• Eschenstraße 2 / D–82024 Taufkirchen

SCS Schmerzschrittmacher

Elektrische Impulse gegen chronische Schmerzen

Mit dem Schmerzschrittmacher (auch Neurostimulator) steht uns eine wirksame Behandlung gegen starke, chronische Rückenschmerzen zur Verfügung. Durch den minimal-invasiven Eingriff lassen sich Schmerzen mittels Rückenmarkstimulation (Spinal Cord Stimulation) nachweislich um bis zu 80 Prozent reduzieren und damit die Lebensqualität der Patienten nachhaltig verbessern.

Patient mit Schmerzen in Schonhaltung

Patient mit Rückenschmerzen

Ärzte verschreiben bei chronischen Schmerzen häufig starke Schmerzmittel bis hin zu morphinhaltigen Opiaten. Diese können allerdings zum Teil gravierende Nebenwirkungen haben wie Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit oder die Gefahr einer Abhängigkeit. Hier ist der Schmerzschrittmacher ganz klar die bessere Alternative: Die Therapie mittels Schmerzschrittmacher, auch elektrische/ epidurale Rückenmarkstimulation oder Spinal Cord Stimulation (SCS) genannt, gibt elektrische Impulse ab, wodurch chronische Schmerzen überdeckt und die Beschwerden somit größtenteils ausgeschaltet werden.

In unseren medizinischen Versorgungszentren haben wir mit jährlich 85 Neuimplantationen sowie 20 bis 25 Revisionen von überwiegend auswärts implantierten Systemen bereits viel Erfahrung mit der Implantation von SCS Schmerzschrittmachern gesammelt, so dass wir eine Versorgung auf höchstem Niveau gewährleisten können.

Indikationen für eine Rückenmarkstimulation

Der SCS Schmerzschrittmacher bietet sich bei verschiedenen Indikationen an:

Indikationen für den Einsatz eines Neurostimulators

  • zur Unterstützung der Therapie von chronischen Schmerzen der Wirbelsäule
  • Gefühlsstörungen und/oder bei Polyneuropathie der Extremitäten
  • nach fehlgeschlagener Wirbelsäulen-OP
  • behandlungsresistente Schmerzen des unteren Rückens
  • Migräne
  • Angina Pectoris
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Implantation und Behandlung

Bild einer Frau beim Sport ohne Schmerzen

Patient wieder aktiv, da schmerzfrei

Das minimal-invasive Verfahren dauert weniger als eine Stunde und kann unter Vollnarkose oder in sanfter Dämmerschlafnarkose erfolgen. Über eine Hohlnadel werden zwei Elektroden in die Nähe des Rückenmarks geführt und der Schmerzschrittmacher in eine Hauttasche implantiert. Das Implantat erinnert nicht nur vom Namen her, sondern sowohl optisch als auch in seiner Funktion an einen Herzschrittmacher.

Der Neurostimulator erzeugt elektrische Impulse und leitet diese über die beiden Elektroden an das Rückenmark weiter. Die elektrischen Impulse sorgen dafür, dass chronische Schmerzen überdeckt werden. Beschwerden lassen sich dadurch wirksam ausschalten. Je nach individuellem Bedarf können Patienten mithilfe einer Fernbedienung die Stärke der elektrischen Impulse selber verstärken oder abschwächen.

Zwei Behandlungsvarianten der Neurostimulation

Beim Einsatz des SCS Schmerzschrittmachers werden mittlerweile zwei Arten der Spinal Cord Stimulation unterschieden:

  • die tonische Stimulation und
  • die Burst-Stimulation

Die tonische Stimulation stellt die konventionelle Form der Neurostimulation dar: Sie gibt die elektrischen Impulse in stets gleichbleibendem Rhythmus an das Rückenmark ab, um chronische Rückenschmerzen zu lindern. Bei der Burst-Stimulation werden die Impulse stattdessen in kurzer Folge bzw. mit kurzen Pausen stoßweise abgegeben („burst“ steht in etwa für „Explosion“). Die Burst-Stimulation ist eine neue Behandlungsoption für Patienten, die durch eine rein tonische Stimulation keine ausreichende Schmerzlinderung erhalten oder die nach längerer Behandlung keinen therapeutischen Nutzen mehr verspüren. Die Kombination aus klassischer tonischer Stimulation und Burst-Stimulation verkörpert einen ganzheitlichen Ansatz für eine wirksame Schmerzbehandlung.

Nach der Behandlung

Nachbehandlung

Etwa zehn Tage nach der Implantation ziehen wir die Fäden und führen eine abschließende Wundversorgung durch. Speziell beim Neurostimulator sind regelmäßige Kontrollen nötig, da es sich um ein implantiertes Gerät handelt: Dabei überprüfen wir die Stromstärke und besprechen mit Ihnen, wie Sie mit dem Aufladen des Akkus und dem Ein- und Ausschalten nach Bedarf zurechtkommen. Außerdem stimmen wir eventuell noch notwendige Schmerzmittel mit Ihnen ab und diese abgesetzt werden können. Die erste Kontrolle findet bereits vier bis sechs Wochen nach dem Eingriff statt, die zweite nach weiteren drei Monaten und die dritte nach weiteren sechs Monaten. Danach ist eine jährliche Kontrolle ausreichend.

Arbeitsfähigkeit

Die ersten zwei Wochen nach dem Eingriff sollten Sie körperliche Belastungen so gut wie möglich vermeiden, also keine ruckartigen Bewegungen und kein schweres Heben! Einfache Arbeiten wie Bürotätigkeiten sind nach zwei bis vier Wochen wieder erlaubt.

Sportfähigkeit

Wir empfehlen grundsätzlich eine sportfreie Zeit nach Entlassung aus der stationären Behandlung für eine Zeitdauer von vier Wochen. Danach können Sie langsam und schrittweise steigernd wieder mit Ihrem gewohnten Sportprogramm beginnen.

Vorteile

Der Schmerzschrittmacher macht Patienten mit chronischen Schmerzen schnell wieder mobil. Studien zeigen, dass ein Schmerzschrittmacher Schmerzen deutlich besser lindern kann als eine ausschließlich konventionelle Schmerztherapie. Dies gilt besonders für Patienten, die im Nachgang einer Bandscheiben- oder Wirbelsäulenoperation mit chronischen Rücken- und neuropathischen Beinschmerzen zu kämpfen haben. Auch die Einnahme von starken Medikamenten ist nicht mehr nötig. Insgesamt kann die Lebensqualität spürbar gesteigert werden. Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt.

Chronische Schmerzen

Schmerzen werden als chronisch bezeichnet, wenn die Beschwerden über mehr als drei Monate ohne spürbare Besserung bestehen. Auslöser für diese sogenannte Chronifizierung ist neben den eigentlichen Ursachen das Schmerzgedächtnis des menschlichen Gehirns. Auch wenn die Schmerzursache gar nicht mehr besteht, leiden Betroffene noch immer unter Symptomen, denn je länger die Nerven einem wiederkehrenden Reiz ausgesetzt sind, umso empfindlicher reagieren sie darauf. Es entwickelt sich eine Erinnerungsspur, die im Gehirn gespeichert wird, so dass der Schmerz an sich seine eigentliche Funktion als Warnsignal verliert und zur Erkrankung selbst wird.

Logo - 25 Jahre Kompetenz für Ihre Wirbelsäule

Wir sind für Sie da!