und Schonhaltungen

Neurologischer Untersuchung

  • Überprüfung von Kraft, Gefühl (Sensibilität) und Reflexen
  • Suche nach Anzeichen einer Nerven- oder Rückenmarksbeteiligung (z. B. Taubheitsgefühle, Lähmungen)

Typische Hinweise sind:

  • plötzliche oder anhaltende Rückenschmerzen
  • Schmerzen bei Belastung oder bestimmten Bewegungen
  • frisch aufgetretener Rundrücken oder Größenverlust
  • zurückliegender Sturz oder Unfall

Zur sicheren Diagnose werden bildgebende Verfahren eingesetzt:

  • Röntgen: erste Übersicht über die knöchernen Strukturen, Erkennung von Einbrüchen und Formveränderungen der Wirbelkörper
  • Computertomografie (CT): detaillierte Darstellung des Knochens, wichtig bei Verdacht auf Kompression des Rückenmarks oder vor geplanten Operationen
  • Magnetresonanztomografie (MRT): Beurteilung von Bandscheiben, Rückenmark, Nerven und Weichteilen; hilft auch, akute von älteren Frakturen zu unterscheiden und die optimale Behandlung einer Wirbelkörperfraktur zu planen

Welche Symptome hat ein Wirbelkörperbruch?

Medizinische Grafik: (Osteoporotische) Wirbelkörperfraktur

Medizinische Grafik: (Osteoporotische) Wirbelkörperfraktur

Eine Wirbelkörperfraktur ist für Betroffene oft sehr schmerzhaft. Typische Beschwerden sind:

  • plötzlich einsetzende, stechende oder bohrende Rückenschmerzen
  • Schmerzen, die sich bei Bewegung oder Belastung verstärken
  • das Gefühl, „kein Gewicht mehr tragen“ zu können
  • ausgeprägte Schonhaltung und eingeschränkte Beweglichkeit

Werden Wirbelbrüche nicht erkannt oder nicht behandelt, können sich chronische Rückenschmerzen entwickeln, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Weitere mögliche Symptome:

  • ausstrahlende Schmerzen, z. B. in Gesäß, Brustkorb oder Beine
  • muskuläre Verspannungen und Verhärtungen entlang der Wirbelsäule
  • zunehmende Verkrümmung des Rückens (Rundrücken)
  • abnehmende Körpergröße durch Höhenverlust mehrerer Wirbelkörper

Hinweise auf eine Beteiligung von Nerven oder Rückenmark sind:

  • Lähmungen oder Schwäche in Armen oder Beinen
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln
  • Funktionsstörungen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang

In solchen Fällen handelt es sich um einen Notfall, der umgehend ärztlich abgeklärt werden muss.

So lässt sich einer Wirbelkörperfraktur vorbeugen

Das Risiko für eine Wirbelkörperfraktur lässt sich zwar nicht vollständig ausschließen, aber deutlich senken. Besonders wichtig ist es, Osteoporose frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Dazu gehören u. a.:

  • Knochendichtemessung (DXA) bei Risikopatient:innen
  • ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D
  • ggf. medikamentöse Osteoporosetherapie

Darüber hinaus helfen:

  • regelmäßige, gelenkschonende Bewegung (z. B. Gehen, Nordic Walking, Gymnastik, Krafttraining)
  • gezielter Muskelaufbau zur Stabilisierung der Wirbelsäule
  • Sturzprophylaxe, z. B. durch gutes Schuhwerk, Hilfsmittel und Wohnraumanpassung
  • rückenfreundlicher Arbeitsplatz und rückenschonendes Heben im Alltag

Wer frühzeitig aktiv wird, kann das Risiko für eine Wirbelkörperfraktur deutlich reduzieren – und die Beweglichkeit der Wirbelsäule möglichst lange erhalten.

25years
prof-rainov-wirbelgleiten

Prof. Dr. med. habil. Dr. h. c. , FRCSEd Nikolai Rainov

Ärzte
in Taufkirchen auf jameda

jameda Bewertung vom 21.08.2017

Prof. Rainov, ein Neurochirug des Vertrauens

"Nach 5 Jahren mit gesteigerten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im rechten Bein nahm ich
Kontakt mit der Praxisklinik Dr. Schneiderhan auf. Nach einer stationären Schmerztherapie hatte ich
bereits nach wenigen Wochen das für die OP entscheidende Gespräch bei Prof. Rainov.
Was mir diesbezüglich zuvor in meiner Wohnumgebung empfohlen wurde, war für mich nicht akzeptabel.
Die OP erfolgte in der Isarklinik München nach einer sehr gründlichen Vorbereitung durch die diensthabende Anästhesistin. Die OP umfasste die mikrochirurgische Dekompression L3/4 undL4/5
einschließlich der Freilegung der Spiralnerven.
Beim 1. Aufstehen war der brutale Unterschenkelschmerz weg, die Oberschenkel waren nicht mehr verhärtet und die Beckenbodenmuskulatur konnte nach langer Zeit wieder ihre Aufgaben erfüllen.
Nach intensiven Operationstagen besuchte mich Prof. Rainov viermal, kontrollierte jeweils die OP- Stelle
( Schnittl. ca. 4,5 cm ) und erkundigte sich nach meinem Befinden.
Bereitwillig beantwortete er Fragen zur OP und zur Operationstechnik. Leider war das abendliche Zeitfenster dafür zu kurz. Die Patientenbetreuung erfolgte durch das Personal der Klinik.
Eine verordnete Orthese wurde von mir außerhalb der Wohnung 5 Wochen getragen. Physiotherapie
habe ich nach 10 Wochen in Anspruch genommen.

Fazit nach 5 Monaten:
Kein Beinschmerz,
Oberschenkelmuskulatur beiderseits und Gesäßmuskulatur rechts wieder aufgebaut,
rechtes Knöchelgelenk wieder ausreichend beweglich,
der 5 Jahre nervlich geschädigte rechte Vorderfuß kann auch mit Strombehandlung nicht aktiviert werden und bereitet beim Laufen mitunter Probleme,
beim morgendlichen Aufwachen sind manchmal vorsichtige Bewegungen erforderlich, um Beinkrämpfe zu vermeiden.

Ich bin glücklich, dass ich für die OP Prof. Rainov zugeordnet wurde. Das sehr gute Ergebnis hat mir
meine Schaffenskraft für die Bewirtschaftung eines großen Grundstückes wiedergegeben.
Den zweimaligen Fahraufwand ( Entfernung 500 km) würde ich wieder aufbringen."