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Bandscheibenvorfall

Ursachen, Symptome, Behandlung

Kaum eine Diagnose, die ein Facharzt stellen kann, verbreitet so viel Sorge wie der Bandscheibenvorfall. Rückenschmerzen werden meist mit einem Bandscheibenvorfall in Verbindung gebracht, dabei ist dieser nur für einen Bruchteil aller Rückenschmerzen verantwortlich. Zudem ist die Angst meist unbegründet: Denn ein Bandscheibenvorfall muss nicht immer operiert werden! Konservative und minimalinvasive Behandlungsmethoden sind oft erfolgsversprechender als eine Operation.

Die Behandlung des Bandscheibenvorfalls stellt einen unserer Schwerpunkte dar. Seit 1996 tun wir unser Bestmögliches, um unseren Patienten ein Leben ohne Rückenschmerzen zu ermöglichen. Wir bieten Ihnen neben bewährten Behandlungsmethoden auch innovative Therapiekonzepte für Ihre Rückengesundheit. Hierzu gehört unter anderem unser interdisziplinäres Schmerzkonsil, bei dem unsere spezialisierten Fachärzte fachübergreifend ein für Sie maßgeschneidertes Therapiekonzept entwickeln.

Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall?

Die Bandscheibe funktioniert wie eine Art „Stoßdämpfer“ – diese wenige Millimeter dicke Knorpelschicht sitzt zwischen den knöchernen Wirbeln und sorgt hier dafür, dass diese nicht direkt aneinander reiben. Zudem fängt sie Stöße und Erschütterungen in der Wirbelsäule ab. Die Bandscheibe besteht aus einem weichen Kern aus wasserhaltiger Gallertmasse und einem ihn umgebenden straffen Ring aus Faserknorpel. Mit der Zeit verliert die Bandscheibe ihre Elastizität sowie Festigkeit und es können Risse im äußeren Faserring entstehen. Als Folge kann der Gallertkern bis in den Nervenkanal vortreten und hier auf Nerven drücken.

Symptome sind neben Rückenschmerzen auch Schmerzen im Nackenbereich oder Missempfindungen in Armen und Beinen. Um die optimale Behandlungsmethode für Sie zu finden, ist eine umfassende Diagnostik Voraussetzung. Hierzu stehen uns alle nötigen Untersuchungsmethoden in unserem Haus zur Verfügung. Sie müssen keine weiteren Termine vereinbaren, da weitere Untersuchungen wie Röntgen oder Kernspintomographie in der Regeln am selben Tag bei uns durchgeführt werden können. Dank unseres interdisziplinären Praxiskonzeptes sparen Sie Zeit und erhalten noch am selben Tag eine fundierte Diagnose sowie ein darauf basierendes, auf Sie zugeschnittenes Behandlungskonzept.

Warum entsteht ein Bandscheibenvorfall?

Auch der beste Stoßdämpfer hält nicht alles aus. Bei jüngeren Menschen ist häufig eine Extrembelastung wie das Anheben von Getränkekästen für Bandscheibenprobleme verantwortlich. Somit sind auch Personen, die beruflich oder im Haushalt viel heben müssen, entsprechend anfällig. Insbesondere die Lendenwirbelbandscheiben werden oft durch das Heben bei gebeugtem Oberkörper beschädigt.

Wir alle wissen, dass man aus den Beinen heraus mit aufgerichtetem Oberkörper heben soll, aber kaum jemand hebt schwere Gegenstände auf diese Weise. Dabei verteilen sich bei aufgerichtetem Rücken die Kräfte besser und Muskulatur und Bänder können die Wirbelsäule und Bandscheiben besser stützen. Aber auch Überlastungen, die mit überdurchschnittlichen sportlichen Belastungen zusammenhängen, können zu einem Bandscheibenvorfall in jungen Jahren führen. In den meisten Fällen ist jedoch ein langjähriger Verschleiß der Bandscheibe die Ursache für einen Bandscheibenvorfall.

Austritte von Gallertmasse in den Spinalkanal ereignen sich meist dann, wenn die Vorderseite der Bandscheibe beim Sitzen oder Beugen zusammengepresst wird und der Bandscheibenkern (Nucleus pulposus) nach hinten gepresst wird. In der Folge drückt er gegen den Faserring (Anulus fibrosis). Bei anhaltender Belastung kann der äußere Faserring reißen, deshalb erhöht ständiges Sitzen und häufiges Heben mit gebeugtem Rücken das Risiko für Bandscheibenvorfälle erheblich. Der gallertartige Inhalt der Bandscheibe tritt dann in den Spinalkanal aus und drückt gegen Nerven, was massive Schmerzen verursachen kann.

Welche Symptome hat ein Bandscheibenvorfall?

Ein Bandscheibenvorfall führt meist zu starken, stechenden Rückenschmerzen, die bis in die Beine und Füße ausstrahlen können (Ischialgie). Die Rückenschmerzen verstärken sich bei Belastung meist und die Muskulatur der Wirbelsäule verhärtet sich. Tritt der Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule auf, führt er zu starken Nackenschmerzen, die in Arme und Hände ausstrahlen können (Brachialgie). Tritt der Gallertkern ganz aus dem Faserring heraus und drückt dadurch auf Nerven im Wirbelkanal – darunter auf den Ischiasnerv – können Taubheitsgefühl, Kribbeln, Kältegefühl oder Lähmungserscheinungen sowie andere neurologische Funktionsstörungen auftreten.

Wie wird der Bandscheibenvorfall behandelt?

