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Bulging

Was hilft bei einer Bandscheibenvorwölbung (Bulging) an der HWS/LWS?

Das menschliche Rückgrat muss täglich große Lasten tragen. Wirbel, Bandscheiben, Muskeln, Sehnen und Bänder sind Teil verhelfen uns zum aufrechten Stehen, denn selbst das eigene Körpergewicht ist eine enorme Herausforderung. Belastungen und Stöße werden durch die kleinen Stoßdämpfer der Wirbelsäule, die Bandscheiben, abgefedert. Kommt es zu einer Degeneration, kann eine Bandscheibenvorwölbung entstehen, die sehr schmerzhaft ist. Was hilft?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Definition: Bei einer Bandscheibenvorwölbung (Bulging) tritt die Bandscheibe zwischen den Wirbeln hervor.
  • Folge: Die Bandscheibe übt Druck auf die Nerven aus, was zu Schmerzen führt.
  • Häufige Ursachen: Fehlbelastungen, falsche Bewegungen und zu wenig Sport führen zu einer Schwächung der Bandscheibe. Sie kann zu einer Protrusion führen.
  • Behandlung: Konservative Verfahren reichen meist aus, so dass häufig keine Operation notwendig ist.
  • Prognose: Bandscheibenvorwölbungen verheilen meist nach wenigen Wochen.

Die nächsten Schritte:

  • Arzt:Bei großen akuten Schmerzen oder Begleitsymptomen müssen Sie sofort zum Arzt, um einen Notfall auszuschließen. Ansonsten können Sie einen Hausarzt oder Orthopäden aufsuchen, wenn Sie nach 7 Tagen noch Beschwerden haben.
  • Selbsthilfe:Die Schmerzen können Sie mit Medikamenten, einer Wärmflasche oder Massagen lindern.
  • Vorbeugen: Um zu verhindern, dass die Bandscheibe erneut verrutscht, sollten Sie Ihre Muskeln mit gezielten Übungen stärken.

Mehr über die Details und weitere Erklärungen erfahren Sie im Folgenden Text.

Inhalt:

 

Was passiert bei einer Bandscheibenvorwölbung (Diskus-Bulging)?

Medizinische Grafik Hervorgetretene BandscheibeEine Bandscheibenvorwölbung wird medizinisch auch als „Bulging“ bezeichnet. Dabei gibt die Bandscheibe mit ihrem gallertartigen Bandscheibenkern, dem sogenannten Nucleus pulposus und dem festen Fasserring, dem Druck nach, der auf sie ausgeübt wird. Die Folge: Sie wölbt sich zwischen den Wirbeln hervor. Dort kann das vorgewölbte Gewebe auf Nerven drücken. Schmerzen sind die Folge. Die menschliche Wirbelsäule besteht aus 33 knöchernen Wirbelkörpern, 23 Bandscheiben sowie zahlreichen Sehnen und Bändern

Gut zu wissen: Im Unterschied zu einem Bandscheibenvorfall (Prolaps) ist bei einer Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) eine Rückbildung möglich. Außerdem ist beim Bandscheibenprolaps der äußerste Knorpelring so stark verletzt, dass Gewebe aus dem Kern der Bandscheibe austreten kann.

Diese Symptome können Anzeichen einer Bandscheibenvorwölbung sein

Die Bandscheibenvorwölbung ist eine Vorstufe des Bandscheibenvorfalls. Klassische Symptome sind dumpfe, tief sitzende und verteilte Rückenschmerzen. Bei plötzlichem Schmerz spricht man umgangssprachlich auch von einem Hexenschuss, der durch Fehlbewegungen ausgelöst wird.

