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Bandscheibenprothese

Die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhalten

Künstliche Bandscheiben sind in den letzten Jahren durch viele Verbesserungen zu einer ernstzunehmenden und weit verbreiteten Alternative gegenüber der Wirbelsäulenversteifung (Spondylodese) geworden. Degenerierte oder verschlissene Bandscheiben zählen zu den häufigsten krankhaften Veränderungen der Wirbelsäule. Die Bandscheibenprothese verhilft zu einer besseren Beweglichkeit in einem von Rückbildung (Degeneration) betroffenen Segment der Wirbelsäule.

Bandscheibenprothesen – auch künstliche Bandscheiben oder Zwischenwirbelraumprothesen genannt – kennt die Medizin bereits seit mehr als 20 Jahren. Seitdem wurden sie stetig weiterentwickelt. Heute sind sie ein sehr zuverlässiges Therapieverfahren für Patienten, deren Symptome durch minimal-invasive Behandlungen keine Besserung erfahren. Wir verfügen über langjährige Erfahrung in diesem Bereich und bieten Ihnen durch unser interdisziplinäres Fachärzteteam ein individuell auf Sie zugeschnittenes Behandlungskonzept. Sprechen Ihre Beschwerden und die Diagnose für eine Bandscheibenprothese, sind Sie bei uns genau an der richtigen Adresse.

Was ist eine Bandscheibenprothese?

Darstellung von Schmerzen in der Lendenwirbelsäule

Schmerzen Lendenwirbelsäule

Die Bandscheibenprothese ist ein künstliches Gelenk, das eine stark abgenutzte Bandscheibe ersetzen kann und dabei die natürliche Beweglichkeit der Wirbelsäule bewahrt. Es besteht aus zwei Metallplatten mit einem dazwischen liegenden Kunststoffgleitkern. Nach Implantation einer Bandscheibenprothese ist eine normale Belastung des so behandelten Wirbelsäulenabschnittes gegeben, extreme Belastungen sollten jedoch vermieden werden. Eine Bandscheibenprothese kann zwar noch kein hundertprozentiger Ersatz sein, sie kommt dem jedoch immer näher und ist im Vergleich zum Erhalt des geschädigten Bandscheibengewebes oder einer Spondylodese (Wirbelkörperverblockung) häufig die deutlich bessere Option.

Der unbestreitbare Vorteil der Bandscheibenprothese liegt natürlich darin, dass sie das betroffene Wirbelsegment nicht versteift, sondern die Beweglichkeit möglichst vollständig erhält. Dies ist vor allem bei jüngeren Patienten von Bedeutung. Dank der uns zur Verfügung stehenden modernen Methoden ist das Einsetzen einer Bandscheibenprothese zudem ein sehr sicherer und gewebeschonender Eingriff.

Video: Dr. Sommer über das Verfahren der Bandscheibenprothese

Indikationen

Medizinische Grafik Hervorgetretene Bandscheibe

Medizinische Grafik: Hervorgetretene Bandscheibe

Die Bandscheibenprothese eignet sich bei deutlichem Bandscheibenverschleiß (Diskopathie) mit starken chronischen Rückenschmerzen, die eventuell zusätzlich in die Beine ausstrahlen, sowie für Patienten mit starken Schmerzen nach Bandscheibenoperationen (Postlaminektomiesyndrom oder Postnukleotomiesyndrom). Auch bei einem Bandscheibenvorfall ist es durch konservative und/oder minimal-invasive Behandlungen nicht immer möglich, den hervorgetretenen Teil der Bandscheibe zu entfernen und die bedrängten Nerven zu entlasten – insbesondere an der Halswirbelsäule (HWS). In diesen Fällen muss die starre Bandscheibe, die ihre Funktion als Puffer nicht mehr ausüben kann, von der Vorderseite aus komplett entfernt werden. Selbst wenn die körpereigene Bandscheibe ihre Funktion noch nicht völlig verloren hat und eine Restbeweglichkeit besitzt, kann eine Bandscheibenprothese die ursprüngliche Beweglichkeit wieder herstellen.

Bei stärkeren Veränderungen der Wirbelsäule ist die künstliche Bandscheibe nicht mehr mit der gleichen Erfolgsrate anwendbar. In solchen Fällen ist meist ein stabilisierender Eingriff nötig.

