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Wirbelkanalstenose

Es muss nicht immer operiert werden

Unter einer Wirbelkanalstenose versteht man eine Verengung des Wirbelkanals, durch den das Rückenmark verläuft. Die Stenose übt Druck auf Rückenmark, Nerven und Blutgefäße aus und kann zu bleibenden Nervenschäden führen. Häufigste Ursache für eine Wirbelkanalstenose sind natürliche Alterungsprozesse.

Welche Ursachen hat eine Wirbelkanalstenose?

Neben Alterungsprozessen können auch Osteoporose, eine genetische Veranlagung oder Bewegungsmangel zu einer Wirbelkanalstenose führen. Meist kommen verschiedene Faktoren zusammen, die die Erkrankung auslösen.

Je älter man wird, desto stärker verschleißt die Wirbelsäule (Degeneration). Auch die Bandscheiben verlieren mit der Zeit an Flüssigkeit und schrumpfen sozusagen. Die Bandscheiben sind eine Art Puffer zwischen den Wirbelkörpern und wenn sie kleiner werden, führt dies zu einer stärkeren Belastung der Wirbelkörper. Es kann zu einer knöchernen Anlagerung an den Zwischenwirbelgelenken kommen, die den Wirbelkanal verengen.

Hinzu kommt, dass die Bänder entlang der Wirbelsäule weniger gestrafft werden und an ihre Spannkraft zurückgeht, sobald die Bandscheiben an Höhe verlieren. Die gesamte Wirbelsäule wird instabil und die Wirbelkörper können sich gegeneinander verschieben (Wirbelgleiten).

Darüber hinaus sind weitere Ursachen für eine Wirbelkanalstenose:

  • Stenose als Folge einer Wirbelsäulenoperation
  • Verletzung der Wirbelkörper
  • Bandscheibengewebe wölbt sich in den Wirbelkanal vor oder brechen ein
  • Hormonelle Veränderungen (Morbus Cushing)
  • Knochenerkrankungen wie Morbus Paget

Um die Ursachen der Wirbelkanalstenose ausfindig zu machen und eine geeignete Therapieform zu finden, führen wir eine sorgfältige und umfassende Diagnose durch. Hierzu gehört einerseits ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch, in dem die Symptome abgeklärt werden. Andererseits helfen uns bildgebende Verfahren, die am selben Tag in unserer interdisziplinären Praxisgemeinschaft durchgeführt werden, dabei, das Ausmaß sowie die Ursache der Wirbelkanalstenose zu erkennen. Basierend darauf erhalten Sie ein individuell auf Sie zugeschnittenes Therapiekonzept, um Ihnen bestmöglich zu helfen.

Welche Symptome hat die Wirbelkanalstenose?

Die Symptome einer Wirbelkanalstenose sind häufig unspezifisch und entwickeln sich über Monate hinweg. Aus diesem Grund ist eine ausführliche Diagnose unerlässlich. Anfangs sind folgende Beschwerden zu beobachten:

  • Rückenschmerzen, die meist in die Beine ausstrahlen
  • Lendenwirbelsäule ist in ihrer Bewegung eingeschränkt
  • Muskelverspannungen im Rücken

Die typischen Symptome einer Wirbelkanalstenose treten erst im fortgeschrittenen Stadium auf:

  • Gefühlstörungen in den Beinen
  • Missempfindung in den Beinen (Brennen, Ameisenlaufen, Kältegefühl)
  • Beinmuskulatur fühlt sich schwach an
  • Störungen der Blase oder des Mastdarms (Probleme beim Stuhlgang oder Wasserlassen)
  • Gestörte Sexualfunktion

Die Beschwerden sind meist sehr viel erträglicher, wenn man sich nach vorne beugt, wie das beim Fahrradfahren, Bücken oder Bergaufgehen der Fall ist. Von Medizinern wird das als Claudicatio spinalis bezeichnet. Bei einer Claudicatio intermittens verschlechtern sich die Symptome dagegen, wenn die Blutgefäße im Becken oder in den Oberschenkeln verengt werden.

