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Cervicalsyndrom

Cervicalsyndrom: Was genau bedeutet dieser medizinische Fachbegriff?

Cervicalsyndrom ist der Fachbegriff für akute wie auch chronische Nacken- und Schulterschmerzen. „Cervical“ ist lateinisch und bedeutet „den Hals betreffend“. Unter einem Cervicalsyndrom werden ganz unterschiedliche Ursachen und Symptome zusammengefasst. Als häufige Auslöser gelten Bewegungsmangel, einseitige Belastungen und daraus resultierende Verspannungen der Nackenmuskulatur. Aber auch angeborene oder im Laufe des Lebens erworbene Fehlstellungen der Halswirbelsäule, Unfälle oder degenerative Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle können zu diesen Beschwerden führen. Dabei variieren die Symptome eines Cervicalsyndroms: Einige Betroffene leiden unter ständigen Schmerzen im Bereich des Nackens mit Ausstrahlung in die Arme, andere wiederum haben nur zeitweise Beschwerden, die aber mit Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule eingehen. Drehbewegungen des Kopfes sind dann nicht mehr möglich. Daneben klagen Patienten über Kopfschmerzen und in einigen Fällen sogar über Taubheitsgefühle in Armen und Händen.

Wie sieht der Diagnoseablauf aus?

Bei der Diagnose eines Cervicalsyndroms spielen das ausführliche Patientengespräch und die Anamnese eine große Rolle. Um hier die richtigen Ursachen aufzuspüren und damit eine effiziente Therapie einzuleiten, ist eine detaillierte Beschreibung der Beschwerden unerlässlich. Aufgrund der meist verschiedenen Einflussfaktoren bietet ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch in Verbindung mit einem standardisierten Schmerzfragebogen eine gute Hilfestellung für die anschließende Therapie. Im Gespräch lassen sich Einflüsse wie psychische Faktoren oder schwere körperliche Tätigkeiten ermitteln. Zeigen sich durch das Cervicalsyndrom Probleme im Alltag, unterstützt in einigen Fällen auch ein Schmerztagebuch die Diagnose, in dem Patienten über einen bestimmten Zeitraum hinweg festhalten, wann und wie stark ihre Beschwerden auftreten. Daneben tastet der Arzt den betroffenen Bereich auf Verspannungen ab und eine anschließende ausführliche neurologische Untersuchung kann die Beschwerden genauer eingrenzen. Röntgenuntersuchungen zeigen weiterhin den Zustand der Halswirbelsäule und eventuelle Verschleißerscheinungen. Lassen Symptome auf einen Bandscheibenvorfall schließen, wird in der Regel noch eine Computertomografie durchgeführt, um die Diagnose zu bestätigen. Darauf aufbauend legen Experten dann individuelle Behandlungsschritte fest.

Mögliche Therapieansätze bei einem Cervicalsyndrom

Zur Behandlung eines Cervicalsyndroms kommen zunächst konservative Methoden zum Einsatz. Hier erfolgt häufig eine Schmerzreduktion mit Schmerzmitteln oder Injektionen. Eine medikamentöse Therapie sollte jedoch nie als alleiniges Mittel gegen die Beschwerden eingesetzt werden, sondern immer mit anderen, auf die Ursache abgestimmten Maßnahmen, einhergehen. Infrage kommen etwa Physiotherapie, Massagen, Akupunktur, aber auch progressive Muskelentspannung oder autogenes Training. Des Weiteren können sanfte Sportarten wie Schwimmen, Pilates oder Walking helfen, Verspannungen zu lösen, Stress abzubauen und die Rückenmuskulatur zu stärken. Auch im Alltag empfiehlt es sich, negative Stresssituationen zu vermeiden oder einen entsprechenden Ausgleich zu finden. Hier bietet es sich je nach Vorliebe an, nach einem anstrengenden Tag am Schreibtisch mit intensivem Sport abzuschalten oder bei einem warmen Vollbad zu entspannen.

Denn die Psyche und Stress sind wichtige Einflussfaktoren bei der Entstehung eines Cervicalsyndroms. Anhaltende Rückenschmerzen sowie ständige psychische Anspannung bilden häufig einen regelrechten Teufelskreis. Auf der einen Seite verstärken körperliche Beschwerden die negative Wahrnehmung alltäglicher Situationen. Auf der anderen Seite erhöht Stress den sogenannten Muskeltonus, was wiederum zu schmerzhaften Verspannungen führt. Mit der Zeit kann es also passieren, dass Betroffene regelrecht auf Schmerz programmiert sind und auch Beschwerden spüren, wenn die eigentliche Ursache nicht mehr vorliegt. In diesen Fällen entwickeln sich chronische Schmerzen, die nicht mehr so leicht in den Griff zu bekommen sind. Neben Orthopäden sollten jetzt auch Neurologen, Radiologen sowie Psychotherapeuten mit in Diagnose und Therapiefindung einbezogen werden. Zeigen konservativen Methoden keine ausreichende Wirkung mehr, können minimalinvasive Therapien Linderung verschaffen.

Übungen zur Vorbeugung und Linderung eines Cervicalsyndroms

Zur Behebung von stressbedingten Ursachen bei einem Cervicalsyndrom ist es für Patienten besonders wichtig, sich einen Ausgleich zu ihrem Alltag zu schaffen. Hier können die verschiedensten Entspannungstechniken, der Besuch einer Rückenschule oder Ausgleichssport wie Joggen, Gymnastik oder Fitnesstraining hilfreich sein. Vor allem Arbeitnehmer mit vorrangig sitzenden Tätigkeiten sollten regelmäßig Übungen zur Lockerung der Halsmuskeln durchführen, damit ein Cervicalsyndrom gar nicht erst entsteht.