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Hitzesondenbehandlung

Hitzesondenbehandlung: Die Unterbrechung der Schmerzweiterleitung

Die Hitzesondenbehandlung, auch Thermokoagulation genannt, ist eine minimalinvasive Methode, bei der die Schmerzweiterleitung von Nervenfasern gezielt unterbrochen wird, die Signale von den Facettengelenken der Wirbelkörper an das Gehirn übertragen. Diese Art der Therapie kann besonders bei Wirbelgelenkverschleiß, Wirbelgelenksdeformationen oder bei Wirbelgleiten erfolgreich sein. Diese gesundheitlichen Probleme können zum einen durch Überbeanspruchung wie schweres und vor allem falsches Heben ausgelöst werden, zum anderen treten sie aufgrund von degenerativen Prozessen, also dem normalen altersbedingten Verschleiß auf. Erzielen konservative Maßnahmen wie Medikamente oder Physiotherapie nicht die gewünschte Schmerzlinderung, kann eine Behandlung mit der Hitzesonde in Erwägung gezogen werden.

Hitzesondenbehandlung: Wie geht der Arzt vor?

Zunächst findet die übliche sorgfältige Befunderhebung und Diagnose statt. Dabei nutzen Wirbelsäulenmediziner neben der Anamnese und klinischen Untersuchung meist auch bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, Computer- und Magnetresonanztomografie, um die genaue Schmerzursache zu identifizieren und zu lokalisieren. Bei der Hitzesondenbehandlung befindet sich der Patient dann in einer leichten Dämmerschlafnarkose. Der Arzt betäubt zunächst den betroffenen Wirbelsäulenabschnitt und führt dann eine feine Sonde von nur 0,4 Millimeter Durchmesser an die entsprechende Stelle an der Wirbelsäule heran. Dies geschieht unter Röntgenkontrolle. Mithilfe eines Computers wird die Sondenspitze auf 80 Grad Celcius erhitzt: Damit kann der behandelnde Arzt die Nervenfaser dann gezielt veröden. Gegebenenfalls ist zur Schmerzausschaltung die Behandlung mehrerer Segmente notwendig. Die verödeten Nervenfasern sind nicht mehr dazu in der Lage, Schmerzsignale an das Gehirn weiterzuleiten.

Hitzesonde: Welche Vorteile bietet sie?

Durch die minimalinvasive Behandlung mit der Hitzesonde lassen sich offene operative Eingriffe wie Stabilisierungs- beziehungsweise Versteifungsoperationen der Wirbelsäule häufig vermeiden. Der minimalinvasive Eingriff ist deutlich schonender und birgt kaum Risiken. Patienten können bereits kurz nach dem nur 30- bis 50-minütigen Eingriff wieder ihrem Alltag nachgehen. Bei leichten Arbeiten wie im Büro entstehen in der Regel keine Ausfallzeiten, körperlich anstrengende Aufgaben wie das Heben von schweren Lasten oder Extremsportarten sollten allerdings erst schrittweise wieder aufgenommen werden. Hierbei empfiehlt es sich für den Patienten, immer mit dem Arzt Rücksprache zu halten. Dieser rät nach der Behandlung je nach Bedarf auch zu Physiotherapie, um die Rückenmuskulatur zu stärken und erneuten Beschwerden rechtzeitig vorzubeugen. Hilfreich sind zur Sicherung des Behandlungserfolgs auch rückenfreundliche sportliche Aktivitäten wie Schwimmen, Nordic Walking, Fahrradfahren, Pilates oder Yoga.