Elektromyographie

Der Muskelschwäche auf der Spur

Mittels einer Elektromyographie – kurz EMG – können Ärzte und Behandler Muskel- oder Nervenschädigungen nachweisen und sogar die Ursachen von Lähmungserscheinungen erkennen. Wenn Muskeln aktiviert werden, produzieren sie Ströme, und zwar proportional zum Ausmaß der Muskelspannung. Das EMG ermittelt eben diese elektrische Aktivität einzelner Muskeln und der behandelnde Arzt kann so abklären, ob vorliegende Beschwerden nervliche oder muskuläre Ursachen haben. Anhand der Ergebnisse kann sodann eine geeignete und individuell zugeschnittene Therapie erfolgen.

Wann ist die Durchführung einer Elektromyographie sinnvoll?

Die Elektromyografie hat ein breit gefächertes Einsatzgebiet. Häufig erfolgt die Elektromyografie zusammen mit einer Elektroneurografie (ENG). So lässt sich feststellen, ob eine Muskelschwäche und Reflexausfälle durch eine Erkrankung der Muskeln oder durch eine Erkrankung der Nerven, wie etwa beim Lambert-Eaton-Syndrom bedingt sind. Eine dritte mögliche Ursache einer Muskelschwäche ist eine Störung in der Weiterleitung des Signals von den Nerven zu den Muskeln, etwa bei Myasthenia gravis. Die EMG ermöglicht hier eine präzise Diagnose. Zusätzlich kann der Verlauf von Muskelentzündungen und -erkrankungen oder die Impulsweiterleitung nach schweren Verletzungen oder bei Lähmungen genauer unter die Lupe genommen werden.

Varianten der Elektromyographie

Es gibt zwei verschiedene Arten einer EMG, die sich vor allem darin unterscheiden, wie genau die Untersuchung bzw. das Ergebnis sein soll. Während die Oberflächen-EMG die elektrische Aktivität ganzer Muskeln oder Muskelgruppen erfasst, kann die Nadel-EMG die Aktionspotentiale einzelner Muskelfasern messen:

Oberflächen-EMG

Bei einer Oberflächen-EMG werden dem Patienten Elektroden auf die Hautoberfläche geklebt, die die elektrische Weiterleitung messen. Mit diesem Verfahren erfasst man somit die elektrischen Veränderungen, die bei einer Aktivierung von Muskeln an der Haut messbar sind. Das Verfahren eignet sich sehr gut, um die Zeitverzögerung zwischen Reiz und Muskelkontraktion zu bestimmen. Für die Untersuchung der Aktivität einzelner Muskeln ist diese Methode jedoch zu ungenau.

Nadel-EMG

Behandlungsbeispiel mit EMGWesentlich genauer ist die Nadel-Elektromyographie: Hierbei sticht der Arzt mit speziell dünnen, keimfreien Nadel-Elektroden nacheinander in einzelne Muskeln, die der Patient möglichst entspannt halten soll. Mit der Nadel-EMG kann ganz präzise das elektrische Potential einzelner Muskelfasern gemessen werden. Mithilfe von verschiedenen Signalverstärkern erfolgt die Auswertung der Impulse am Computer. Die elektrischen Ströme werden dort auf einem Bildschirm sichtbar und über einen Lautsprecher hörbar gemacht.

 

Ist eine Elektromyographie schmerzhaft?

Die Untersuchung erfolgt in unserer orthopädischen Praxis in München-Taufkirchen und verläuft in aller Regel völlig komplikationslos. Untersucht werden in der Regel zwischen drei und fünf Muskeln. Der gefahrlose Einstich verursacht vorübergehende minimale Blutungen sowie leichte Schmerzen rund um die Einstichstelle, wie sie von Spritzen-Injektionen in den Muskel bekannt sind. Blutungsneigung ist eine Kontraindikation für eine EMG, ansonsten ist das Verfahren selbst für Schwangere bedenkenlos durchführbar.

 

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