Haben Sie Fragen?
089 6145100

Medizinische Versorgungszentren
Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen
Wirbelsäulenzentrum München/Taufkirchen
Radiologie und Diagnosticum München/Taufkirchen

Haben Sie Fragen?
+49 (0) 89 / 6145 100

Arthrose

Gelenkverschleiß aufhalten und behandeln

Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung. Bei dieser degenerativen Erkrankung verschleißt der Knorpel an den Gelenken. Um Arme, Beine und Rumpf uneingeschränkt bewegen zu können, benötigt unser Körper flexible Verbindungselemente wie beispielsweise die Knie- oder Hüftgelenke. Damit die Knochenenden nicht direkt aufeinander reiben, befindet sich an den Kontaktstellen Knorpelmasse. Diese Pufferzone schützt die Knochen bei jeder Bewegung. Im Laufe des Lebens verringert sich die Knorpelschicht jedoch durch Abnutzung. Kommt es dann zu einem unnatürlich starken Verschleiß und zu massiven Knorpelschäden, sprechen Experten von Arthrose.

Die häufigsten Arthrose-Arten

Am häufigsten tritt Arthrose an den unteren Extremitäten auf, zum größten Teil in den Knien und der Hüfte, in vielen Fällen aber auch in den Wirbelgelenken. Dabei beeinträchtigt der Gelenkverschleiß maßgeblich die Beweglichkeit und Stützfunktion der Wirbelsäule. Bei einer Arthrose der Wirbelsäule, der sogenannten Spondylarthrose, handelt es sich um die Abnutzung der kleinen Wirbelgelenke, die sich rechts und links am Rand der Wirbelsäule befinden.
Eine Coxarthrose betrifft die Hüfte und beeinträchtigt vor allem bei älteren Menschen die Bewegungsfreiheit und führt zu Schmerzen. Zu einer Coxarthrose kann es nach einem Knochenbruch, Entzündungen oder Gelenkerkrankungen sowie Stoffwechselkrankheiten kommen.
Unter einer Gonarthrose versteht man eine langsam fortschreitende, nicht-entzündliche und degenerative Erkrankung des Kniegelenks. Es kommt zu einer Zerstörung des Gelenknorpels und angrenzender Strukturen. Meist gibt es keinen konkreten Auslöser für eine Gonarthrose: Das Knie wurde im Laufe der Zeit einfach zu stark belastet.

Symptome einer Arthrose

Bei einer Arthrose wird die Knorpeldicke des betroffenen Gelenks geringer, die Oberfläche wird rau und die Gleitfähigkeit der Knochenenden aufeinander nimmt ab. Das Gelenk verliert zunehmend die Fähigkeit, ausreichend Gelenkflüssigkeit (Synovia) zu produzieren, was die Symptome noch verstärkt. Zusätzlich kann es zu Entzündungsreaktionen in der Gelenkinnenhaut kommen. Dadurch können Enzyme freigesetzt werden, die unter anderem den noch intakten Knorpel angreifen. Ist die Zerstörung so weit fortgeschritten, dass der Knochen freigelegt ist, reiben die Gelenkanteile aneinander. Es kann zu Schmerzen, knöchernen Anbauten und letztendlich zu einer Funktionseinschränkung des Gelenks kommen.

Konservative Behandlung

Eine Heilung der Arthrose ist bislang nicht möglich.  Mit der richtigen Therapie können jedoch Schmerzen gelindert, der fortschreitende Gelenkverschleiß  verlangsamt und die Lebensqualität verbessert werden.
Am Beginn der Arthrosetherapie werden die Faktoren beseitigt, die die Entstehung der Arthrose begünstigen. So können die Verordnung einer Schuhranderhöhung zur Korrektur einer Achsenfehlstellung (bei O-Bein-Fehlstellung) oder eine Gewichtsabnahme sinnvolle Maßnahmen sein. Zusätzlich ist regelmäßige Bewegung empfehlenswert, um den Knorpel gut zu durchbluten.
Abhängig vom Stadium der Arthrose sind deshalb vor allem physiotherapeutische Maßnahmen sinnvoll, eventuell in Verbindung mit physikalischer Therapie. Oft reichen diese konservativen Behandlungen am Anfang aus. Sie zielen auf eine Stärkung der umliegenden Muskulatur, die die Gelenke stützt. Daher kann Muskeltraining die Beschwerden lindern.

Indikation konservativer Therapie

• Beginnende bis mäßig ausgeprägte Arthrosebeschwerden
• Noch zufriedenstellender Zustand des Knorpelgewebes (lt. Röntgen, Kernspintomographie)
• Allgemeinzustand oder Begleiterkrankungen sprechen gegen eine Operation
• Als begleitende Maßnahme zum operativen Eingriff

Physiotherapie und Muskelaufbau

Bei der Bewegungstherapie  arbeiten Sie mit Hilfe von physiotherapeutischen Übungen aktiv an der Verbesserung Ihrer Beschwerden mit. Denn wer glaubt, sich aufgrund der Arthrose schonen zu müssen, liegt falsch. Grundsätzlich gilt: Bewegung ist gut, Fehl- und Überbelastung hingegen sind schlecht.
Einige sportliche Aktivitäten wie Radfahren, Schwimmen oder Wassergymnastik belasten die Gelenke kaum. Diese sollten Sie in Maßen weiter ausüben. Andere Sportarten wie Joggen, Ski- und Snowboardfahren, Basketball, Fußball oder Tennis, bei denen die Gelenke stark belastet werden, sollten dagegen eingeschränkt werden.