Gelegentlich bemerken Betroffene die Bandscheibenvorwölbung gar nicht oder verspüren nur leichte Schmerzen. Nach einiger Zeit kann sie sich von selbst wieder zurückbilden. In seitlicher Richtung herausgebildet, kann eine Bandscheibenvorwölbung, die auch als inkompletter Bandscheibenprolaps bezeichnet wird, Nervenwurzeln im Rückgrat einklemmen und Schmerzen verursachen, die bis ins Bein ausstrahlen.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten:

  • Sofort zum Arzt bei: Rückenschmerzen nach einem Unfall oder in Kombination mit Fieber, Lähmungserscheinungen, Störungen der Blase oder des Darms
  • Nach 7 Tagen zum Arzt bei: immer noch andauernden Schmerzen

Auch ein Kribbeln im Fuß, das Gefühl eines eingeschlafenen Beins oder sogar gar kein Gefühl mehr im Bein sind möglich. Nachlassende Muskeln in Bein und Gesäß können Störungen der betroffenen Reflexe verursachen, ausgelöst durch eine mögliche Bandscheibenprotrusion. Falls sie nicht behandelt wird, können sich Verhärtungen der Muskulatur herausbilden. Aber häufig heilen Bandscheibenvorwölbungen von selbst aus. Das kann allerdings mehrere Wochen dauern.


Sofort-Hilfe bei einer Bandscheibenprotrusion

Solange Sie Schmerzen haben, werden Sie krankgeschrieben. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist also individuell und hängt auch von Ihrem Beruf ab. Wer körperlich arbeitet, sollte sich länger schonen.

Was Sie tun können, wenn die Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule (HWS/BWS/LWS) schmerzen:

  • Bleiben Sie aktiv, um die Muskeln nicht zu schwächen.
  • Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen können helfen, mit den Schmerzen besser umzugehen.
  • Legen Sie die Unterschenkel auf einen Stuhl, so dass sie einen 90°-Winkel zu den Oberschenkel bilden. So entlasten Sie die Wirbelsäule.
  • Nehmen Sie Schmerzmittel wie ASS, Ibuprofen oder Paracetamol.
  • Lassen Sie sich massieren.
  • Wärmebehandlungen wie ein heißes Bad, eine Wärmflasche oder Infrarotlampen lösen Verspannungen.

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Am besten ist es, Sie stellen sich persönlich in unserem Zentrum vor. Vereinbaren Sie dazu bitte telefonisch einen Termin über unsere Zentrale unter 089 / 6145100.

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So diagnostiziert der Arzt ein Bandscheiben-Bulging

Die ärztliche Behandlung einer Bandscheibenprotrusion beginnt mit einem ausführlichen Gespräch, in dem der Krankheitsverlaufund der Umfang der Schmerzen geklärt werden. In der folgenden körperlichen Untersuchung grenzt der Arzt den genauen Bereich der Beschwerden ein.

Um die Schmerzursache zu erkennen, nutzt er bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT). Sie machen Schäden an Weichgeweben sichtbar, die auf umliegende Nerven drücken. Ist ein großer Teil der Bandscheibe betroffen, spricht man von einem breitbasigen Bulging. Handelt es sich nur um eine scheinbare Vorwölbung, liegt ein Pseudobulging vor.

Therapiemöglichkeiten bei der Bandscheibenprotrusion

Je nach Ausprägung der Erkrankung stehen dann verschiedene Behandlungsmaßnahmen zur Verfügung. Leiden Patienten lediglich unter leichten Symptomen, helfen oftmals bereits konservativen Verfahren wie zum Beispiel Physiotherapie, Rückenübungen oder Spritzenbehandlungen.

Sorgen diese Verfahren nicht für einen Rückgang der Bandscheibenvorwölbung, werden minimalinvasive Methoden wie Wirbelsäulenkatheter eingesetzt. Dr. Schneiderhan hat die Wirbelsäulenkathertechnik selbst weiterentwickelt und behandelt sie gerne.

Bei der Kathetertherapie führen Spezialisten unter Bildwandlerkontrolle und Kontrastmittelgabe über eine dünne Nadel einen elastischen und steuerbaren Katheter direkt an die schmerzende Stelle an der Wirbelsäule heran. Über dieses spezielle Instrument injiziert der Experte ein Medikamentengemisch aus schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln an das betroffene Areal. Dadurch lässt sich eine schonende Schrumpfung des vorgewölbten Gewebes erreichen und eventuelle Entzündungen bilden sich rasch zurück.