Indikationen der Bandscheibenprothese im Überblick

HWS:

  • Ausgedehnte bzw. teilweise verknöcherte Bandscheibenvorfälle der Halswirbelsäule
  • Wirbelkanalverengungen (Spinalkanalstenose) der Halswirbelsäule mit Bedrängung des Rückenmarks
  • Nervenkanalverengungen (Foramenstenosen) mit Bedrängung von Rückenmarksnerven und Instabilitäten der Halswirbelsäule (Wirbelgleiten)

LWS:

  • Chronische, bandscheibenbedingte Schmerzen
  • Schmerzen nach Bandscheibenoperationen
  • Keine Besserung durch minimal-invasive Behandlungsmethoden
  • Lebensalter 25 bis 35 Jahre, kein wesentlicher Knochenschwund (Osteoporose) und keine ausgeprägten degenerativen Veränderungen

Behandlung

Bandscheibenprothese an der Halswirbelsäule

Behandlungsbeispiel: Neurochirurgie HWS-Bereich

Behandlungsbeispiel: Neurochirurgie HWS-Bereich

Unter Vollnarkose wird ein ca. drei bis vier Zentimeter langer Hautschnitt an der Halsvorderseite gesetzt (ähnlich einer Schilddrüsenoperation). Halsschlagader, Kehlkopf und Speiseröhre werden zur Seite verlagert und geschont, so dass wir unter mikroskopischer Sicht mit entsprechend feinen Instrumenten die Bandscheibe mitsamt dem vorgefallenen Gewebe entfernen können. Zusätzlich trennen wir die verknöcherten Bandscheibenanteile sowie Knochenausziehungen der Wirbelkörper (Osteophyten), die auf Rückenmark oder Nerven drücken. Anschließend setzen wir eine Bandscheibenprothese in den ausgeräumten Bandscheibenraum ein. Diese künstliche Bandscheibe ersetzt von nun an die körpereigene Bandscheibe und übernimmt deren ursprüngliche Funktion.

Bandscheibenprothese an der Lendenwirbelsäule

Die Operation im Bereich der Lendenwirbelsäule wird ebenfalls von vorne, also durch den Bauchraum, sowie unter Vollnarkose vorgenommen. Wir entfernen zuerst die verschlissene Bandscheibe komplett und korrigieren die Stellung der Wirbelkörper zueinander. Unter Röntgenkontrolle verankern wir schließlich die Bandscheibenprothese an ihrer richtigen Position zwischen den Wirbelkörpern. In den folgenden Wochen wird sie mit der Knochensubstanz fest zusammenwachsen.

Nach der Behandlung

Nachbehandlung

Physiotherapie am Patienten im MVZ Dr. Schneiderhan & Kollegen

Physiotherapie am Patienten

Nach dem Eingriff können Sie noch am OP-Tag wieder aufstehen und gehen. Eine Woche lang müssen Sie sich noch schonen und dürfen sich nur eingeschränkt belasten. Danach erfolgt eine individuell ausgerichtete Physiotherapie zur Lockerung der Muskulatur. Das Tragen einer Halskrause bei einer HWS-Bandscheibenprothese ist in der Regel nicht erforderlich.

Arbeitsfähigkeit

Schreibtischarbeiten sind nach drei Wochen wieder möglich, stärker belastende Tätigkeiten abhängig von den körperlichen Anforderungen des jeweiligen Berufs nach etwa vier Wochen.

Sportfähigkeit

Bereits zwei bis drei Wochen nach dem Eingriff sind Sportarten wie Laufen, Walken, Radfahren und Schwimmen wieder erlaubt. Nach vier Wochen dürfen Sie sich wieder voll belasten und sogar Kontakt- und Kraftsportarten ausführen.

Vorteile der Bandscheibenprothese im Überblick:

  • Gerade für jüngere Patienten, die sich ihre Beweglichkeit weiterhin möglichst vollständig erhalten möchten, ist dieses Verfahren bestens geeignet.
  • Durch modernstes High-Tech-Instrumentarium erfolgen die Entfernung der alten und das Einsetzen der neuen Bandscheibe äußerst gewebeschonend.
  • Bei erfahrenen Operateuren ist die Komplikationsrate sehr niedrig. Übereinstimmend mit der internationalen Literatur liegt die Erfolgsrate bei über 90 Prozent.
  • Die ursprüngliche Bandscheibenhöhe und damit die physiologische (normale) Belastung im Bereich der Wirbelgelenke werden wiederhergestellt.
  • Mit der Entfernung der Bandscheibe werden auch die vorliegende Bedrängung im Bereich der engen Nervenwurzeldurchtrittsstellen und die daraus entstehenden Nervenwurzelreizungen beseitigt.
  • Anders als bei einem starren Platzhalter kann eine sorgfältig ausgewählte und optimal implantierte Bandscheibenprothese nahezu die natürliche Beweglichkeit des Wirbelsegmentes erreichen.
  • Ein entscheidender Vorteil der Bandscheibenprothese liegt darin, dass die benachbarten Wirbelsegmente (d.h. das Wirbelsegment nach oben und unten) weniger stark belastet werden und eine Anschluss-Degeneration vermieden werden kann.

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