Medikamentöse Therapie

Medikamente sollen in erster Linie die Schmerzen lindern und eine Belastung bzw. Bewegung der betroffenen Gelenke ermöglichen. Der Arthroseschmerz entsteht durch eine Entzündungsreaktion in der Gelenkflüssigkeit, ausgelöst durch kleine Knorpelabschilferungen. Daher kommen neben  Medikamenten mit knorpelregenerierenden Eigenschaften auch entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz.
Präparate wie Hyaluronsäure, die direkt in das betroffene Gelenk gespritzt werden, überziehen den geschädigten Knorpel wie eine Art „Flüssigprothese“. Lokal in das betroffene Gelenk verabreichtes Cortison kann eine länger anhaltende Entzündungshemmung und Abschwellung bewirken. Diese Medikamente können bis zu einem gewissen Grad ein Fortschreiten der Arthrose verlangsamen und die Symptome verbessern.

Weitere konservative Therapiemöglichkeiten

• Physikalische Therapie, Manuelle Therapie, Wärmeanwendung
• Akupunktur, Pulsierende Signal-Therapie (PST), Reizstrom (je nach Stadium der Erkrankung)
• Dämpfende Einlagen, Gehstock, Schienen und Orthesen (zur Besserung der Symptome bei Arthrosen der Beingelenke)

Operative Behandlung

Die jeweilige Therapie richtet sich auch im operativen Bereich immer nach dem Krankheitsstadium und dem Leidensdruck des Patienten. In bestimmten Fällen können frühzeitige kleine Eingriffe die Arthrose verhindern oder hinauszögern. Zu diesen vorbeugenden Maßnahmen gehören etwa die operative Korrekturen von Fehlstellungen, die Beseitigung von Instabilitäten oder die Sanierung von den Gelenkmechanismus störenden Meniskusschäden bzw. die Entfernung freier Gelenkkörper.
Bei bereits vorhandenen, begrenzten Knorpelschäden am betroffenen Gelenk kommen operative Knorpelersatztechniken als sekundär vorbeugende Maßnahmen in Frage. Zu diesen zählt die biotechnologische Generierung von körpereigenen Knorpelzellen und deren Einpflanzung in den Defekt (autologe Chondrozytentransplantation, ACT), die Stimulation von Faserknorpelgewebe als Ersatzgewebe im Defektbereich (Mikrofrakturierung) und der Transfer von körpereigenen Knorpel-Knochenzylindern aus nicht belastungstragenden Knorpelabschnitten.

Künstlicher Gelenkersatz

Die Versorgung mit einem künstlichen Gelenkersatz ist eine weitere operative Maßnahme, die wir jedoch nur als letztes Mittel einsetzen. Sie wird entweder bei einer stark vorangeschrittenen Arthrose eingesetzt oder aber bereits zu einem früheren Zeitpunkt der Erkrankung, wenn sich typische Sekundärerscheinungen der Arthrose (z.B. muskuläre Verkümmerung, Bandinstabilitäten, Fehlbelastungen der Wirbelsäule) bei einer späteren Versorgung mit dem künstlichen Gelenkersatz erschwerend auf die Rehabilitation auswirken würden.
Spricht man von künstlichem Gelenkersatz, wird unterschieden zwischen einer Totalprothese, dem Austausch aller Gelenkpartner, und einem teilweisen Ersatz. In letzter Zeit ist auch der Ersatz etwa von Sprung-, Hand- und Großzehengrundgelenken durch modernen Materialen möglich geworden. Langzeituntersuchungen liegen jedoch ausschließlich zum Hüftgelenk und Kniegelenk vor.

Gonarthrose vorbeugen

Um Arthrose vorzubeugen, sollten Sie – insbesondere bei sportlichen Aktivitäten – auf gelenkschonendes Verhalten achten. Falls Sie dazu Fragen haben, beraten wir Sie gerne.

Vorbeugung: Kniegelenksarthrose

Diese einfachen Empfehlungen sollten Sie beachten, um Ihre Knie zu schonen:

• Vermeiden Sie volle Kniebeugung im Sitzen
• Vermeiden Sie niedrige Sitzflächen, dadurch reduzieren Sie die Belastung beim Aufstehen
• Reduzieren Sie Ihr Körpergewichts durch Sport, körperliche Aktivität und gesunde Ernährung
• Bevorzugen Sie stabile Schuhe mit dämpfenden Sohlen und tragen Sie ggf. Einlagen (MBT- Schuhe); Vermeiden Sie modische Schuhe mit hohen Absätzen
• Bevorzugen Sie  gelenkschonende Sportarten. Kein Laufband. Besser: Fahrrad fahren, Wassergymnastik (Aqua Aerobics), Ski-Langlauf, gezieltes Training für Bauch, Rücken und Extremitäten

team-grebovic

Wir sind für Sie da!

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir freuen uns Ihnen schon bald weiterhelfen zu können.