Haben Sie Fragen?
089 6145100

Medizinische Versorgungszentren
Praxisklinik Dr. Schneiderhan & Kollegen
Wirbelsäulenzentrum München/Taufkirchen
Radiologie und Diagnosticum München/Taufkirchen

Haben Sie Fragen?
+49 (0) 89 / 6145 100

Rückenmarksspiegelung (Epiduroskopie)

Den Wirbelkanal untersuchen und behandeln

Die Epiduroskopie (Spiegelung des Wirbelkanals) liefert räumliche und farbige Abbildungen anatomischer Strukturen des Epiduralraums. Sie wird sowohl zu diagnostischen als auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Die endoskopische Untersuchung erfolgt minimalinvasiv durch die Haut und wird stationär durchgeführt.

Stellenwert der Rückenmarksspiegelung

Die Epiduroskopie mit dem Videokatheter ist eine minimalinvasive endoskopische Untersuchung des Bereichs, der das Rückenmark umgibt (Epiduralraum). Mit dieser Methode können wir erkennen, ob die anatomischen Strukturen gesund sind. Kein anderes Verfahren ermöglicht eine derart genaue Darstellung dieses Bereichs: Mit dem Videokatheter können wir uns den Weg um viele Strukturen im Rückenmarkskanal bahnen und unseren Blick in fast jeden Winkel des Epiduralraumes dirigieren.

Auf diese Weise erhalten wir schonend und sehr präzise räumliche und farbige Abbildungen der anatomischen Strukturen. Mit dieser innovativen Methode können wir zum Beispiel die Nervenhaut, den Bandapparat des Rückens, die Blutgefäße, das Fettgewebe, das Bandscheibengewebe und die Nervenwurzeln unter die Lupe nehmen.

Durch die Spiegelung des Wirbelkanals können wir lokale Entzündungen, Verklebungen, Narbenbildungen, Engstellen, Reste von Bandscheibenvorfällen und Nervenverletzungen erkennen oder Gewebeproben entnehmen. Auch das Lösen von Narben, die Platzierung von Sonden und eine direkte Schmerzmittelgabe können wir mithilfe der Epiduroskopie vornehmen.

Indikationen

Eine Epiduroskopie kann bei verschiedensten Indikationen eingesetzt werden, z.B. bei bereits operierten Patienten mit anhaltenden Schmerzsyndromen oder falls aufgrund eines schlechten Allgemeinzustandes des Patienten eine Operation nicht in Frage kommt. Auch in Fällen, bei denen eine konservative Therapie bisher ergebnislos geblieben ist, führen wir eine Epiduroskopie durch.

Die Epiduroskopie wird zum einen als diagnostisches Verfahren und zum anderen als therapeutische Methode eingesetzt. Einige Beispiele dafür sind:

  • Diagnose und Dokumentation von unklaren Schmerzen in Bereich der Wirbelsäule, insbesondere wenn die Ursache im Epiduralraum vermutet wird
  • Effektives Lösen bzw. Beseitigen von postoperativen Narben und Verklebungen
  • Probe-Entnahme bei entzündlichen Prozessen sowie bei Tumorverdacht
  • Besonders präzise Platzierung von Sonden
  • Zielgenaue Medikamentengaben in die Nähe eines bestimmten Nervs

Behandlung

Um das Risiko einer Blutung abzuklären, wird in unseren Praxisräumen im Vorfeld des Eingriffs eine ausführliche Diagnostik inklusive einer Blutuntersuchung durchgeführt. Blutverdünnende Medikamente müssen im Vorfeld der Spiegelung abgesetzt und eventuell durch Heparin ersetzt werden. Der Eingriff selbst wird von unseren Spezialisten unter sterilen Bedingungen in einem Operationssaal durchgeführt.
In der Regel dauert der Eingriff etwa eine Stunde. Zuvor erhält der Patient eine lokale Anästhesie, sodass die Haut um den Einstich betäubt wird und er keine Schmerzen mehr verspürt. Durch einen intravenösen Zugang erhält er darüber hinaus eine Analgosedierung (Dämmerschlafnarkose).

Durch eine kleine Öffnung im Kreuzbein schieben wir das Epiduroskop in den Epiduralraum. Der Patient spürt dabei lediglich ein leichtes Druckgefühl. Unter Röntgenkontrolle und Sicht führen wir das Epiduroskop vorsichtig bis zu der zu behandelnden Narbe, Verklebung oder Entzündung heran. Dabei wird wiederholt mit Wasser gespült, um einen guten Einblick zu gewährleisten.

Verklebungen können nun mechanisch oder mit einem Kaltlaser gelöst werden. Entzündungen werden mit lokaler Medikamenteninfusion behandelt. Je nach Indikation können Gewebeproben genommen oder Blutungen gestillt werden. Auch für eine direkte Einspritzung von Schmerzmitteln und anderen Medikamenten bietet sich die Epiduroskopie an.

Eine Epiduroskopie zur diagnostischen Abklärung oder zur minimalinvasiven Behandlung wird in einem dreitägigen stationären Aufenthalt durchgeführt.

Vorteile

Diese minimalinvasive Technik erfordert nur eine sehr geringe Menge Narkosemittel. Damit ist sie zum Beispiel besonders für ältere Menschen mit chronischen Rückenschmerzen geeignet, die aufgrund mehrerer Organkrankheiten nicht narkosefähig sind.

Generell ist es eine sehr sichere Methode mit wenigen Risiken. Der häufigste Nebeneffekt sind Schmerzen im Bereich der Einstichstelle, die in der Regel nur von kurzer Dauer sind. Wie jeder Eingriff kann aber auch die Epiduroskopie Komplikationen mit sich bringen, die vorab mit uns besprochen werden. Diese treten jedoch selten auf.

Nach der Behandlung

Am Tag des Eingriffs und an den Folgetagen im Krankenhaus erhalten Sie ein Antibiotikum, um Infektionen vorzubeugen. Tätigkeiten die körperlich nicht stark belastend sind, wie etwa Auto fahren, sind direkt nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wieder möglich.
In den ersten fünf bis sechs Stunden nach dem Eingriff können in seltenen Fällen folgende Probleme auftreten:

  • Kopfschmerzen: Falls Sie unter Kopfschmerzen leiden sollten, trinken Sie viel und lassen Sie sich Schmerzmittel geben. In der Regel lassen die Schmerzen dann nach.
  • Schwächegefühl der Beine und Benommenheit: Beides ist eine Folge der Anpassung des Blutdrucks. Falls Sie darunter leiden, bleiben Sie bitte im Bett.
  • Schmerz im Bereich der Einstichstelle: In diesem Fall helfen Schmerzmittel.

25years
team-grebovic

Wir sind für Sie da!

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail. Wir freuen uns Ihnen schon bald weiterhelfen zu können.