Wie wird die Wirbelkanalstenose behandelt?

Je nachdem wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und wie stark die Beschwerden sind, kann eine Wirbelkanalstenose-Therapie konservative, minimalinvasive oder operative Maßnahmen beinhalten. Wir sind stets bemüht, Ihre Beschwerden zunächst mit konservativen Therapiemöglichkeiten zu behandeln. Hierzu gehören:

  • Physiotherapie
  • Entlastende Haltung (Vermeiden von langem Stehen und Sitzen)
  • Wärmetherapie
  • Elektrotherapie
  • Orthesen (Stützkorsett)
  • Schmerzmittel
  • Rückenschule (gezieltes Training zur Stärkung der Rücken- und Bauchmuskulatur)

Führen diese Behandlungsmöglichkeiten nicht zum Erfolg stehen für die Wirbelkanalstenosebehandlung sehr moderne und schonende Verfahren zur Verfügung, mit denen wir den Patienten effektiv helfen können

  • Videokatheterbehandlung
    • Mit dem Videokatheter untersuchen, behandeln und entfernen wir unter direkter Sicht nicht nur Engstellen im Wirbelkanal und Entzündungen, sondern auch Verklebungen und Narben. Dazu führen wir den nur 1,4 Millimeter dünnen Katheter über das Kreuzbein in den Wirbelkanal ein, leiten ihn bis zu der schmerzenden Stelle und injizieren dort hoch wirksame Medikamente.
  • Endoskopische OP
    • Unter Vollnarkose führen wir ein dünnes Endoskop bis an die Wirbelsäule vor. Muskeln, Bänder und Sehnen müssen dabei nicht durchtrennt werden. So entstehen später auch keine Narben, die erneute Rückenschmerzen auslösen können. Mithilfe von Mikroinstrumenten können wir Knochengewebe entfernen, das den Wirbelkanal verengt. Die Spitze des Endoskops können wir dabei präzise in alle Richtungen lenken.“
  • Mikrochirurgische Eingriffe
    • Bei ausgeprägten Wirbelkanalverengungen beseitigen wir das eingewachsene Gewebe mit einer mikrochirurgischen OP-Technik. Dabei führen wir durch einen kleinen Schnitt eine dünne Titan-Hülse bis zur Wirbelsäule ein. Durch diese Hülse tragen wir mit Sicht durch ein Operationsmikroskop Knochenanteile oder verdicktes Bandgewebe ab. Die Wirbel bleiben dabei unversehrt und die Stabilität der Wirbelsäule voll erhalten
  • Spondylodese
    • Die letzte Option, wenn alle anderen Verfahren keine Besserung bewirken. Dabei werden zwei oder mehr Wirbelkörper mithilfe von speziellen Implantaten verblockt, die angrenzenden Wirbelkörper mithilfe von Platten oder Stangen verschraubt. Bei der Operation wird der Bandscheibenraum ausgeräumt, die Wirbelkörper in ihre ursprüngliche Position gebracht und die entfernte Bandscheibe durch ein Impantat aus Titan oder Kunststoff ersetzt, den sogenannten Cage.

Wirbelkanalstenose vorbeugen

Das Motto: „Gut geschützt ist halb gewonnen“ zählt auch bei der Prävention der Wirbelkanalstenose. Menschen die nicht rauchen, sich mehrmals die Woche körperlich betätigen und sich gesund ernähren, haben starke und robuste Muskeln, die den Rücken schützen. Dabei ist vor allem das gezielte Training der Rückenmuskulatur von großer Bedeutung. Ist diese gut ausgebildet, kann die Wirbelsäule Belastungen besser standhalten und auch Fehlhaltungen lassen sich so minimieren.

Videos zum Thema:

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Gut zu wissen:

Weniger als zehn Prozent der Patienten mit Wirbelkanalstenose müssen tatsächlich operiert werden. Für eine individuelle und patientengerechte Therapie braucht man erfahrene Experten, die fachübergreifend zusammenarbeiten. Deshalb sollte sich jeder Patient für seine bestmögliche Behandlung immer eine zweite Meinung einholen.