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Schmerzschrittmacher

Schmerzschrittmacher – die Elektrische Rückenmarksstimulation

Mit dem Schmerzschrittmacher, der Elektrische Rückenmarksstimulation oder Spinal Cord Stimulation (SCS) steht für starke, chronische Rückenschmerzen eine sehr wirksame minimalinvasive Behandlung zur Verfügung, die den Schmerz nachweislich um bis zu 80 Prozent reduziert und damit die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig verbessern kann. Mehrere Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. In vielen Fällen liegen deren Ursachen im Bereich der Wirbelsäule. Der Schmerz wird als chronisch bezeichnet, wenn Beschwerden über mehr als drei Monate ohne spürbare Besserung bestehen. Auslöser für diese sogenannte Chronifizierung ist neben den eigentlichen Ursachen das Schmerzgedächtnis des menschlichen Gehirns. Auch wenn die eigentliche Schmerzursache gar nicht mehr besteht, leiden Betroffene noch immer unter Symptomen, denn je länger die Nerven einem wiederkehrenden Reiz ausgesetzt sind, umso empfindlicher reagieren sie darauf. Es entwickelt sich eine Erinnerungsspur, die im Gehirn gespeichert wird, sodass der Schmerz an sich seine eigentliche Funktion als Warnsignal verliert und zu der Erkrankung selbst wird. Ärzte verschreiben dann häufig starke Schmerzmittel bis hin zu morphinhaltigen Opiaten. Um die daraus entstehenden Nebenwirkungen wie zum Beispiel Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit oder die Gefahr einer Abhängigkeit zu vermeiden, die bei vielen Patienten zu einer Beeinträchtigung des Alltags führen, steht ein Schmerzschrittmacher zur Verfügung. Dieser wird auch Elektrische Rückenmarksstimulation oder Spinal Cord Stimulation (SCS) genannt und ist zur Behandlung chronischer Beschwerden eine Option, wenn konservative Therapien versagt haben, nicht mehr operiert werden kann oder eine weitere Operation vermieden werden soll.

Wirkung des Schmerzschrittmachers

Bei der minimalinvasiven Elektrischen Rückenmarksstimulation werden über eine Hohlnadel zwei Elektroden in die Nähe des Rückmarks eingeführt und der sogenannte Generator oder Schmerzschrittmacher in einer Hauttasche implantiert. Dieser erinnert sowohl optisch als auch in seiner Funktion an einen Herzschrittmacher. Der minimalinvasive Eingriff dauert weniger als 60 Minuten und kann unter Vollnarkose oder in sanfter Dämmerschlafnarkose erfolgen. Der Schmerzschrittmacher erzeugt sodann elektrische Impulse, die über die Elektroden an das Rückenmark weitergeleitet werden. Diese sorgen dafür, dass chronische Schmerzen verschleiert beziehungsweise überdeckt werden. Beschwerden lassen sich somit wirksam ausschalten. Je nach individuellem Bedarf können Patienten mithilfe einer Fernbedienung die Stärke der elektrischen Impulse selbst steuern, also verstärken oder abschwächen. Durch den Schmerzschrittmacher werden chronische Rückenschmerzpatienten schnell wieder mobil, vermindern die Einnahme starker Medikamente und damit auch ihre Nebenwirkungen und profitieren schließlich von einer deutlichen Steigerung ihrer Lebensqualität.

Vorbeugung chronischer Schmerzen zur Vermeidung eines Schmerzschrittmachers

Um chronischen Schmerzen aktiv vorzubeugen, spielt Bewegung eine wichtige Rolle. Wer regelmäßig aktiv ist, beugt Verspannungen, einseitigen Beanspruchungen oder Überlastung wirksam vor. Dazu eignen sich vor allem sanfte Sportarten wie Yoga, Pilates, Schwimmen, Nordic Walking oder Radfahren, die lediglich wenig Druck auf die Gelenke ausüben und die gesamte Rumpfmuskulatur nachhaltig stärken. Außerdem gilt es, länger bestehende Schmerzen ernst zu nehmen und einen Arzt zu besuchen, um mögliche Ursachen zu klären. Dieser kann dann entsprechende Behandlungen einleiten, um Patienten von Beschwerden zu befreien.