Ein Bandscheibenvorfall wird bei uns soweit möglich in erster Linie konservativ behandelt. Hierbei hat die Schmerztherapie einen hohen Stellenwert. Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente helfen, Schonhaltungen zu vermeiden, die die Rückenmuskulatur zusätzlich verspannen und die Symptome verschlimmern. Auch Wärme kann helfen, die Beschwerden zu lindern. So wird die Durchblutung angeregt und die verspannte Muskulatur lockert sich. Zu den konservativen Maßnahmen zählen zudem Akupunktur, Osteopathie oder Massagen.

Bei besonders hartnäckigen Schmerzen wenden wir zudem wirbelsäulennahe Infiltrationen wie epidurale Injektionen, Diskografien oder die PRT an. Dr. Schneiderhan entwickelte außerdem die Wirbelsäulen-Kathetermethode nach Prof. Dr. Racz weiter. Durch den weiterentwickelten speziellen elastischen Katheter ist es uns möglich, die betroffenen Nervenwurzeln exakt zu behandeln und Schmerzen schnell und gezielt zu lindern. Als Pioniere in Deutschland dieser nunmehr weltweit anerkannten, minimalinvasiven Behandlungsmethode bieten wir unseren Patienten die nötige Expertise, denn wir führen seit Jahren mit die meisten Eingriffe dieser Art in Europa durch.

Neben der Schmerztherapie spielt die Physiotherapie bei der Behandlung des Bandscheibenvorfalls eine zentrale Rolle. Beispielsweise hilft die isiometrische Kräftigungstherapie dabei, einzelne Muskelgruppen zu stabilisieren und zu aktivieren, indem bestimmte Muskeln und Muskelgruppen aktiv angespannt werden. Werden die Übungen regelmäßig durchgeführt, wird die Wirbelsäule entlastet und Patienten fühlen sich schnell besser.

Wann muss ein Bandscheibenvorfall operiert werden?

Die konservativen Therapie-Optionen sollten stets ausgeschöpft werden, bevor eine Operation angestrebt wird. Denn viele Bandscheibenvorfall-Operationen sind unnötig. In vielen Fällen reicht ein minimalinvasiver Wirbelsäuleneingriff aus, um die Beschwerden zu beseitigen. Wir wenden die Mikrolaserbehandlung an, die ohne das Setzen eines Schnitts auskommt. Dank ihr können Schmerzen, die durch einen Bandscheibenvorfall verursacht werden, gezielt und effektiv behandelt werden. Die Mikrolasertherapie nach Dr. Schneiderhan erlaubt auch eine Behandlung in besonders engen und schwer zugänglichen Bereichen der Bandscheiben an Hals- und Lendenwirbelsäule.

Ist ein operativer Eingriff hingegen nicht zu vermeiden, läuft er wie folgt ab: Der Teil des Gallertkerns, der vorgefallen ist, wird mittels mikrochirurgischer Disektomie entfernt und die Nervenwurzel kann so entlastet werden. Aus dem entfernten Bandscheibengewebe können wiederum Zellen entnommen werden, die dank der autologen Bandscheibenzelltransplantation (ADCT) wieder in die betroffene Bandscheibe transplantiert werden und dort neues Bandscheibengewebe bilden können.

Wie beugt man einen Bandscheibenvorfall vor?

Der Bandscheibenvorfall lässt sich am besten durch eine starke Rückenmuskulatur vorbeugen. Dabei gibt es fünft wichtige Maßnahmen zur Prävention:

  1. Bewegung: Eine starke Rückenmuskulatur entlastet die Wirbelsäule. Besonders rückenfreundliche Sportarten sind Schwimmen oder Radfahren.
  2. Übergewicht vermeiden: Ein gesundes Körpergewicht entlastet die Wirbelsäule.
  3. Matratze: Eine gute Matratze hilft, die Wirbelsäule nachts zu stabilisieren.
  4. Arbeitsplatz: Wer beruflich viel sitzen muss, sollte auf einen rückenfreundlichen Arbeitsplatz achten: Ein ergonomischer Schreibtischstuhl und regelmäßiges Aufstehen gehören dazu.
  5. Rückenfreundlich heben: Wer schwere Lasten hebt, sollte sich nicht bücken. Besser ist es, in die Knie zu gehen, das Kreuz gerade zu halten und die Last hochzuheben.

Dr. med. Reinhard Schneiderhan über: Bandscheibenvorfall

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Gut zu wissen

  • Laut Statistischem Bundesamt stehen Bandscheibenschäden an zweiter Stelle der Berufserkrankungen und sind Ursache für fast ein Fünftel aller Anträge auf Frührente.
  • In Deutschland werden jährlich rund 200.000 Operationen an der Bandscheibe durchgeführt. Betroffen sind etwas mehr Männer als Frauen, vor allem im Alter zwischen 35 und 45 Jahren.

„In Deutschland wird zu oft an der Wirbelsäule operiert. Dies geschieht häufig, wenn ein Patient direkt zu einem Arzt geht, der auch selbst operiert oder der zu einem Operateur überweist. In interdisziplinären Zentren diskutieren Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen gemeinsam die optimale Therapie. Kollegen unterschiedlicher Fachrichtungen beraten sich darüber, ob ein Eingriff überhaupt notwendig ist. Wir wissen, dass sich akute Rückenschmerzen oft spontan bessern beziehungsweise durch konservative oder zumindest minimalinvasive Behandlungsmethoden erfolgreich behandelt werden können.“ – Dr. med. Reinhard Schneiderhan