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Hüfte

Ursachen, Symptome und Therapie von Hüftschmerzen

Könnte man Schmerzen in der Hüfte doch einfach wegdenken oder zumindest umgehen. Doch gerade Hüftschmerzen schränken die Lebensqualität ungeheuer ein. So häufig das Hüftgelenk im Alltag in Bewegung ist, so vielfältig können überdies auch die Ursachen für eine schmerzende Hüfte sein. Von einer Verletzung nach einem Sturz oder Unfall über Arthrose und anatomische Bewegungsblockaden bis zu Infektionen und Stoffwechselerkrankungen: Bei lang anhaltenden Hüftschmerzen sollten Sie einen Experten aufsuchen, der die Ursache Ihrer Schmerzen kompetent klären und durch eine gezielte Therapie rasch Abhilfe schaffen kann. Hier erfahren Sie alles Wichtige über die Ursachen und Symptome von Hüftbeschwerden sowie unser individuelles Behandlungskonzept.

Die folgende Übersicht zeigt die häufigsten Ursachen von Hüftschmerzen und deren wichtigsten Symptome auf:

Formen von Hüftbeschwerden

Arthrose

Ursache:
Die häufigste Ursache für Schmerzen an der Hüfte ist die Arthrose. Auslöser sind neben altersbedingtem Verschleiß und Abbauprozessen auch Unfälle oder Verletzungen am Gelenk, angeborene Fehlstellungen oder Folgewirkungen von Stoffwechselkrankheiten. (Näheres siehe Hauptartikel zu Arthrose)

Hüftarthrose

Medizinische Grafik: Hüftarthrose

Symptome:
Typisch für eine beginnende Hüftarthrose ist der Anlaufschmerz, also Schmerzen bei einsetzender Bewegung, die nach einigen Schritten wieder nachlassen. Bei längerer Belastung kommt es zu Gelenk- und Leistenschmerzen, die über den Oberschenkel bis ins Kniegelenk ausstrahlen können. Ist die Arthrose so weit fortgeschritten, dass Knochen auf Knochen reibt, sind auch Ruheschmerzen wahrscheinlich.

Schleimbeutelentzündung

Ursache:
Neben mechanischen Ursachen durch Überbelastung kommen auch Infektionen mit Bakterien und Stoffwechselerkrankungen wie Rheuma oder Kristallablagerungen durch Gicht als Ursache für eine Schleimbeutelentzündung in Betracht.

Symptome:
Die als ziehend oder stechend empfundenen Schmerzen liegen über dem großen, spürbaren (Roll-)Hügel des Oberschenkelknochens und setzen nach Belasten und Bewegen des Beines ein, treten bei chronischem Verlauf aber auch in Ruhe auf.

Schnappende Hüfte

Ursache:
Das sogenannte „Hüftschnappen“ betrifft meist junge Mädchen und bezeichnet ein meist harmloses Sehnenschnappen, wenn die Hüfte gebeugt oder gestreckt wird. Ursache sind in der Regel ungleichmäßige Wachstumsprozesse, die dazu führen, dass gespannte Sehnen des Oberschenkels bei Bewegung am noch wachsenden Rollhügel des Oberschenkelknochens sozusagen „hängen bleiben und ihn dann überspringen“.

Symptome:
Eine schnappende Hüfte verursacht in der Regel keine Schmerzen und „verwächst“ sich in der weiteren körperlichen Entwicklung. Schmerzhaftes Hüftschnappen ist hingegen immer ein Grund, zum Orthopäden zu gehen, da ein Reizzustand vorliegt, der auch zu einer Entzündung des Schleimbeutels führen kann.

Hüftimpingement

Ursache:
Die Form des Oberschenkelkopfes und der Gelenkpfanne sind bei jedem Hüftgelenk leicht unterschiedlich. Somit ist auch nicht jeder Bewegungsumfang für jeden gleichermaßen möglich: Bei bestimmten Formveränderungen kann etwa der Hals des Oberschenkelknochens beim Beugen/Heranführen des Oberschenkels am vorderen Pfannendach anschlagen. Man spricht dann von einem Hüftimpingement (engl. „to impinge“ für „anschlagen“). Problematisch ist, dass Patienten durch bestimmte Bewegungen unbewusst Knochen- und Knorpelschäden bewirken können.

Symptome:
Ein Hüftimpingement zeigt sich durch Schmerzen tief in der Leiste, die vor allem nach längerer Belastung auftreten, außerdem bei bestimmten Bewegungen wie Treppensteigen oder beim Heranführen des Oberschenkels nach innen.

Infektionen

Ursache:

Hüftgelenk

Medizinische Grafik: Hüftgelenk

Der sogenannte „Hüftschnupfen“ bezeichnet eine vorübergehende Hüftgelenksentzündung mit Gelenkerguss. Sie tritt meist bei Kindern im Alter von etwa vier bis sieben Jahren auf, ist häufig durch einen anderen Infekt wie eine Grippe bedingt und bei guter Schonung meist nach zwei Wochen wieder vorbei.

Symptome:
Es treten starke Schmerzen in der Leiste und vorne am Oberschenkel bis zum Knie auf, wodurch betroffene Kinder sich oft weigern, zu laufen.

Neuralgien

Ursache:
Neuralgie bedeutet Nervenschmerz. Ursache ist in der Regel eine Einengung: Wird die Nervenwurzel des Ischiasnerves an der Wirbelsäule oder einer der Ischias-Zweige durch Schwellungen eingeengt, spricht man vom Ischiassyndrom. Eine gänzlich andere Neuralgie-Form ist eine Entzündung des seitlichen Oberschenkel-Hautnervs: Ursachen sind hier Druck durch zu enge Kleidung („Jeans-Krankheit“), Übergewicht oder auch Muskeltraining.