Je nach Schmerzursache kann auch eine Behandlung mit dem Mikrolaser angeraten sein. Dabei gelangt eine 0,2 Millimeter dünne Faser an die schmerzübertragende Nervenfaser. Sie leitet einen Laserstrahl in den Körper und sorgt damit für eine vierfache Wirkung: Störendes Gewebe schrumpft, kleine Risse in der Bandscheibe werden verschlossen und die Schmerzweiterleitung ans Gehirn wird ausgeschaltet. Um einem Bulging vorzubeugen, empfehlen Experten regelmäßige Bewegung.

Diese Übungen tun gut

Sanfter Sport, Gymnastik und Dehnübungen tun Ihrem Rücken gut. Folgende Übungen können Sie zu Hause machen:

  • Legen Sie sich auf den Rücken und bringen Sie den Po nach oben, so dass Knie, Gesäß und Schultern eine Linie bilden. Legen Sie sich im Anschluss wieder auf den Boden und wiederholen Sie die Übung mehrere Male.
  • Setzen Sie sich auf einen Stuhl, neigen Sie sich etwas nach vorne, bringen Sie die Arme nach oben und dann nach unten wie beim Holzhacken.
  • Stellen Sie hin, berühren Sie mit beiden Händen eine Wand und machen Sie „Liegestützen“ im Stehen.

Auf diese Sportarten sollten Sie jetzt verzichten:

  • Sportarten, bei denen die Wirbelsäule Stoßbelasten ausgesetzt ist (z. B. Reiten oder Joggen)
  • Sportarten mit Belastungsspitzen und Seitneigungen (z. B. Skifahren, Tennis oder Golf)
  • Kraftübungen, bei denen die Wirbelsäule rund wird (Sit-ups)

Wie können Sie einem Bulging vorbeugen?

Unsere Bandscheiben stehen täglich unter starken Belastungen, denn bereits das eigene Körpergewicht übt Druck auf die sensiblen Puffer zwischen den Wirbelkörpern aus. Es sorgt dafür, dass sie im Laufe des Tages Flüssigkeit verlieren und dünner werden.

Um das auszugleichen und Schmerzen durch ein Bulging vorzubeugen, kommt ausreichender Bewegung besondere Bedeutung zu. Starke Bänder, Sehen und Muskeln können die Wirbelsäule stützen und entlasten. Die Bandscheiben saugen sich bei Belastung und Entlastung wie ein Schwamm mit Gewebsflüssigkeit voll und geben sie wieder ab. Wer sich regelmäßig bewegt, ermöglicht einen Ausgleich zwischen diesen beiden Vorgängen und hält die Bandscheiben so elastisch und gleichzeitig stabil. Fehlt körperliche Aktivität, verlieren die Bandscheiben im Laufe des Lebens schneller an Flexibilität als bei aktiven Menschen. Dieser Verschleißprozess erhöht das Risiko für ein Bulging.

Experten raten zu regelmäßiger Bewegung, um einer Bandscheibenprotrusion vorzubeugen oder bei bereits vorhandenen Beschwerden weiter aktiv zu bleiben. Durch sportliche Aktivitäten werden die Bandscheiben be- und entlastet, wodurch sie wieder mit Flüssigkeit versorgt werden. Geeignete Sportarten sind Schwimmen, Radfahren mit erhöhtem Lenker und Wassergymnastik. Auch Yoga und Pilates sind ratsam, um Rumpf- und Rückenmuskulatur zu stärken.

Im Arbeitsalltag ist es wichtig, die Sitzposition regelmäßig zu wechseln, zwischenzeitlich aufzustehen und den Schreibtisch ergonomisch zu gestalten, um eine Bandscheibenvorwölbung zu verhindern.

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Sie können auch gerne zu uns kommen, wenn Sie eine Zweitmeinung bei Dr. Schneiderhan in München einholen möchten. Termine können Sie nicht nur telefonisch, sondern auch online buchen.

Warum zu Dr. Schneiderhan?

  • Orthopäde seit 1993
  • Schwerpunkte: interventionelle Schmerztherapie und minimalinvasive Wirbelsäuleneingriffe
  • Bevorzugung konservativer Verfahren
  • Präsident der deutschen Wirbelsäulenliga e. V.
  • Autor dreier Patientenratgeber und Referent auf Fachkongressen

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