Symptome:
Ischiasnerv: dumpfe oder stechende Schmerzen in Gesäß, Hüfte und Oberschenkel
Hautnerv: brennende Schmerzen an der oberen Außenseite des Oberschenkels in Ruhehaltung, die sich bei längerem Gehen, Stehen oder Laufen verstärken und bei Hüftbeugung nachlassen.

Osteoporose

Ursache:
Osteoporose ist eine häufige Alterserkrankung des Knochensystems, die den Knochen dünner, poröser und somit anfälliger für Brüche werden lässt. Knochenbrüche am Oberschenkel nahe dem Hüftgelenk zählen nach Wirbelkörperbrüchen zu den zweithäufigsten Frakturen durch Osteoporose.

Symptome:
Die Osteoporose ist eine zunächst versteckt verlaufende Erkrankung, die sich häufig erst durch einen unerwarteten Knochenbruch bemerkbar macht. (Näheres siehe Hauptartikel zu Osteoporose)

Osteonekrose

Ursache:
Bei einer Hüftkopfnekrose stirbt örtlich begrenztes Knochengewebe am Hüftkopf durch mangelnde Durchblutung ab („Knocheninfarkt“), es handelt sich also um eine schwere Erkrankung. Unbehandelt kann sich das Hüftgelenk verformen. Hauptrisikofaktoren sind zu hohe Blutfettwerte, zu viel Alkohol und Rauchen.

Symptome:
Das frühe Stadium der Osteonekrose zeigt sich als schleichend beginnendes Ziehen in der Leiste oder plötzlich einschießende Leistenschmerzen. Das Hüftgelenk kann rasch die alltägliche Belastung nicht mehr tolerieren und die Beweglichkeit bei Innendrehungen ist häufig eingeschränkt. Zu massiven Schmerzen kommt es oft erst, wenn der Hüftkopf durch den vermehrt abgestorbenen Knochen einbricht, daher wird die Krankheit oft erst spät erkannt.

Rheuma

Ursache:
Bei Gelenkrheumatismus greift der Körper aufgrund einer Störung des Immunsystems eigene Strukturen des Bewegungsapparats an. Entgegen landläufiger Meinung ist Rheuma keineswegs nur eine Erkrankung älterer Menschen, sondern kann auch junge Erwachsene und selbst Kinder betreffen. Zwar wurden genetische Häufungen festgestellt, die genaue Ursache für diese Autoimmunkrankheit ist jedoch nachwievor unbekannt.

Symptome:
Infolge chronischer Entzündungen leiden Rheuma-Patienten unter Gelenkentzündungen, Gelenkschmerzen und Schwellungen, möglicherweise verformen sich auch die betroffenen Gelenke. Zu den Leitsymptomen beispielsweise von Morbus Bechterew zählen Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen. Diese sind meist in Ruhelage (vor allem nachts) am stärksten und bessern sich bei Bewegung. Hinzu kommt eine Morgensteifigkeit der Gelenke, die sich ebenfalls durch Bewegung allmählich bessert.

Gefäßerkrankungen

Ursache:
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK, bezeichnet eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), die zu Verengungen oder Verschlüssen der Hauptschlagader und/oder der Beckenarterien führen kann.

Symptome:
Beim Gehen kommt es zu stechenden Muskelschmerzen im Hüftbereich, Oberschenkel und Gesäß. Im fortgeschrittenen Stadium sind Schmerzen auch in Ruhe möglich.

Wie werden Hüftschmerzen behandelt?

Diagnostik

Arzt-Patient-Gespräch

Arzt-Patient-Gespräch

Um die genaue Ursache für Ihre Hüftschmerzen festzustellen, sind ein ausführliches Anamnesegespräch sowie eine sorgfältige klinische Untersuchung essenziell. Hierzu stehen uns alle nötigen Untersuchungsverfahren, wie etwa Ultraschall, Röntgen, CT oder MRT, in unseren drei medizinischen Versorgungszentren zur Verfügung – Sie müssen also keine weiteren Termine vereinbaren und sparen Zeit. Nach der Diagnose erstellen wir ein individuell auf Sie zugeschnittenes Therapiekonzept, das sich zuerst auf das Spektrum der konservativen Behandlungsmöglichkeiten konzentriert. Die meisten Hüftschmerzen können wir so effektiv und sicher behandeln.

Konservative Therapie

Unser Ziel ist es, Ihre Hüftschmerzen möglichst schnell zu lindern und Folgeschäden zu vermeiden. Wir setzen dazu minimalinvasive Schmerztherapieverfahren ein, die wir mit aktiver Krankengymnastik zur Muskelkräftigung kombinieren. Je nach Ursache der Schmerzen verordnen wir schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente. Je nach Ursache der Beschwerden kann eine Stoßwellentherapie diese Maßnahmen ergänzen und die Heilung beschleunigen.

Operative Therapie

Welche operative Behandlungsmethode zum Einsatz kommt, hängt von der Ursache der Hüftschmerzen ab. Dank der modernen Gelenkspiegelung (Hüftarthroskopie) können wir minimalinvasiv operieren. Lediglich bei der Behandlung einer fortgeschrittenen Arthrose der Hüfte (Coxarthrose) ist eine offene OP mit Ersatz der Gelenkflächen und Implantation einer Hüftprothese in der Regel unumgänglich.

Hier erfahren Sie mehr über die Operative Arthrosetherapie an der Hüfte!

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